Month: März 2014

#MARCHialArts 6-8 (Liu Chia-Liang, Tsui Hark, John Hyams, HK, HK, USA 1978/97/2012)

Posted by – 24. März 2014

8 der 9 Filme der #MARCHialArts-Aktion habe ich hinter mir. Wegen Schreibfaulheit und viel um die Ohren kommt hier nur ein Sammelpost der letzten drei Filme:

The 36th Chamber Of Shaolin (Liu Chia-Liang, Hongkong 1978)

Mit „The 36th Chamber Of Shaolin“ (OT: Shào Lín sān shí liù fáng) habe ich wohl einen der Klassiker des chinesischen Kung-Fu-Kinos gesehen. Die Story: Im China der Qing-Dynastie herrschen die Tataren. Der junge Liu Yu Te will die Knechtschaft nicht länger hinnehmen und besucht das berühmte Shaolin-Kloster, um dort Kung-Fu zu lernen. Dazu muss er 35 Kammern durchlaufen, in denen er jeweils einen bestimmten Aspekt der Kampfkunst erwirbt. Diese Lernphase hat mir an „The 36th Chamber Of Shaolin“  eigentlich am besten gefallen. Was den Film aber weiterhin interessant macht, ist nicht nur die erstaunliche Akrobatik der Darsteller, sondern außerdem Einblicke in die Philosophie des Kampfsports und die freiheitliche Message: Kung-Fu ist für alle da! Es lebe die 36. Kammer!

Double Team (Tsui Hark, USA 1997)

Eigentlich unvorstellbar, dass „Double Team“, dieser fantastische Film, seit drei Jahren ungesehen in meinem Regal vor sich hinvegetiert. Es war einer der ca. 70 Filme, die wir von unseren Gästen zur Hochzeit bekommen haben. Warum hat es so lange gedauert bis ich – bekennender Tsui-Hark-Fan! – den endlich gesehen habe? Was von seinen Anlagen eindeutig ein B-Movie ist, wird in den Händen von Tsui Hark und mit schlagkräftiger Unterstützung des einzigartigen Jean-Claude van Damme zur Genre-Perle. Man muss sich nur kurz vorstellen, wie van Damme und Mickey Rourke im Minen gespickten Kolosseum von Rom den Endkampf ausfighten, während Dennis Rodman mit dem Motorrad und einem Kind unterm Arm ab und an durch’s Bild düst – und ach ja, dann ist da noch der Tiger… Soviel nur, um einen Eindruck des Irrsinns zu bekommen, dessen Celluloid gewordene Manifestation dieser Film ist. Danke, Mr. Hark!

Universal Soldier – Day Of Reckoning (John Hyams, USA 2012)

Mein einziger #MARCHialArts-Rewatch, aber ich musste dieses schmerzhafte Action-Manifest einfach noch einmal sehen (Eindruck vom letzten Mal hier). Schon im letzten Teil, „Regeneration“, hat John Hyams begonnen, den Mythos des verbesserten Menschen zu dekonstruieren. Doch während die Soldaten dort nicht mehr Herren über ihre Körper waren, geht Hymas hier noch einen Schritt weiter und raubt ihnen die Seelen. Im ersten Film von Emmerich waren es noch die Erinnerungen, welche die Soldaten zu Individuen machten und ihnen die Möglichkeit gaben, sich der Kontrolle des Militärs zu entziehen. Jetzt können sie sich nicht einmal mehr auf ihre Erinnerungen verlassen. Das einzige, was den Soldaten bleibt, ist die Lüge in ihrem Kopf. Dafür kämpfen sie. Das ist unsäglich traurig. Und lässt einen nicht mehr los.

Next Stop #MARCHialArts 9: „Intimate Confessions Of A Chinese Courtesan“

Captain America: The Winter Soldier (Anthony Russo, Joe Russo, USA 2014)

Posted by – 22. März 2014

Es ist nicht die Zeit für patriotische Helden, deren Kostüm aussieht, wie aus einer Amerika-Flagge zusammengenäht. Habe ich gedacht. Das erste Solo-Abenteuer von Captain America vor drei Jahren hat mich in dieser Ansicht bestärkt. Mit „Captain America: The Winter Soldier“ haben mich Anthony und Joe Russo nun allerdings eines Besseren belehrt. Geht anscheinend doch. Mir hat der Film jedenfalls gut gefallen. Ein wenig geschwätzig zwar und in manchen Momenten over the top, war ich dennoch erstaunt, wie offensiv und mutig hier die Gefahr, die von allmächtigen Geheimorganisationen ausgeht, kritisiert wird. Dass die Antwort auf diese Bedrohung gerade ein Mann in nationalfarbenen Strumpfhosen sein soll, ist bestimmt diskussionswürdig, aber auf jeden Fall weniger trivial als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag. Systeme können sich nicht selbst heilen. Dazu bedarf es Menschen. Und zwar solche, die transparent agieren, die vertrauenswürdig sind und in der Lage, selbst zu vertrauen. Woran man denn die Bösen erkennt, wird im Film einmal gefragt. Das sind die, die auf dich schießen, antwortet Captain America. So einfach ist es vielleicht nicht. Doch den Impuls, die totale Überwachung und Waffensysteme, welche angeblich der Sicherheit dienen, unbedingt und entschlossen abzulehnen, kann ja wohl so falsch nicht sein. Dass diese Haltung gerade von einem Mann vertreten wird, der aus der Vergangenheit der USA kommt, ist vor dem Hintergrund aktueller Problemlagen natürlich besonders interessant. Ja, „Captain America: The Winter Soldier“ hat mich überrascht. Ein unterhaltsamer Film. Und vielleicht sogar ein schlauer. Die Action-Szenen nicht zu vergessen. Zumindest derer drei sind ziemlich geil. Für Kino-Zeit.de habe ich eine Kritik geschrieben.

Born To Fight (Hoi Mang, USA / Hongkong 1989)

Posted by – 14. März 2014

Born To Fight

#MARCHialArts 5

In den 1980ern habe ich so ziemlich alles mitgenommen, was das Fernsehen an Kung-Fu-Filmen im Angebot hatte. Später kam dann noch die Auswahl aus der heimischen Videothek dazu. Um Filme mit Cynthia Rothrock habe ich meist einen Bogen gemacht. Die erneute Begegnung mit ihr vor ein paar Tagen hat meine Vorurteile zwar nicht gänzlich aus dem Weg geräumt, mir aber gezeigt, dass ich Filme mit der blonden Kung-Fu-Lady heute anscheinend einigermaßen gut unterhalten überstehe.

In „Born To Fight“ (OT: Shi jie da shai), auch bekannt unter dem Titel „The Blonde Fury“ und etlichen weiteren Namen, geht es um die kampfstarke FBI-Agentin Cindy (Cynthia Rothrock), die nach Hongkong geschickt wird, um eine Geldfälscherbande hochzunehmen. Da vermutlich Zeitungsverleger Ron Deck (Ronny Yu) dahintersteckt, wird Cindy als Reporterin bei dessen Zeitung eingeschleust.  Bis sie herausfindet, dass Deck wirklich der Drahtzieher ist, vergeht nicht viel Zeit. Dementsprechend dauert es auch nicht lange, bis Cindy ihre Martial-Arts-Kenntnisse unter Beweis stellen muss.

Um die Qualitäten von „Born To Fight“ richtig zu würdigen, müsste man eigentlich noch auf weitere Figuren eingehen.  Da ist z.B.  Cindys Freundin Judy (Elizabeth Lee) und deren Vater Yu (Roy Chiao). Dieser ist Staatsanwalt und Hauptankläger im Falle Ron Deck sowie ein paar  trottelige Cops, die dem Zuschauer so manche Szene vermiesen oder versüßen – ganz nach Stimmung. Ich war anscheinend gut drauf, denn mich hat der ganze Klamauk, der sonst eher nicht mein Fall ist, hier nicht gestört. Ich empfand ihn sogar als bereichernd, weil er die Kämpfe in ein anderes Licht rückt. Bis es so richtig los geht und Rothrock auf Betriebstemperatur kommt, vergeht zwar ein wenig Zeit – die besseren Fights finden sich in der zweiten Filmhälfte –, aber wenn „Born To Fight“  erst einmal Fahrt aufgenommen hat, häufen sich die abgefahrenen Ideen, die für so manches entschädigen. Nicht so mein Fall waren z.B. der etwas schnelle Schnitt und der übermäßige Gebrauch von Zeitraffer und Zeitlupe. In seinen stärksten Momenten, dann, wenn es hart auf hart kommt, ist „Born To Fight“  allerdings richtig groß! Da ziehen die Kontrahenten auch schon mal das Sakko aus und Rothrock zeigt, dass hochhackige Schuhe und Feminismus durchaus vereinbar sind. Das kann man sich echt mal ganz gut angucken!

Bild © Splendid
 

Need For Speed (Scott Waugh, USA 2014)

Posted by – 14. März 2014

Ich mag keine Autos. Und auch keine Auto-Filme. Doch keine Regel ohne Ausnahme. „Need For Speed“ ist so eine. Für die Ausgabe No. 17 des AGM-Magazins, welches in jedem gut sortierten Zeitschriftenhandel auffindbar sein sollte, aber auch hier bestellt werden kann, habe ich eine kleine Hymne auf den Film geschrieben. Im Kern sage ich dort Folgendes: Scott Waugh ist ein unglaublich stylischer, visuell starker, herrlich ernsthafter und gleichzeitig wunderbarer naiv-komischer Film gelungen, sicherlich auch ein Kniefall vor Richard C. Sarafians Klassiker „Vanishing Point“, aber auch ein selbstbewusstes, eigenständiges Werk, das den Zuschauer in ein anderes, fernes und trotzdem hyperreales Jetzt katapultiert. Muss man einfach lieb haben! Das Gesicht von „Breaking Bad“-Star Aaron Paul scheint zu quietschen, wenn er versucht, es zu bewegen, ganz so, als wäre er selbst ein Teil der Maschine, seines Rennautos, das er quer durch Amerika steuert. Und die großartige Imogen Poots („28 Weeks Later“) ist der göttliche Funke, der dem rasenden Vehikel Leben einhaucht. Wer einen wunderschönen, reichlich seltsamen und den vielleicht besten Auto-Film des Jahres sehen will, kommt an „Need For Speed“ nicht vorbei. Er startet am 30. März 2014 im Kino.

The Princess Blade (Shinsuke Sato, Japan 2001)

Posted by – 13. März 2014

the princess blade#MARCHialArts 4

In einer nahen Zukunft. Eine Gruppe von Auftragskillern, die Takemikazuchi, sorgt für die Einhaltung der Gesetze. Yuki (Yumiko Shaku) ist eine von ihnen. Als sie an ihrem 20. Geburtstag erfährt, dass ihre Mutter von Byakurai (Kyûsaku Shimada), dem Boss der Takemikazuchi, umgebracht worden ist, schwört sie Rache. Doch bevor sie die bekommt, muss sie erst einmal vor ihren eigenen Leuten fliehen. Auf der Flucht lernt sie den Rebellen und Attentäter Takashi (Hideaki Itô) kennen, der auf der anderen Seite des Gesetzes steht.

„The Princess Blade“ (OT: Shura Yukihime) von Shinsuke Sato, der auf dem Manga „Shurayuki Hime“ basiert, markiert den Tiefpunkt der bisher unter dem Motto #MARCHialArts geschauten Filme. Die Prämisse, der dystopische Hintergrund und die persönliche Rachegeschichte klingen auf dem Papier gar nicht schlecht, aber im Film funktioniert leider nichts davon. Ich weiß nicht, ob ich einfach zu unaufmerksam war, um gewisse Feinheiten oder die eigentlich recht ansehnlichen Location-Shots von Kameramann Taro Kawazu (im Wald, das Fabrikgelände, am See,..) richtig zu würdigen. Aber auf mich wirkte das alles einfach unglaublich öde, sowohl was die Beziehungen zwischen den Figuren als auch – von ein paar erfreulichen Momente abgesehen – was die Martial-Arts-Szene anbelangt. Hinzu kommt die eigentlich recht simple aber so undurchsichtig erzählte Story, dass mir bis zum Ende weder klar war, dass ich mich in der einer alternativen Gesellschaft der Zukunft befinde, noch dass Yuki und Takashi schon aus politischen Gründen eigentlich Feinde sind, was Takashis Job ist, welche Rolle genau der Tod von Yukis Mutter spielt usw. Worldbuilding: nebulös. Figurenzeichnung: schemenhaft. All das hat bei mir eine maximale Distanz zum Film aufgebaut – eine Kälte in der Rezeption, die schon fast an Teilnahmslosigkeit grenzte. Nicht ausgeschlossen, dass das alles bewusst gewählte Stilmittel sind, dass sich der Zuschauer dem Film so fern fühlen soll, damit er besser versteht, wie es den entfremdeten Figuren geht. Dieses Verständnis hat sich „The Princess Blade“ in meinem Fall aber zu teuer erkauft. Was bleibt ist ein trostloser Film mit einigen visuellen Vorzügen, aber großen erzählerischen Schwächen. Von hinten durch die Brust – am Auge dann aber doch noch einen unhandlichen Schwertgriff breit vorbei.

Bild © Highlight
 

300: Rise Of An Empire (Noam Murro, USA 2014)

Posted by – 9. März 2014

300 rise#MARCHialArts 3

Schon „300“ von Zach Snyder war in meinen Augen ziemlicher Müll – und das ohne ihm dafür faschistoide Tendenzen unterstellen zu müssen. Ich habe eh nicht verstanden, warum dieser Film in den Augen vieler Leute Kultstatus genießt. Die Kämpfe werden als eindrucksvoll und toll choreografiert bezeichnet, was ich absolut nicht nachvollziehen kann. Der Digi-Look tat sein Übriges, um diesem fürchterlichen Hybrid aus zynischem Comic und fremdbestimmtem Computerspiel jeden Ansatz von Unmittelbarkeit zu nehmen.

Angesichts von Noam Murros Nachfolger „300: Rise Of An Empire“ kann ich jetzt jedoch ein gewisses Verständnis für Snyders Film aufbringen. Immerhin kann man seinem Werk zugutehalten, dass es absolut schnörkellos erzählt ist. Kaum ein Gramm Fett zu viel am Körper dieses Spartaner-Films. Anders verhält es sich mit dem, was Murro hier veranstaltet. Der Film, der die Parallelereignisse zu „300“ schildert, erzählt von der Seeschlacht zwischen Griechen und Persern und wirkt, als wäre alles, was bei Snyder zu Gunsten einer straighten Story weggelassen wurde, stattdessen hier untergebracht: ein filmisches Waisenhaus für unerwünschte Ideen. Ästhetisch verfolgt Murro ein ähnliches Konzept wie der erste Teil. Ihm gelingen zugegebenermaßen einige gute Momente, beispielsweise, wenn man die Kämpfe wie durch eine Glasscheibe von unten sieht oder der Held am Ende mit einem Pferd über das schwimmende, brennende Schiffswrack galoppiert. Es gibt zwar viel Blut, aber keinen roten Faden, einen Leichenberg überflüssiger Ideen, aber keine dramaturgische Linie. Ein kleines Schwätzchen im Spartaner-Dorf, kurzer Schwenk zu dem Buckligen aus Teil eins, ach ja, schnell noch erzählen, wie Xerxes (Rodrigo Santoro) eigentlich so groß geworden ist. Ein Vater-Sohn-Konflikt und das Drama um den Ziehonkel. Es muss fast die Hälfte des Films vergehen, bis ich dahinterkomme, dass der griechische General Themistokles (Sullivan Stapleton) eigentlich die Hauptfigur ist – wobei auch das gleich wieder relativiert werden muss: Die einzig interessante Storyline des Films handelt nämlich von Artemisia (Eva Green), einer Griechin, die von ihren eigenen Landsleuten versklavt, gefoltert und vergewaltigt wurde, bis sie schließlich bei den Persern ein freundliches Zuhause findet. Sie ist die Antagonistin, die Gegenspielerin von Themistokles, aber für viele Zuschauer (wie auch mich) die eigentliche Heldin. Leider weiß Murro davon nichts und lässt die Figur zum Schluss gänzlich ehrlos über die Klinge springen.

Es lebe Hellas? Es lebe Sparta? Bitte nicht! Lasst im unzweifelhaft kommenden nächsten Teil bitte Artemisia wieder auferstehen – die einzige Lichtgestalt in diesem geschmacklosen, einfältigen und vor allem ziemlich seelenlos langweiligen Film aus der Rechnerkonserve.

Bild © Warner Bros. 
 

Chocolate (Prachya Pinkaew, Thailand 2008)

Posted by – 8. März 2014

chocolate#MARCHialArts 2

Heute ist Weltfrauentag. Aus diesem Grund, und weil ich es langweilig finde, dass sich im Bereich Martial Arts meist nur Männer die Fresse einschlagen, möchte ich in den kommenden Tagen ein paar Filme mit starken Heroinnen unter die Lupe nehmen. Den Anfang macht „Chocolate“ von Prachya Pinkaew.

Der Film handelt von der jungen Zen (Yanin Vismistananda), die Autistin ist – aber ein Ass in Sachen Kung Fu. Um Geld für ihre krebskranke Mutter zu besorgen, versucht sie sich anfangs mit kleinen Straßen-Shows etwas dazuzuverdienen. Das klappt mehr schlecht als recht, so dass sie schließlich dazu übergeht, das Geld von Gangstern einzutreiben, die ihrer Mutter noch etwas schuldig sind.

Ich mochte Prachya Pinkaews „Ong Bak“, auch wenn sich der thailändische Filmemacher dort weder als begnadeter Erzähler noch als besonders einfallsreicher Regisseur präsentiert hat. Doch die Kampfszenen waren anders als ich es aus chinesischen oder amerikanischen Produktionen gewöhnt war – direkter, körperlicher, kunstvoll aber nicht gekünstelt. Mit „Chocolate“ befindet sich Pinkaew immer noch auf dem eingeschlagenen Weg – weitergekommen ist er allerdings nicht. Man könnte jetzt noch alle möglichen Details der Story aufzählen, beispielsweise die Hintergründe von Zens Mutter Zin (Ammara Siripong), Zens Freundschaft zu Mangmoon (Taphon Phopwandee) usw., aber ehrlich gesagt, mich hat an „Chocolate“ alles, was nicht Kampf war, nicht überzeugen können. Eine packende Geschichte, mag sie auch noch so einfach sein, ist für jedes Genre – auch für Martial Arts! – essentiell. Und die funktioniert hier einfach nicht – sogar weniger noch als in „Ong Bak“. Das liegt sowohl an der umständlichen Erzählung, die ungeschickt beginnt, seltsame Momente highlightet, kein überzeugendes Ende bietet, aber auch an Pinkaews Unfähigkeit, Emotionen im Zuschauer zu wecken. Dabei hätte ihm gerade das mithilfe seiner charismatischen Heldin eigentlich gelingen müssen.

Selbst der Martial-Art-Parts des Films hat mich nicht gleich angesprochen. Am Anfang waren die Kämpfe etwas zu seicht und ich frage mich, warum Zens Gegner nach einem Stups schon zu Boden gehen und dort auch gleich bleiben. Dieser Aspekt hat sich im Verlauf des Films zum Glück gebessert, z.B. das Scharmützel in der Schlachterei kann sich sehen lassen und im Showdown, einem sensationellen Kampf zwischen Hochbahn und Hotelwand, zieht sich der Film dann noch am eigenen Schopf aus dem Sumpf der Mittelmäßigkeit. So bin ich schließlich doch irgendwie auf meine Kosten gekommen. Ein gewisses Maß an Enttäuschung kann ich hinsichtlich meiner Erwartungen an den Regisseur und die Prämisse des Films aber dennoch nicht abstreiten.

Fazit: Zwiespältig.

Bild © 3L 
 

Es wird eng! (7)

Posted by – 8. März 2014

Ich habe mir in letzter Zeit eine ganze Reihe Filme angeschafft mit dem Ergebnis, dass es wieder eng geworden ist im Regal und ich Platz schaffen muss. Folgende DVD und Blu-Rays suchen ein neues Zuhause.

Es wird eng 7

Du kannst dir bis zu 3 Filme wünschen. Lass dazu einfach einen Kommentar mit funktionierender E-Mail-Adresse da, in dem du schreibt, welche Filme du gerne dein Eigen nennen würdest. Wie immer heißt es hier nicht „First-come, first-served“, der überzeugendste Wunsch entscheidet! Ein wenig Werbung machen möchte ich an dieser Stelle noch für  das hässliche Entlein in der Reihe der zu vergebenen Filme: „Blood Trails“ ist tatsächlich so schlecht, dass ich mich lange Zeit nicht von ihm trennen konnte. Echter Horror! Hier geht’s zur Kritik.

 

Zinksärge für die Goldjungen (Jürgen Roland, Deutschland / Italien 1973)

Posted by – 2. März 2014

ZinksärgeEin Jahr nach Francis Ford Coppolas „The Godfather“ erschien dieser wunderbar wilde, deutsche Film. Auch in Jürgen Rolands „Zinksärge für die Goldjungen“ geht es um einen Paten, der herausgefordert wird. Doch damit erschöpfen sich die Gemeinsamkeiten der beiden Filme auch schon. Obergangster Otto Westermann und der stilvolle Mafiaboss Don Vito Corleone haben nicht viel miteinander gemein.

In Rolands Film plant der italo-amerikanische Gangster Luca Messina (Henry Silva) Hamburgs Unterwelt zu übernehmen, gerät dabei aber mit dem lokalen Gangsterboss Otto Westermann (Herbert Fleischmann) und seine loyalen Truppe aneinander. Während die Anzahl der Opfer auf beiden Seiten immer größer wird, kommen sich Westermanns Sohn Erik (Horst Janson) und Messinas Tochter Sylvia (Patrizia Gori) plötzlich näher.

Ein wenig erinnert „Zinksärge für die Goldjungen“ an Romeo und Julia, nur dass die verliebten Kinder hier nicht den Freitod wählen, sondern im Gegensatz zu ihren Erziehungsberechtigten früh genug die Kurve kriegen. Ihre störrischen, Koteletten-Toupets tragende Eltern ballern sich derweil gegenseitig in die ewigen Jagdgründe. Ich mochte den Film von Roland, weil er einerseits, meist freiwillig, sehr witzig ist und weil er andererseits das seine Geschichte ernst nimmt. Sicherlich, sowohl Luca Messina und seine Spaghetti mampfende Mutter als auch Otto Westermann und seine Spießgesellen inklusive Treffpunkt Kegelbahn schrammen hart an der Karikatur vorbei.  Es fällt jedoch auf, dass sich Roland für die Figuren und die inneren Prozesse ihres Konflikts interessiert und Wert auf plausibles Verhalten legt. Besser noch: Wir verstehen nicht nur die Beweggründe von Otto, Luca, Erik und Sylvia – aus ihrem nachvollziehbaren Verhalten entsteht ein echtes Drama und damit wirklich spannender Film.

Der Vergleich zum anfangs erwähnten „The Godfather“ hinkt nicht nur – er kriecht auf allen Vieren durch eine Bierpfütze in einer versifften Hafenspelunke. Doch ist es gerade dieser Kontrast zu Coppolas perfektem aber auch glatten und deswegen schwer fassbaren Meisterwerk, der die Stärke des manchmal ungelenken gleichwohl immer vor Lebensenergie strotzenden „Zinksärge für die Goldjungen“ deutlich macht. Sich mal wieder richtig beömmeln oder ob der nervenzerfetzenden Spannung ungestüm Nägel kauen – bei Rolands Film geht beides. Und selbst wer für solche Schattierungen der Filmkunst nicht empfänglich ist, bekommt  hier immer noch einen Haufen skurriler Figuren, Hamburger Lokalkolorit und zwei wirklich starke Action-Szenen: Zum einen das tragisch-komische, zum Martial-Arts-Fight ausufernden Scharmützel auf dem Schrottplatz, zum anderen eine der besten deutschen Motorboot-Verfolgungsjagden überhaupt. Darauf ein Astra, prost!

Bild © Media Target Distribution GmbH
 

Ninja: Shadow Of A Tear (Isaac Florentine, Thailand / USA 2013)

Posted by – 1. März 2014

Ninja Shadow Of A TearEhe uns die Frühlingsgefühle überkommen und wir wie verweichlichte Schlumpis bald nur noch verzückt an Krokussen schnuppern, gibt’s im März noch einmal ordentlich auf die Fresse. #MARCHialArts ist das Motto des Monats. Das heißt: Ich und derzeit knapp 20 andere Filmfreunde werden uns in diesem März 9 Prügelfilme anschauen. Infos zu der Aktion gibt es hier.

Ich werde weiterhin versuchen, zu jedem gesehenen Film hier ein paar Sätze zu hinterlassen. Und los.

Mein erster Film ist eher der günstigen Gelegenheit geschuldet als das Ergebnis akribischer Planung. Ich habe „Ninja: Shadow Of A Tear“ von Isaac Florentine, von dem ich ein paar wohlklingende Reviews gelesen habe, im Playstation-Store entdeckt – und damit einen wirklich guten Start in #MARCHialArts-März erwischt. Auch wenn es für den Action-Fan durchaus ein Film zum wohlfühlen ist, hat er doch genug Widerhaken, um länger in Erinnerung zu bleiben. Es beginnt tragisch: Kurz nachdem Casey (Scott Adkins) seiner schwangeren Frau Namiko (Mika Hijii) ein Amulett schenkt, das Glück symbolisiert, wird sie in der gemeinsamen Wohnung umgebracht. Casey sinnt auf Rache. Seine Spur führt in nach Thailand zum Drogenbaron Goro (Shun Sugata)…

Mir war gar nicht bewusst, dass „Ninja: Shadow Of A Tear“ ein zweiter Teil ist und dass er mit dem ersten (OT: „Ninja“ bzw. DT: „Ninja: Revenge Will Rise“) tatsächlich zusammenhängt. Das hat dem – zweifellos vorhandenen – Guckspaß  keinen Abbruch getan. Auch wenn der Film kein Meisterwerk ist wie z.B. „Universal Soldier: Day of Reckoning“, ist er doch überraschend ehrliche Action- und Martial-Arts-Kost, die dank der etwas wirren aber soliden Story, Isaac Florentines energetischen Inszenierung und vor allem Scott Adkins Performance überraschend gut mundet. Adkins zeigt wie man betrunken, wie man high und verwundet kämpft, was schon für sich genommen schön anzusehen ist. An den Unzulänglichkeiten des Helden, der nicht immer gewinnt und im Zorn schon mal überreagiert, zeigt sich die wahre Stärke und wenn man so will die Post-Achtziger-Jahre-Prägung des Films: Auch wenn der Protagonist mit Hilfe seiner überragenden physischen Fähigkeiten zum Schluss alle Gegner niedergemacht hat, so geht er trotzdem nicht als Triumphator aus der Geschichte hervor. Letztendlich ist er nur eine Marionette in einem komplexen Spiel, und es ist allein dem Zufall zu verdanken, dass er zum Schluss noch einen Blick auf die Fäden, die seinen Körper und Geist kontrollieren, werfen  darf. Ich weiß nicht, ob man den selbstbewussten und kritischen Zugang zu seinem Thema und die pessimistische Weltsicht gleich als Trend des modernen Actionfilms deuten kann. Filmemacher wie John Hyams oder eben auch Isaac Florentine sind auf jeden Fall Pioniere einer neuen Bewegung des Genres, und ich hoffe sehr, dass ihr Ansatz Schule machen wird.

Persönliches Fazit. 1. Ein Verdacht hat sich bestätig: Scott Adkins ist ein formidabler Martial-Arts-Darsteller. Derzeit möglicherweise einer der besten. 2. Isaac Florentine ist ein Name, den jeder Action-Freund auf dem Radar haben muss. MUSS. 3. Der dritte Punkt ergibt sich quasi aus eins und zwei: Ich werde mit „Ninja“ oder einem Teil der „Undisputed“-Reihe noch mindestens einen weiteren Titel des Adkins/Florentine-Duos in meine #MARCHialArts-Liste aufnehmen.

Bild © Splendid Film/WVG