A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master (Renny Harlin, USA 1988)

Posted by – 6. Februar 2016

nightmare boxAus einer Laune springe ich mitten in den Alptraum..

Der Dämon Freddy Krueger (Robert Englund) wurde zwar im letzten Teil „A Nightmare on Elm Street 3: Dream Warriors“ unter die Erde gebracht, doch dort hält es ihn nicht lange. In „A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master“ ist er wieder zur Stelle und schafft sich zunächst die verhassten Traumkämpfer aus dem Vorgänger vom Leib. Kruegers neuster Trick (Vorsicht, kompliziert) – er nutzt die Fähigkeit von Kristen (in Teil 3 noch gespielt von Patricia Arquette, diesmal von der schauspielerisch wesentlich weniger begabten Tuesday Knight), die diese kurz vor ihrem Tod noch Alice (Lisa Wilcox) übertragen konnte, andere Leute in ihre Träume zu holen, um so an Opfer zu kommen, um einen Jugendlichen nach dem anderen ins Schlummerland zu entführen und dort kreativ abzumurksen. Wieso, weshalb? Das ist eigentlich gar nicht so wichtig. In Teil vier geht es mehr um das Wie als um das Warum.

Ich halte die ersten beiden Teile von „A Nightmare on Elm Street“ aus ganz unterschiedlichen Gründen für zwei unglaublich starke Filme, nicht nur visuell, sondern vor allem auch inhaltlich. Und auch der dritte, erscheint mir immerhin noch als eine sinnvolle Auslotung des Themas. Spätestens ab Teil vier wird leider nur noch aufgewärmt. Ab hier fehlen der Reihe ganz offensichtlich Ideen, wie die Geschichte sinnvoll weitererzählt werden kann – eine Entwicklung, die meiner Erinnerung nach mit jedem weiteren Teil schlimmer wird. Die Storys werden immer abstruser, die Effekte greller und der einst so unheimliche Antagonist verkommt zusehends zum Sprücheklopfer.

Teil vier ist da wie gesagt keine Ausnahme, alles was noch schlechter werden soll, ist hier schon zu erkennen, auch hier gibt es nur mehr desgleichen, das allerdings, das muss man zur Ehrenrettung von Renny Harlin sagen, auf einem recht hohen Niveau. Was Harlin nach einer Story von William Kotzwinkle mit Kameramann Steven Fierberg hier hinbekommen hat, ist trotz auffälliger Ideenarmut sehenswert, weil – „A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master“ ist so reich an einprägsamen Szenen, dass es eine Freude ist. Wenn ich diesen Teil als Kind gesehen hätte, ich wette – der ein oder andere Moment hätte mich bis heute verfolgt. Der Tod im Wasserbett, die Verwandlung eines Mädchens in eine Schabe, der leer gesaugte Nerd und und und. Die schlimmste Szene für mich hat allerdings nichts mit Freddys fantasievollen Schreckensszenarien zu tun. Es ist – und damit greifen Harlin/Kotzwinkle ein Motiv aus den Vorgängern auf – als die Mutter ihrer Tochter ohne deren Wissen Schlaftabletten gibt! Die Erwachsenen nehmen die Träume ihrer Kinder nicht ernst, sie sind blind für ihre Wünsche und – vor allem! – für ihre Ängste. Und ihnen fällt, wenn es mal unbequem wird, nichts weiter ein, als ihre Sprösslinge in die Ohnmacht zu zwingen. Leider hat diese Idee hier nur die Funktion eines Zitats und wird – wie alles an dem Film – thematisch nicht weiterentwickelt.

Mein Fazit zum Film fällt, wie wohl schon herauszulesen war, etwas unentschlossen aus. Schauspielerisch ist das alles nicht gerade erste Liga, eigentlich alles aus dem Film ist aus den Vorgängern zusammengeklaut, Teil 4 ist weder so clever wie Teil 1 & 2 und auch nicht so hemdsärmelig wie Teil 3. Und trotzdem macht „A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master“ wirklich Spaß. Harlin inszeniert zweckdienlich geradeaus und die Story von Kotzwinkle liefert den nötigen Irrsinn, um diesen „Nightmare“-Film zu einem erlebenswerten, extrem kurzweiligen Alptraum zu machen. Ich persönlich bin mir gerade gar nicht sicher, ob ich ihn nicht vielleicht sogar lieber mag als den gefühlt sehr geschätzten Teil drei. Bei einem Einspielergebnis von 50 Millionen Dollar bin ich auf jeden Fall nicht der einzige, der ihn mag.

Bild © Warner Home Video

 

1 Comment on A Nightmare on Elm Street 4: The Dream Master (Renny Harlin, USA 1988)

  1. […] on Elm Street 4“ gemacht auch wenn er bei der abschließenden Bewertung unentschlossen ist. Seine Argumente für und wider würde ich so […]

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