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Kino 2017: Meine Top 10

Posted by – 31. Dezember 2017

Von Jahr zu Jahr sinkt die Anzahl der Filme, die ich im Kino sehe und damit die Wahrscheinlichkeit einer Top 10 – und irgendwie klappt’s dann doch immer. So auch 2017. Folgende Filme haben mir in diesem Jahr am besten gefallen.

Elle (Paul Verhoeven, Frankreich / Deutschland / Belgien 2016)

Ich bin ohnehin ein großer Verhoeven-Fan. Mich beeindruckt sein unglaubliches Spektrum als Filmemacher. Dass er zu einem so späten Zeitpunkt seiner Karriere einen Film wie „Elle“ macht, der so frisch, neuartig und unverbraucht ist, hat mich noch einmal von den Socken gehauen. Verhoeven erzählt in dem Film die Geschichte einer Frau und den weiteren Ereignissen, nachdem sie im eigenen Haus von einem maskierten Mann vergewaltigt wird. Ich würde „Elle“ wohl am ehesten als Charakterstudie bezeichnen, auch wenn sich trotz skalpellscharfer Analyse bis zum Schluss kein klares Bild seiner Hauptfigur ergibt. Das fasziniert mich am meisten an dem Film: Verhoeven hält die Komplexität seiner faszinierenden Protagonistin bis zum Schluss aus und widersteht jedem Impuls, die Geschichte in irgendeine Richtung aufzulösen.

T2 Trainspotting (Danny Boyle, UK 2017)

Mitte der 1990er Jahre hatte der Junkie Mark (Ewan McGregor) seine Freunde betrogen, und war mit dem Geld getürmt, um irgendwo ein besseres Leben anzufangen. Nun kehrt er in seine Heimatstadt zurück… Hätte man mir damals gesagt, dass „Trainspotting“ zwanzig Jahre später eine Fortsetzung durch den gleichen Regisseur mit den gleichen Schauspielern erhalten würde, die auch noch auf ganzer Line überzeugt – ich hätte es nicht geglaubt. Jetzt habe ich „T2 Trainspotting“ gesehen – und bin begeistert. Der Film ist eine der unwahrscheinlichsten und trotzdem frischesten Fortsetzungen der Filmgeschichte, ein weiterer Höhepunkt Danny Boyles Karriere, visuell herausragend, virtuos inszeniert, inhaltlich clever und der Tristesse seiner Geschichten zum Trotz auch unglaublich warmherzig und immer optimistisch. Sehr schön!

Manchester By The Sea (Kenneth Lonergan, USA 2016)

Es ist nun fast ein Jahr her, dass ich den Film im Kino gesehen habe. Doch diese eigentümliche Mischung aus Trauer, Melancholie und vorsichtiger Zuversicht, die er in mir ausgelöst hat, ist immer noch da. Es geht um einen Mann (großartig: Casey Affleck), der nach dem Tod seines Bruders in seine Heimatstadt zurückkehrt und sich trotz eigener Traumata dort seinem Neffen annimmt. „Manchester By The Sea“ ist weder ein Hollywood-Film, der dem Zuschauer die x-te Version einer Geschichte zeigt, indem der Protagonist, einfach weil er ein so ein toller Typ ist, allen Schicksalsschlägen trotzt, noch einer, der andeutet, dass die Zeit alle Wunden heilt. Und doch ist es ein Film über die Zeit, das Schicksal und das Leben, das trotz all den Schrecklichkeiten, die passieren, irgendwie weitergehen kann. Schön.

Hell Or High Water (David Mackenzie, USA 2016)

Na sowas, ein Western auf dem vierten Platz der Top-10 eines Western-Verächters? Und dann auch noch einer, in dem der einst von mir so sehr geschätzte Jeff Bridges mitspielt, der sich seit über zehn Jahren mit den gleichen drei Gesichtern durch seine Filme grimassiert und der mir deswegen mittlerweile ziemlich auf die Nerven geht. Dann muss er ja wohl wirklich ziemlich gut sein. In „Hell Or High Water“ geht um ein Geschwisterpaar, das im Westen von Texas Banken ausraubt – ihnen dicht auf den Fersen ein US-Marshall. Was ich an David Mackenzies Film besonders toll finde: Es gibt viele Filme, die den Western neu beleben oder einen abermaligen (unnötigen) Abgesang auf das Genre darstellen wollen. „Hell Or High Water“ hingehen ist ein Western – ein schlauer, sozialkritischer und einer, der ganz nah an seinen Figuren, den Gesetzeshütern und Outlaws ist, noch dazu.

Personal Shopper (Olivier Assayas, Frankreich / Deutschland / Belgien / Tschechien 2017)

„Personal Shopper“ verdankt seinen Platz in dieser Liste wieder meiner Faszination für Geschichten, die ich nicht verstehe. Ehrlich, ich habe nicht die geringste Ahnung, wovon der Film, von allem Offensichtlichen abgesehen, (ok, es geht um eine Frau, die für eine berühmte Schauspielerin die Kleidung einkauft, die aber nebenher auch als Medium auf den Spuren ihres toten Zwillingsbruders wandelt) eigentlich handelt. Wer etwas erzählerisch Greifbares erhofft, wird enttäuscht – wer sich allerdings davon verzaubern lassen mag, wie ihm die verschiedenen Nebelschichten des Films immer wieder sanft entgleiten, der ist in diesem mysteriös-modischen Meta-Gespensterkrimi mit einer wunderbaren Kirsten Stewart in der Hauptrolle richtig.

Star Wars: The Last Jedi (Rian Johnson, USA 2017)

Definitiv der Aufsteiger dieser Liste. Direkt nach dem Kinobesuch war mir zwar schon klar, dass mir Teil 8 besser gefallen hat als Teil 7. Dass er es am Ende nicht nur in die Top 10 geschafft, sondern dort sogar im soliden Mittelfeld gelandet ist, hätte ich zunächst nicht gedacht. Aber was soll ich sagen: „Star Wars: The Last Jedi“ von Rian Johnson hat mir wirklich viel Spaß gemacht, und das ist es ja (man vergisst das ja manchmal!), worauf es ankommt. Die Story: Derweil die übrig gebliebenen Rebellen quasi den ganzen Film lang in eine Raumschlacht gegen eine Flotte der Ersten Ordnung eingespannt sind, versucht Jedi-Anwärterin Rey, den störrischen Alt-Jedi Luke in den Kampf gegen die Dunkle Seite der Macht einzuspannen und kommt darüber – erst gedanklich, dann auch ganz physisch – mit dem Vatermörder Kylo Ren in Kontakt. – Ich kann dem Film deswegen gut verzeihen, dass er nicht mehr exakt das ist, was ich an Star Wars liebe, dass er mir insgesamt nicht mutig genug war und stellenweise wie ein Best-of von Episode IV, V und VI wirkte. Aber ich weiß auch zu schätzen, dass Johnson sich hier wirklich und sogar erfolgreich bemüht, den Ballast der Vergangenheit abzuschütteln und Raum für etwas Neues zu schaffen. Ich freue mich auf den nächsten Teil.

Western (Valeska Grisebach, Deutschland / Bulgarien / Österreich 2017)

Und gleich noch ein „Western“ in meiner Liste, ein heimischer sogar. Es geht um einen Trupp deutscher Bauarbeiter, die in Bulgarien beim Bau eines Kraftwerks mit der Wasserknappheit auf ihrer Baustelle zu kämpfen haben – und sich auf unterschiedliche Weise den Bewohnern des nahegelegenen Dorfes annähern. Ich frage mich, was ich über den Film gedacht hätte, wenn er einen anderen Titel hätte. So jedenfalls bin ich gleich dabei, die Bauarbeiter mit Cowboys und die Dorfbewohner mit Indianern zu identifizieren, was angesichts der Handlung dieses größtenteils mit Laiendarstellern besetzten Films bald zu Irritationen führt. Zwar gibt es Parallelen zu bekannten Western-Topoi, aber ebenso viele Unterschiede. Beides – die Gemeinsamkeiten wie die Differenzen – führen zu schmerzhaften Verknotungen des Zuschauergehirns. Ich habe mich immer noch nicht komplett davon erholt.

Split (M. Night Shyamalan, Japan / USA 2016)

Für mich das Comeback von M. Night Shyamalan! Irgendwie hat man dem Mann ja seinen Stil, für den man ihn bei „The Sixed Sense“ und „Unbreakable“ noch gefeiert hat, im Folgenden immer mehr übel genommen. Ich kann das nicht ganz nachvollziehen. Ich mag „Unbreakable“ sehr, finde alle anderen seiner Filme durchweg gut – aber mehr eben auch nicht. Mit „Split“, der interessanterweise auch inhaltlich mit „Unbreakable“ verbändelt ist, hat Shyamalan nun endlich wieder einen Film gemacht, der über den guten Standard hinausgeht. Es geht um eine Psychiaterin und ihren multiplen Patienten (wie immer stark: James McAvoy) und mehr will ich auch gar nicht sagen, weil es – Shyamalan-typisch – natürlich auch wieder einige Überraschungen gibt. Trotzdem ist der Film, was ich mag, nicht so wie manch anderer des Regisseurs auf den finalen Twist angelegt, sondern trotz des komplexen Themas mehr mit sich selbst im Einklang.

Valerian And The City Of A Thousand Planets (Luc Besson, Frankreich / China / Belgien /Deutschland u.a. 2017)

Der interplanetare Geheimagent Valerian und seine Partnerin Laureline werden auf die gigantische Weltraummetropole Alpha – die Stadt der tausend Planeten – beordert, die von einem Virus von innen heraus zerfressen wird, was die beiden näher untersuchen sollen. Dabei kommen sie einem Geheimnis auf die Spur. – Eine wunderbar bunte, optisch sehr fantasievolle Sci-Fi-Geschichte, die durch ihre Weigerung, sich erzählerischen Normen zu unterwerfen auch formal interessant ist. Doch auf diesen Punkt muss ich gar nicht weiter eingehen, um zu begründen, warum der Film einen Platz in dieser Liste verdient hat. Allein durch seine Schauwerte und seine charmante, unbekümmerte Art, den Zuschauer in die Welt Valerians zu entführen, verdienen Besson und sein Herzensprojekt höchsten Respekt. Etwas gewöhnungsbedürftig: Dane Dehaan in der Rolle des Valerian. Aber vielleicht sind es gerade solche Ecken und Kanten, die „Valerian And The City Of A Thousand Planets“ so reizvoll machen.

Die Hölle – Inferno (Stefan Rutzowitzky, Deutschland / Österreich 2017)

Das Jahr war schon fast vorbei, da habe ich noch diese kleine wunderbare Filmperle entdeckt. Ich bin ja nicht der aller größte Fürsprecher des deutschsprachigen Genre-Kinos, aber mit „Die Hölle – Inferno“ ist es Stefan Rutzowitzky wirklich gelungen, mich zu überzeugen. Dieses kleine Meisterwerk handelt von einer Taxifahrerin, die durch Zufall einen Frauenmörder bei der Arbeit beobachtet – und hinterher selbst auf dessen Killlist landet. Dreckig, hart, extrem kurzweilig mit einer tollen Haupt- und einigen interessanten Nebenfiguren bietet „Die Hölle – Inferno“ viel von dem, was ich mir von einem Thriller wünsche – und noch etwas mehr. Als Ohrfeige für alle Sexisten, Faschisten und Arschlöcher aller Art, darf man ihn auch gerne verstehen. Auch wenn er zum jetzigen Zeitpunkt nur Platz 10 meiner Liste bekleidet, handelt es sich bei Rutzowitzkys Film doch um eine der größten Überraschungen des Kinojahres!

Ein wenig leid…

…tut es mir um Filme wie „Nocturama“, „Jackie“, „The Girl With All The Gifts“, „John Wick: Chapter 2“ oder „Wonder Woman“, die mir ebenfalls sehr gut gefallen haben – nur eben nicht ganz so gut wie die genannten. Das ist meine Meinung aber auch eben immer der Reiz an einer Top 10 – dass man sich beschränken und eine – manchmal wirklich auch eine nicht ganz leichte – Wahl treffen muss. Besonders interessant fand ich in diesem Jahr übrigens die Entwicklung von „Blade Runner 2049“, der mich im Kino sehr begeistert hat und der eine Zeitlang sogar eine mittlere Platzierung in meiner Top 10 gehalten hat. Aber je länger ich über die Filme in der Liste nachgedacht und die Sortierung immer wieder angepasst habe, desto weiter ist Villeneuves Film nach hinten gerutscht, bis er schließlich ganz aus der Liste verschwunden ist. Visuell finde ich ihn nach wie vor überragend. Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der so gut aussah. Und trotzdem hat sich nach dem Kinobesuch nach und nach Ernüchterung breit gemacht. Immer mehr hatte ich das Gefühl, der Film wollte mit aller Macht etwas sein, dem er inhaltlich nicht gerecht geworden ist.

Flops

Wie immer möchte ich mich nicht groß mit Filmen aufhalten, die ich nicht mochte, zur besseren Einordnung der Top 10 will ich aber zumindest die 3 Titel nennen, die mich enttäuscht und/oder geärgert haben. Zum einen wäre da „Logan“, mit dessen Vorgänger „The Wolverine“ ich ja auch schon gehadert habe. Mit „Logan“ ist es ähnlich, auch der Film sieht wieder gut aus, gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass James Mangold kein Gefühl für das Genre im Allgemeinen und die Figur des Wolverine im Speziellen hat. Ich möchte gar nicht in Abrede stellen, dass Mangold versucht, dem Superhelden-Genre neue Impulse zu geben, sein verbissenes Möchtegern-Melodram ist aber wieder nicht mein Fall. Und das Ende ist, wie schon beim Vorgänger, Schrott. Und wo wir gerade beim Thema sind – ebenfalls sehr doof: „Alien: Conveneant“. Ich finde Ridley Scotts Versuch, dem Alien-Mythos eine neue Richtung zu geben, auf ganzer Line misslungen. „Prometheus“ und „Alien: Conveneant“ haben das, was „Alien“ damals so gut gemacht hat, platt wegphilosophiert. Schade. Und schade ist es auch, dass Christopher Nolan seine zweifellos vorhandenen Fähigkeiten nicht dazu nutzt, tolle Filme zu machen, sondern dass ihm im Gegenteil seine Fähigkeiten immer mehr im Wege zu stehen scheinen. Bei „Dunkirk“ war gut zu beobachten, wie Nolan es geschafft hat, einen dramatischen Stoff mit seinem großen Können förmlich zu ersticken. Ich habe nichts gefühlt.

Soweit zu meinem Kinojahr 2017. Und jetzt wünsche allen einen Guten Rutsch!

Über das Film-Glück gestern, heute und morgen

Posted by – 19. Dezember 2017

Für den Kino-Zeit-Adventskalender habe ich in diesem Jahr einen kleinen Text geschrieben über… – ja was eigentlich? Der Überschrift nach geht es um das Film-Glück gestern, heute und morgen. Aber eigentlich geht es vor allem um mich – und um Unglück. Michael vom Schneeland-Blog hat den Text auf Twitter sehr schön aus der Hüfte beüberschriftet mit „Über das Filmeschauen in den Zeiten von totalitären Algorithmen“, was mir sehr gut gefällt und den Inhalt, finde ich, besser auf den Punkt bringt, als der gesamte Text. Hier geht es zu meinem Adventskalender-Beitrag.

In Pursuit of Silence (Patrick Shen, Deutschland, USA, Japan, uvm. 2015)

Posted by – 2. Dezember 2017

Wenn ich mir DAS HIER so durchlese, fand ich den Film wohl nicht soo gut.

Happy Death Day (Christopher Landon, USA 2017)

Posted by – 17. November 2017

Aus eigener, ja sogar tagesaktueller Erfahrung weiß ich – Geburtstage können eine sehr schöne Sache sein. Wenn man allerdings, wie eine grantige Studentin in „Happy Death Day“ den gleichen Tag immer wieder erlebt und zu allem Überfluss noch jedes Mal wieder vom einem maskierten Killer getötet wird, ist das natürlich unschön. Denke ich zumindest. Da habe ich aber keine Erfahrungswerte. Der Film von Christopher Landon hingegen, den ich gesehen und für Kino-Zeit rezensiert habe, ist, anders als das Thema, das er behandelt, – hier weiß ich wovon ich spreche – eine ganz schöne Sache. Was sich wie eine wenig uninspirierte Version von Harold Ramis famosen „Groundhog Day“ im Horror-Genre liest, entpuppt sich als spannend-rasanter Mystery-Thriller mit viel Freude am Zitat, dem richtigen Quäntchen Humor und sympathischen moralischen Message. Hier geht’s zum Text.

Machines (Rahul Jain, Deutschland, Indien, Finnland 2016)

Posted by – 7. November 2017

Ich schaue nicht den ganz Tag Filme und schreibe heimlich tollte Texte dazu, die ich euch dann, statt sie hier zu veröffentlichen, fies vorenthalte. Bei mir passiert bewegtbildmäßig gesehen gerade wirklich nichts. Tote Hose. Bzw. fast nichts. Denn es gibt – apropos Hose – zumindest einige wenige Ausnahmen. Für Kino-Zeit.de habe ich mir neulich eine bildgewaltige Dokumentation über die Zustände in einer indischen Textilfabrik angesehen und ein paar Zeilen dazu geschrieben. Wer das lesen will… <Klick>.

The Chinese Lives of Uli Sigg (Michael Schindhelm, Schweiz 2017)

Posted by – 3. September 2017

Jetzt habe ich ganz vergessen zu berichten, dass ich neulich mal für auswärts was zu Michael Schindhelms Doku über Uli Sigg geschrieben habe. Der läuft seit Anfang August im Kino. Wahrscheinlich ist mir das entfallen, weil ich den Film nicht besonders gut fand. Auf Kino-Zeit habe ich ein paar Sätze dazu geschrieben. Hier klicken (oder auch nicht und stattdessen lieber etwas Sinnvolles tun.)

Spider-Man: Homecoming (Jon Watts, USA 2017)

Posted by – 13. Juli 2017

Trotz Filmkrise schaffe ich es alle Jubeljahre doch mal ins Kino. Für Kino-Zeit.de habe ich mir „Spider-Man: Homecoming“ angesehen – und für gut befunden. Das kam für mich ehrlich gesagt ein wenig überraschend, denn nach dem etwas unglücklichen Ausklang des an sich fantastischen Raimi-Runs und den beiden schrecklichen Nachfolgern („The Amazing Spider-Man”, nachzulesen hier und hier sowie ,„The Amazing Spider-Man 2“), hatte ich nicht damit gerechnet, dass ein so baldiger Reboot und die Integration von Spider-Man das erzählerisch doch ziemlich schlichte Marvel Cinematic Universe meinen Geschmack treffen würde. Aber doch, was Jon Watts („Clowns“) da abgeliefert hat, hat mir irgendwie gefallen. Watts schafft es, die Comic-Vorlage sowie die Vorarbeit seiner Regisseurkollegen zu ehren und gleichzeitig noch etwas Interessantes zur Figur wie auch zum aktuellen Superhelden-Kino beizusteuern. Aber ehe ich weiter schreibe – klickt doch einfach hier und lest selbst.

Expedition Happiness (Felix Starck, Selima Taibi, Deutschland 2017)

Posted by – 4. Mai 2017

Und gleich noch einer hinterher: Ein weiterer Film, den ich wieder für Kino-Zeit.de ausführlicher besprochen habe, ist „Expedition Happiness“ von Felix Starck & Selima Taibi. Auf den hatte ich ziemlich Lust, weil ich mich Glück (das eigene wie das anderer Menschen) interessiert. Nach der Fahrrad-Doku „Pedal The World“ in reisen Starck und Freundin Taibi sowie ihr Hund ihrem neuen Film nun in einem umgebauten Schulbus quer durch den Amerikanischen Kontinent. Macht das glücklich? Bestimmt nicht jeden ­– und auch die beiden Protagonisten beileibe nicht immer. Trotzdem ist es schön ihnen dabei zuzusehen, wie sie versuchen, ihres Glückes Schmied zu sein und dafür im wahrsten Sinne bereit sind, den Hammer selbst in die Hand zu nehmen. Die Expedition hätte für meinen Geschmack zwar durchaus noch etwas tiefer in die Untiefen des Glücks vordringen dürfen, aber auch so macht der Film Spaß und ist auf sympathische Weise inspirierend. Nicht dass man den beiden nacheifern müsste, ein Beispiel hat ihren Mut und Engagement nehmen, werden sich viele bestimmt schon.

P.S. Das Glück Arbeit bedeutet, habe ich übrigens am eigenen Leibe gemerkt. Der verflixte Film, der immerhin 21 GB groß ist, wollte sich anfangs partout nicht downloaden lassen. Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern, wie oft ich das in den letzten Tagen, meiner ganz persönlichen „Expedition Happiness“, versucht habe, nur um auf den letzten Metern wieder fassungslos auf die Nachricht „Download fehlgeschlagen“ zu starren. Aber irgendwann hat’s doch geklappt. Puh.

Ich. Du. Inklusion. Wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft (Thomas Binn, Deutschland 2017)

Posted by – 4. Mai 2017

Inklusion – das bedeutet, dass alle Menschen jeder geistigen und körperlichen Einschränkung zum Trotz selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Wie läuft das eigentlich mit der Inklusion in der Schule? Dieses Thema hat Thomas Binn in seiner Dokumentation „Ich. Du. Inklusion“ unter die Lupe genommen. Ich hingegen habe einen genaueren Blick auf diese Doku geworfen – und für okay befunden. Dass das wie immer mit der Schule nicht so leicht ist, hätte man sich ja denken können. Mehr über die konkreten Ursachen zu erfahren, die das Projekt Inklusion zu scheitern drohen lassen, ist dennoch interessant. Währenddessen schieben sich die Beteiligten sich gegenseitig die Schuld zu und man fragt sich – wenn nicht mal die Zuständigen, von denen wir annehmen sollten, dass keine besondere Unterstützung benötigen, zusammenarbeiten können, ist die Frage, wie wir das von hilfebedürftigen Kindern verlangen können, bei deren Unterstützung durch fähiges Personal dann auch noch geknausert wird. Auf Kino-Zeit.de habe ich noch ein paar Sätze mehr dazu geschrieben.

Verehrte Blogbesucherinnen und Besucher…

Posted by – 20. April 2017

… bereits im letzten Jahr habe ich schon mal „Filmkrise!“ gerufen. Seitdem habe ich zwar noch ab und an einen Text veröffentlicht – wirklich gelungen, regelmäßig und in einer Frequenz, die mich befriedigt, etwas zu schreiben, ist es mir leider nicht. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Woran liegt’s?

Ich könnte jetzt natürlich die geliebte Familie, den neuen Job, eine recht arbeitsintensive Fortbildung, meinen Versuch, regelmäßig zu Laufen und ein paar längere Krankheitsphasen anführen. Aber letztlich verantwortlich – bin natürlich ich. Irgendwie gelingt es mir gerade nicht, alles unter einen Hut zu bekommen. Und ohne, dass ich die bewusste Entscheidung getroffen habe, ist das Filmeschauen sowie das Schreiben über Filme still und heimlich hinten runter gefallen. Trotzdem möchte ich jetzt nicht sagen: Das war’s jetzt. Im Gegenteil! Mein Wunsch ist es, dieser Leidenschaft wieder mehr Platz in meinem Leben einzuräumen, und ich bin auf der Suche nach Wegen, wie das gehen kann. Ob ich hier von Wochen oder Monaten spreche, kann ich gerade selbst noch nicht sagen. Aber ich bin zuversichtlich, dass mir da schon irgendwann etwas einfällt.

Wem es beim großen Angebot von Texten im Netz nicht besonders wichtig ist, ob gerade in diesem Blog neue Beiträge erscheinen – der hat es gut. Allen anderen empfehle ich, vielleicht noch einmal bei den älteren Beiträgen hier vorbeizuschauen. Das machen ich selbst gelegentlich. Und freue mich.