Battle Royale (Kinji Fukasaku, Japan 2000)

Posted by – 18. August 2012

Vor einiger Zeit habe ich ja schon mitgeteilt, dass ich „The Hunger Games“ außergewöhnlich gut fand.  Da liegt es natürlich nahe, sich auch mal die ganzen Vorlagen anzusehen, die Suzanne Collins zu ihrer Geschichte inspiriert haben. Station eins auf meiner Reise ins Genre „Todesspiele“ machte „Battle Royale“.

Japan in der Zukunft. Jedes Jahr werden Schulklassen von Mittelschülern ausgewählt, um in einem staatlich sanktionierten Todesspiel gegeneinander antreten. Die Regeln sind einfach: Es gibt keine. Gewonnen hat der Schüler, der es schafft, bis zum Schluss zu überleben.

Die Prämisse des Films, der auf einem Roman von Kōshun Takami beruht, ist unglaublich radikal.  Besonders am Anfang schafft es Regisseur Kinji Fukasaku, den Irrsinn dieser Spiele absolut kompromisslos in Szene zu setzen: Bei einem Ausflug wird die Klasse 3-B der Shiroiwa-Mittelschule kurzerhand betäubt und entführt. Kurz darauf finden sich die Schüler in einem Klassenzimmer wieder. Dort erläutert ihnen ihr ehemaliger Lehrer Kitano (Takeshi Kitano) kurz die „Regeln“ des Spiels (bringt dabei schnell mal selbst zwei Schüler um), bevor er die übrigen Kinder nach draußen schickt.

So stark wie der Anfang  ist der restliche Film, der immerhin fast zwei Stunden dauert, leider nicht. Schüler, die sich gegenseitig niedermetzeln oder sich selbst umbringen, das reicht doch nicht für einen Film, scheinen sich Kinji Fukasaku und sein Sohn Kenta, der das Drehbuch geschrieben hat, gedacht zu haben. Die Folge ist, dass „Battle Royale“ nicht nur ein Schlachtfest, sondern gleichzeitig eine absurde Soap ist, bei dem der Zuschauer viel über verflossene Liebe, Neid, Eifersucht und persönliche Schicksale der Schüler erfährt. Das hätte vielleicht interessant sein können, ist es aber nicht. Dazu ist die Storys zu platt, sind die Schüler einfach zu zahlreich und die Fähigkeiten ihrer Darsteller definitiv zu limitiert. Am interessantesten ist da noch Lehrer Kitano, von dem man bereits durch eine Rückblende weiß, dass er schon mal von einem Schüler niedergestochen wurde. Doch die genauen Hintergründe und seine Entwicklung, die ihn zu der zynischen und mitleidslosen Person gemacht haben, die wir im Film vor uns sehen, bleibt uns Fukasaku leider schuldig.

Als zynisches Pamphlet über eine menschenverachtende Gesellschaft hat „Battle Royale“ durchaus seine Stärken – als echtes Drama funktioniert der Film allerdings nicht. Er ist das auf seine reißerische Grundidee zusammengeschrumpfte Gegenstück zum elaborierten „The Hunger Games“.

Bild © Arrow Video
 

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