Berlinale 2013 – Tag 9

Posted by – 15. Februar 2013

IMG_7655Nobody’s Daughter Haewon (Hong Sangsoo, Republik Korea 2013)

Tag 9, die letzten Wettbewerbsfilme laufen. Den Anfang vom Ende macht der wunderbar leichtfüßige „Nobody’s Daughter Haewon“, mit dem ich meinen ersten „Hong Sangsoo“-Film sehe. Er handelt von einer Studentin (Jung Eunchae), die eine Affäre mit einem ihrer Professoren hat. Haewon ist sich nicht sicher, ob sie die Beziehung fortsetzen soll. An „Nobody’s Daughter Haewon“ fasziniert die verträumte Erzählweise, die gekonnt an der Grenze zur Belanglosigkeit entlangspaziert, diese aber niemals überschreitet. Apropos verträumt: Nach dem Film stellt sich tatsächlich die Frage, was von dem Gesehenen echt ist und was nur Fantasie war. Vielleicht ist das aber gar nicht wichtig. (Note to myself: Mehr Filme von Hong Sangsoo schauen.)

The Croods (Kirk DeMicco, Chris Sanders, USA 2013)

Ich mag keine Filme, bei dem der Zuschauer darüber lachen soll, wenn irgendwelche Säbelzahneichhörnchen vergeblich einer Nuss nachsteigen und permanent auf die Fresse fliegen. Auch „The Croods“, der in der sinnigen Kategorie Wettbewerb außer Konkurrenz lief, hat so Momente, in denen aus Missgeschicken komödiantisches Kapital geschlagen wird. Doch alles in allem ist der – großartig aussehende – Animationsfilm von  Kirk DeMicco und Chris Sanders so warmherzig und dermaßen in seine Figuren verliebt, dass ich ihm ein paar Stolperer gerne verzeihe. Vielleicht auch, weil der ganze Film so tempo- und actionreich und mit fantasievollen Ideen vollgestopft ist, dass es einen einfach mitreißt. Ich habe mich stellenweise gefreut wie ein kleines Kind, ich habe gelacht und zum Schluss ist auch mal die eine oder andere Träne geflossen. Einen Hauch Fortschrittskritik hätte „The Croods“ meiner Meinung nach noch enthalten dürfen. Aber auch hier drücke ich gerne ein Auge zu, weil der Film ansonsten so gut zu mir war.

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