Category: Nichtfilm

Expedition Happiness (Felix Starck, Selima Taibi, Deutschland 2017)

Posted by – 4. Mai 2017

Und gleich noch einer hinterher: Ein weiterer Film, den ich wieder für Kino-Zeit.de ausführlicher besprochen habe, ist „Expedition Happiness“ von Felix Starck & Selima Taibi. Auf den hatte ich ziemlich Lust, weil ich mich Glück (das eigene wie das anderer Menschen) interessiert. Nach der Fahrrad-Doku „Pedal The World“ in reisen Starck und Freundin Taibi sowie ihr Hund ihrem neuen Film nun in einem umgebauten Schulbus quer durch den Amerikanischen Kontinent. Macht das glücklich? Bestimmt nicht jeden ­– und auch die beiden Protagonisten beileibe nicht immer. Trotzdem ist es schön ihnen dabei zuzusehen, wie sie versuchen, ihres Glückes Schmied zu sein und dafür im wahrsten Sinne bereit sind, den Hammer selbst in die Hand zu nehmen. Die Expedition hätte für meinen Geschmack zwar durchaus noch etwas tiefer in die Untiefen des Glücks vordringen dürfen, aber auch so macht der Film Spaß und ist auf sympathische Weise inspirierend. Nicht dass man den beiden nacheifern müsste, ein Beispiel hat ihren Mut und Engagement nehmen, werden sich viele bestimmt schon.

P.S. Das Glück Arbeit bedeutet, habe ich übrigens am eigenen Leibe gemerkt. Der verflixte Film, der immerhin 21 GB groß ist, wollte sich anfangs partout nicht downloaden lassen. Ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern, wie oft ich das in den letzten Tagen, meiner ganz persönlichen „Expedition Happiness“, versucht habe, nur um auf den letzten Metern wieder fassungslos auf die Nachricht „Download fehlgeschlagen“ zu starren. Aber irgendwann hat’s doch geklappt. Puh.

Verehrte Blogbesucherinnen und Besucher…

Posted by – 20. April 2017

… bereits im letzten Jahr habe ich schon mal „Filmkrise!“ gerufen. Seitdem habe ich zwar noch ab und an einen Text veröffentlicht – wirklich gelungen, regelmäßig und in einer Frequenz, die mich befriedigt, etwas zu schreiben, ist es mir leider nicht. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Woran liegt’s?

Ich könnte jetzt natürlich die geliebte Familie, den neuen Job, eine recht arbeitsintensive Fortbildung, meinen Versuch, regelmäßig zu Laufen und ein paar längere Krankheitsphasen anführen. Aber letztlich verantwortlich – bin natürlich ich. Irgendwie gelingt es mir gerade nicht, alles unter einen Hut zu bekommen. Und ohne, dass ich die bewusste Entscheidung getroffen habe, ist das Filmeschauen sowie das Schreiben über Filme still und heimlich hinten runter gefallen. Trotzdem möchte ich jetzt nicht sagen: Das war’s jetzt. Im Gegenteil! Mein Wunsch ist es, dieser Leidenschaft wieder mehr Platz in meinem Leben einzuräumen, und ich bin auf der Suche nach Wegen, wie das gehen kann. Ob ich hier von Wochen oder Monaten spreche, kann ich gerade selbst noch nicht sagen. Aber ich bin zuversichtlich, dass mir da schon irgendwann etwas einfällt.

Wem es beim großen Angebot von Texten im Netz nicht besonders wichtig ist, ob gerade in diesem Blog neue Beiträge erscheinen – der hat es gut. Allen anderen empfehle ich, vielleicht noch einmal bei den älteren Beiträgen hier vorbeizuschauen. Das machen ich selbst gelegentlich. Und freue mich.

Filmkrise, kurze Pause

Posted by – 22. August 2016

Es wird eng! (13)

Posted by – 7. März 2016

Ich habe mal wieder ein paar Filme zu verschenken. Zwar will ja heutzutage kaum noch jemand DVDs und Blu-Ray haben, aber diesmal, denke ich, ist die Auswahl besonders attraktiv, so dass sich vielleicht doch noch ein paar Menschen finden, welche sich bereit erklären, den ein oder anderen Film auszunehmen und ihm ein neues zu Hause zu werden. Auch sonst alles wie immer: Ihr könnt euch bis zu drei Exemplare aussuchen, dazu einfach einen heißblütiges Plädoyer hier in den Blog schreiben. Wünschen sich mehrere das gleiche, entscheidet der für mich überzeugendere Kommentar.

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P.S. The Psychic (OT: Sette note in nero) ist RC 1.

Liebster Blog-Award oder: Es ist schon wieder passiert

Posted by – 22. September 2015

Es ist schon wieder passiert. Jemand mag dieses Blog und hat es für den „Liebster Blog-Award“ nominiert. Wenn einem das passiert muss man Fragen beantworten, die sich der Nominierende für einen ausgedacht hat. Und danach – geht’s von vorne los, in dem man ein Blog mag und dessen Besitzerin oder Besitzer mit Fragen beschenkt. Usw. Also vielen Dank an Jan von Paranoyer, ich werde mir alle Mühe geben und die Fragen beantworten. Und los.

Aliens begegnen uns ja ständig in allen möglichen Medien. Doch wie sieht es für dich in der Realität aus? Glaubst du an die Existenz von außerirdischem Leben irgendwo im All oder hältst du die Erde für einen (für uns) glücklichen Zufall?

Da die Möglichkeit von Leben im Universum durch uns Erdbewohner schon zweifelsfrei belegt ist, spricht nach meinem Dafürhalten nichts gegen außerirdisches Leben oder: Was einmal geht, geht auch zweimal.

Empfindest du TV-Serien wirklich, wie immer mal wieder postuliert wird, als „Medium der Zukunft“, das dem Kino den Rang ablaufen wird (oder es schon getan hat)? Oder ist das alles zu sehr gehypt?

Es ist schwer, etwas Gescheites über die Zukunft zu sagen. Ich bekomme jedenfalls mal wieder gar nichts mit und wusste deswegen auch nicht, dass das postuliert wird. Ich schaue lieber Filme als Serien. Und wenn ich mal einen Film auf der großen Leinwand sehe, finde ich das meist besonders schön. Andererseits: Serien sind ja auch nur lange, schlecht erzählte Filme. Und Filme letzten Endes auch nur Serien – wenn die Zeitkurve lang genug ist. In der Zukunft, soviel kann man mit Sicherheit sagen, ist alles eins.

Ganz ehrlich: Verfolgst du manche Blogs nur, damit du über die dort veröffentlichten Meinungen den Kopf schütteln kannst?

Nein.

Manche Leute lehnen schwarz/weiß-Filme kategorisch ab. Findest du diese Haltung albern oder kannst du sie, zumindest auf irgendeiner Ebene, nachvollziehen?

Je älter ich werde, desto mehr bekomme ich mit, was alles so gemeint und gefunden wird auf dieser seltsamen Welt. Da ist echt allerhand abstruses Zeug dabei. Aber hallo! Insofern finde ich die Haltung, schwarz/weiß-Filme kategorisch abzulehnen, jetzt nicht mal besonders albern.

„Mann benutzt lebenden Igel als Fußball.“ Wie sehr regen dich solche Meldungen auf bzw. lassen sie dich an dem Zustand der Menschheit verzweifeln (alternativ kann auch jede andere Meldung eingesetzt/gedacht werden)?

Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mit „solche Meldungen“ meinst. Wenn du Meldungen meinst, die keinen anderen Zweck haben, als mit dem Leid von Mensch und Tier zu unterhalten und daraus Kapital zu schlagen – finde ich scheiße.

Was sind deine Strategien, um nach einem stressigen Tag wieder einen Ausgleich zu finden?

Unterschiedlich. Wenn die Arbeit stressig war, hilft mir oft schon der Rückweg mit dem Fahrrad, um mich zu entspannen. Sport generell gut. Spaziergänge. Tee. Ich kann mich auch beim Kochen gut entspannen. Manchmal auch bei Gesprächen. Heißes Bad. Wenn es der nächste Tag zulässt, bleibe gerne lange auf und schaue mehrere Filme am Stück. Schreiben. Und wenn die Freizeit mal stressig ist, hilft oft Arbeiten.

Auf welches Medium/Kunstform könntest du persönlich am ehesten verzichten (ohne es selbstredend ganz abschaffen zu wollen, da ja jeder sein Faible haben darf)? Bücher, TV, Radio, Videospiele oder etwas ganz anderes?

Ich kann auf Filme und Bücher nur schwer verzichten, beim Rest fällt es mir leichter.

Blogger, besonders die Film- und/oder Buchaffinen, berichten ja immer wieder von Platzproblemen. Kennst du das oder hast du deine Sammelwut im Griff bzw. einen Weg gefunden, alles unterzubringen?

Ich habe Platzprobleme, aber nicht wegen Büchern oder Filmen (auch wenn ich davon auch so einige hab), sondern wegen Kram – seltsamen Dinge, von denen man nicht genau weiß, wo sie eigentlich herkommen und was man damit anfangen soll, die sich aber irgendwie im Haus verbreiten, festsetzen und auch wieder loszuwerden sind. Schwierige Kiste, dieser Kram.

Wo wir gerade bei Sammelwut sind: hast du als Kind Zeitschriften gesammelt? Wenn ja, welche und vor allem: tust du es heute noch?

Ich habe als Kind die Rock Hard und Metal Hammer gelesen sowie so eine komische Videozeitung, deren Name mir gerade nicht einfällt. Heute bewahre ich nur noch die Zeitschriften auf, zu denen ich etwas beigesteuert habe.

Twitter interessiert es, den Deutschen im Klischee sowieso, andere nehmen es einfach hin: das Wetter. Welche Jahreszeit entspricht deiner Vorstellung von einem „super Wetter“ am ehesten und warum?

Ich mag Wetter mit Charakter, profilierte Jahreszeiten, unglaublich heiße Sommer, eisige Winter mit viel Schnee, einen bunten Herbst und lieblichen hormonschwangeren Frühling.

 

Die Regeln, wenn du nominiert wurdest und mitmachst:

  • Danke dem Blogger, der Dich nominiert hat. ✓
  • Verlinke den Blogger, der Dich nominiert hat. ✓
  • Füge eines der Liebster-Blog-Award Buttons in Deinen Post ein.
  • Beantworte die Dir gestellten Fragen. ✓
  • Erstelle 10 neue Fragen für die Blogger, die Du nominierst.
  • Nominiere Blogs, die weniger als 300 Follower haben.
  • Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass Du sie nominiert hast.

Es wird eng (12)

Posted by – 20. Juli 2015

Streng genommen ist diesmal nicht fehlender Platz der Grund für diesen Post (ich habe ein neues Regal und daher mehr Platz für Filme), aber aus alter Gewohnheit belasse ich es mal bei dem bekannten Titel. Und auch sonst bleibt alles beim Alten: Ich möchte DVDs loswerden, ihr könnt sie haben. Dazu schreibt ihr mir einfach in einem Kommentar, warum die gewünschten Filme (bis zu drei) bei euch besonders gut aufgehoben wären. Wenn sich mehrere Menschen den gleichen Film wünschen, entscheidet der überzeugendere Kommentar.

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P.S. Bei DVDs handelt es sich um eine aussterbende Spezies, und dies ist wahrscheinlich die letzte oder vorletzte derartige Aktion. Das mag für den einen oder anderen Grund sein, hier noch einmal zuzuschlagen. Denn wer weiß – in ein paar hundert Jahren sind die Dinger vielleicht richtig was wert.

Es wird eng (11)

Posted by – 3. März 2015

Aus akutem Platzmangel muss ich mich wieder von einigen Filmen trennen. Wer etwas davon geschenkt haben möchte, schreibt hier einfach einen Kommentar und begründet kurz, warum die (bis zu drei) gewünschten Filme bei ihr oder ihm gut aufgehoben wären.

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„Liebster Award“ oder: Jemand mag mich

Posted by – 4. Januar 2015

Ich bin so schlecht in so etwas. Ich will gar nicht wissen, wie viele Stöckchen ich schon im Keller habe. Aber ich wurde ich von Sophie alias der Filmlöwin für den „Liebster Blogger“-Award nominiert und das ist natürlich etwas ganz Besonderes (sie ist die erste Filmlöwin!). Wenn ich das richtig verstehe, muss ich die 11 Fragen, die sie mir gestellt hat beantworten und darf mir dann selber Fragen ausdenken und meine Lieblings-Blogger nominieren, die dann usw. Zumindest den ersten Teil der Aufgabe will ich versuchen, zu erfüllen, also:

Angenommen Dein Leben würde verfilmt werden. Wie würde der Film heißen und wer sollte die Hauptrolle spielen?

„Er wartete bis nichts geschah“ heißt die prickelnd-erotische Komödie, die mein Leben zum Thema hat. In der Hauptrolle Albert Camus, Heinz Rühmann oder – wenn der Star noch lebendig sein soll – Oliver Korittke. Aber: Mein Leben soll bitte bitte nicht verfilmt werden.

Das Internet – Segen oder Fluch? Und warum?

Segen. Zumindest für mich. Weil Langeweile quasi Geschichte. Leider komm ich zu nix mehr seitdem. Also Fluch. Ganz klar.

Worüber würdest Du gerne einmal ein Buch schreiben?

Da fallen mir sehr viele Themen ein. Mein erster Roman wird eine Mischung aus einer unlustigen Version von „Herr Lehmann“ und einer nicht-jugendfreien von „Twilight“.

Was war der erste (fiktionale) Text, den Du jemals ohne Aufforderung von Lehrern oder Eltern, also aus purer Lust an der Freude geschrieben hast?

Einer meiner ältesten Texte heißt „Sommernacht am Meer“ und handelt von einem Mann, der nach Jahren wieder in sein Heimatdorf an der Nordsee kommt – dort aber keine Menschenseele vorfindet. Er sucht und sucht und am Abend kommt er dann schließlich ans Meer – wo alle Dorfbewohner schon auf ihn warten! Der Text ist nicht autobiografisch, obwohl ich auch von der Nordsee komme.

Welches Lied oder Musikstück kannst Du Dir immer und immer wieder anhören und es bleibt trotzdem so berauschend wie beim ersten Mal?

Nichts ist wie beim ersten Mal. Wobei ich das erste Mal jetzt gar nicht überbewerten will – im Gegenteil. Eigentlich sind mir die folgenden Male immer schon lieber gewesen, so als würden meine Sinneszellen mit jedem Mal mehr werden und sich mein Sensorium immer besser justieren. Wie war nochmal die Frage? Musikstück, das ich immer wieder hören kann? Michael Nyman „Memorial“.

Wenn Du in die Vergangenheit reisen könntest, welche Zeit würdest Du wählen und warum?

Ich google gerade schon die ganze Zeit, in welcher Epoche wohl die besten Partys gefeiert wurden. Bin aber anscheinend zu doof, das herauszufinden. Deswegen vielleicht lieber nach London des Jahres 1888. Wohlmöglich schnapp ich ja Jack the Ripper. Oder ins Mesozoikum, Dinosaurier gucken. Aber eigentlich würde ich eh lieber in die Zukunft reisen. Und deswegen mache ich das ja auch.

Du darfst den Friedensnobelpreis verleihen. Wer bekommt ihn?

Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss. Ich habe absolut keine Ahnung, wer den verdient hat.

Welche Erfindung fehlt dieser Welt? Was brauchen wir unbedingt?

Oh, sehr viele. Erfindungen, die das Leben verlängern, das Leid der Welt lindern, etc. Ein paar Anregungen für die sehr ferne Zukunft finden sich in Greg Egans Roman „Diaspora“. Für’s erste täten es aber sich selbst kühlende Koppfkissen.

Wenn Du genau ein weltweites Gesetz erlassen dürftest, welches wäre das?

Ich würde Hupen verbieten.

Welche Begabung, die Du nicht besitzt, hättest Du gerne und warum? Superkräfte zählen nicht!

Ich wäre gerne besser darin, mich zu Dingen zu zwingen, ich gerne will. (Das hört sich verkorkst an. Und das ist es auch.)

Welche Internetseite bzw. welches Blog sollte Pflichtlektüre in deutschen Schulen sein und warum?

Bücher, die jeder gelesen und Filme, die jeder gesehen haben muss, gehören genauso wenig zu meiner Vorstellung von guter Schule wie Pflichtblogs. Gleichwohl glaube ich, dass man soviel Kultur aufnehmen und verarbeiten sollte wie geht, um dann, optimalerweise gemeinsam mit anderen, „etwas daraus zu machen“.

Final Words (Manuel Antônio de Macedo, Brasilien 1993)

Posted by – 7. Dezember 2014

Madox FinalDie Apokalypse ist schriftgewordene Ekstase – Honoré de Balzac

Ich hatte neulich den Auftrag, einen Text über die Apokalypse bzw. apokalyptische Filme zu schreiben. (Anfangs hieß das Thema noch „Endzeit“, wozu mit wesentlich mehr eingefallen wäre.) Gar nicht so leicht, denn so viele Filme, ist mir nach einigem Nachdenken aufgegangen, die sich wirklich mit dem Untergangs beschäftigen und Bilder dafür finden, gibt es gar nicht. Entweder die Apokalypse wird gerade noch verhindert, oder sie wird im Vorspann des Films kurz abgehandelt. Zum Glück ist mir ein Film wieder eingefallen, den ich im Rahmen eines Brasilien-Specials mal auf einem Regionalsender gesehen habe. Meine Erinnerung ist zugegebener Maßen etwas nebulös und ich bitte vage und ungenauere Aussagen zu entschuldigen.

„Final Words“ (OT: O último relatório) von Manuel Antônio de Macedo, hierzulande auch bekannt unter dem korrekt übersetzten, aber doch irgendwie weniger schönen Titel „Der letzte Bericht“, ist in meiner Erinnerung das Manifest der Apokalypse schlechthin. Hier geht die Welt unter, aber so richtig! In ihm bekommt der arbeitslose Journalist Madox (Wilson Carrero) den Auftrag, den Tag des jüngsten Gerichts zu protokollieren. Ob von Gott oder dem Teufel beauftragt und warum gerade er, das weiß er selber nicht so genau. Auf jeden Fall steht eines Morgens ein offensichtlich nicht-menschliches Geschöpf vor seiner Apartmenttür in São Paulo und weiht den ungläubigen Reporter in seine neue Aufgabe ein. Widerspruch ausgeschlossen und schwupps geht auch schon die Welt unter.

So schön und detailverliebt wie in de Macedos TV-Film hat man das allerdings noch nie erlebt, da öffnen sich die Himmelspforten, schwarz wird zu weiß, oben zu unten; der Boden reißt auf, ihm entströmen die Himmels- und Höllenscharen, welche die Menschen ihrer Bestimmung zuführen, frei nach dem Motto „Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“. Und der gute (faule?) Madox ist gezwungen, über alles haarklein zu berichten. Ein Haufen Arbeit, was die über sechsstündige Laufzeit des Films durchaus rechtfertigt. Viel passiert auf der reinen Handlungsebene nicht, Langeweile kommt in diesem apokalyptischen Doku-Thriller, der die bürokratische Seite des Weltuntergangs zeigt, zumindest für den Zuschauer, trotzdem nicht auf. Während die Szenen im Pugatorium nichts für schwache Nerven sind, entbehren die Interviews mit den vor der Himmelspforte Wartenden allerdings nicht einer gewissen Komik, ach was, sie sind zum Schreien! Wenn der Teufel ein Eichhörnchen ist, sind die himmlischen Heerscharen Schafe im Wolfsfell. Freud und Leid liegen auch am Ende unserer Tage und in diesem letzten Bericht nicht allzu viele Seiten auseinander.

„Schönschmerz“ und „Gutweh“ sind wohl die Begriffe, der das Gefühl, das der Film auslöst, am ehesten beschreiben. „Final Words“ ist ein Film über das Ende. Doch gibt es kaum eine zweite Geschichte, die so stark den Wunsch auslöst, zu wissen, wie es weitergeht. Insofern bewahrheitet sich mal wieder, dass jedem Ende auch ein Anfang innewohnt. De Macedos tragikomisches Stück TV lässt den Zuschauer nicht allein, sondern vermittelt – gerade ob der Endgültigkeit seiner Geschichte – paradoxerweise Hoffnung. Und vielleicht ist das die Erkenntnis, die ich aus meinem Streifzug durch die Filmwelt der Apokalypse mitgenommen habe und die dieser Film mir noch einmal in besonderer Weise ins Gedächtnis zurückgerufen hat, dass es nämlich nie um das Ereignis als solches geht, sondern um das Gefühl. Der Weltuntergang am frühen Morgen kann einem dem Sprichwort nach ja den ganzen Tag versauen. Wenn die Welt allerdings so schön wie hier untergeht, zehrt man da Jahre von.

Bild © Mil Imagens
 

Es wird eng (10)

Posted by – 15. November 2014

Wiedermal wird aussortiert. Falls Du einem, zwei oder sogar drei dieser Filmen ein neues Zuhause bieten willst, bitte ich um eine kurze Antwort unter diesen Post. (Wünschen sich mehrere Leute den gleichen Film, entscheidet der schönere Kommentar!)

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