Chocolate (Prachya Pinkaew, Thailand 2008)

Posted by – 8. März 2014

chocolate#MARCHialArts 2

Heute ist Weltfrauentag. Aus diesem Grund, und weil ich es langweilig finde, dass sich im Bereich Martial Arts meist nur Männer die Fresse einschlagen, möchte ich in den kommenden Tagen ein paar Filme mit starken Heroinnen unter die Lupe nehmen. Den Anfang macht „Chocolate“ von Prachya Pinkaew.

Der Film handelt von der jungen Zen (Yanin Vismistananda), die Autistin ist – aber ein Ass in Sachen Kung Fu. Um Geld für ihre krebskranke Mutter zu besorgen, versucht sie sich anfangs mit kleinen Straßen-Shows etwas dazuzuverdienen. Das klappt mehr schlecht als recht, so dass sie schließlich dazu übergeht, das Geld von Gangstern einzutreiben, die ihrer Mutter noch etwas schuldig sind.

Ich mochte Prachya Pinkaews „Ong Bak“, auch wenn sich der thailändische Filmemacher dort weder als begnadeter Erzähler noch als besonders einfallsreicher Regisseur präsentiert hat. Doch die Kampfszenen waren anders als ich es aus chinesischen oder amerikanischen Produktionen gewöhnt war – direkter, körperlicher, kunstvoll aber nicht gekünstelt. Mit „Chocolate“ befindet sich Pinkaew immer noch auf dem eingeschlagenen Weg – weitergekommen ist er allerdings nicht. Man könnte jetzt noch alle möglichen Details der Story aufzählen, beispielsweise die Hintergründe von Zens Mutter Zin (Ammara Siripong), Zens Freundschaft zu Mangmoon (Taphon Phopwandee) usw., aber ehrlich gesagt, mich hat an „Chocolate“ alles, was nicht Kampf war, nicht überzeugen können. Eine packende Geschichte, mag sie auch noch so einfach sein, ist für jedes Genre – auch für Martial Arts! – essentiell. Und die funktioniert hier einfach nicht – sogar weniger noch als in „Ong Bak“. Das liegt sowohl an der umständlichen Erzählung, die ungeschickt beginnt, seltsame Momente highlightet, kein überzeugendes Ende bietet, aber auch an Pinkaews Unfähigkeit, Emotionen im Zuschauer zu wecken. Dabei hätte ihm gerade das mithilfe seiner charismatischen Heldin eigentlich gelingen müssen.

Selbst der Martial-Art-Parts des Films hat mich nicht gleich angesprochen. Am Anfang waren die Kämpfe etwas zu seicht und ich frage mich, warum Zens Gegner nach einem Stups schon zu Boden gehen und dort auch gleich bleiben. Dieser Aspekt hat sich im Verlauf des Films zum Glück gebessert, z.B. das Scharmützel in der Schlachterei kann sich sehen lassen und im Showdown, einem sensationellen Kampf zwischen Hochbahn und Hotelwand, zieht sich der Film dann noch am eigenen Schopf aus dem Sumpf der Mittelmäßigkeit. So bin ich schließlich doch irgendwie auf meine Kosten gekommen. Ein gewisses Maß an Enttäuschung kann ich hinsichtlich meiner Erwartungen an den Regisseur und die Prämisse des Films aber dennoch nicht abstreiten.

Fazit: Zwiespältig.

Bild © 3L 
 

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