Friday the 13th Part 3 (Steve Miner, USA 1982)

Posted by – 14. September 2014

BÄMM, und plötzlich ist er da, Jason, der Killer mit der Eishockey-Maske. Ruhig steht er auf dem Bootssteg, hebt die Harpune, visiert die Frau an, die ein paar Meter vor ihm im Wasser steht – und drückt ab. Aber der Reihe nach.

„Friday the 13th Part 3“ beginnt, wie der Teil zuvor mit einem Rückblick, dann geht’s los mit dem Vorspann, Nebel, Disco-Mucke und billigen 3-D-Effekten. Die Reihe ist endgültig in den 1980er Jahren angekommen. Der Anfang des Films und damit der dritten Episode in Sachen #horrorctober 2014 ist auch gleich schon nach meinem Geschmack: Jason tötet einen Ladenbesitzer und seine Frau. Diese Sequenz ist mit viel Liebe inszeniert, die Figuren haben Charaker, es gibt bunte Vorhänge und ein süßes Karnickel. Was will man mehr? Nach dem schönen Auftakt macht sich dann aber erst einmal Langeweile breit. Die Jugendlichen Chris (Dana Kimmell), Andy (Jeffrey Rogers), Vera (Catherine Parks), Debbie (Tracie Savage) und Shelly (Larry Zerner) wollen ein Wochenende am Crystal Lake verbringen. Was ich bei den Vorgänger-Filmen noch als positiv wahrgenommen habe – das sinnlose, aber auch naiv-charmante Rumgeplänkel zwischen den Figuren – hat mich im dritten Teil nicht besonders interessiert. Ausnahme ist das Aufeinandertreffen von Clown Shelly und Vera mit den Motorradrockern Fox (Gloria Charles), Loco (Kevin O’Brien) und Ali (Nick Savage) im nahegelegenen Supermarkt, was in der hinreißend doofen Szene mündet, dass die drei Rocker aus Rache für ihre umgefahrenen Motorräder den Jungs und Mädels am Crystal Lake das Benzin klauen wollen und dabei Jason in die Arme laufen.

Die „Qualität der Morde“ (ohje, wie das klingt) schwankt von uninteressant bis äußerst gelungen. Mich stören die kurzen, unspektakulären Todesfälle nicht weiter, für mich gehören diese sogar zu Reihe dazu. Nichtsdestotrotz ist mein Lieblingsmord (BÄMM) – der erste, bei dem Jason seine Maske trägt – meines Erachtens nicht nur der beste des Films, sondern einer der interessantesten der bisherigen Reihe. In diesem kurzen Moment, in dem sich Jason und Vera taxieren, er auf besagtem Bootssteg, sie im Wasser, scheint die Zeit stehen zu bleiben – ein absoluter Höhepunkt des 1982 noch jungen Franchise. Ebenfalls gefallen hat mir die Szene, in der Chris nach Rick sucht. „Rick, help me“ ruft sie, denn sie weiß noch nicht, dass auf Männer in diesem Genre – den Killer mal ausgenommen – kein Verlass ist. Doch Rick kann nicht antworten, ihm wird von Jason hinterm Haus der Mund zugehalten. Jason ist im Übrigen nicht mehr der gleiche. Er ist selbstbewusster, energischer geworden. Schien er sich im Teil zuvor noch für seine verstorbene Mutter zu rächen, kommt er mir in Teil drei eher vor wie jemand der kurz davor ist zu rufen: „Get off my lawn“. Doch er ist kein Sadist. Er ist ein effizienter Totmacher, keiner der seinen Opfern ein langes Leiden beschert. Im zweiten Sequel ist er noch jemand, der durchaus mal etwas ungestüm und vor allem fehlbar ist. In meiner sehr nebulösen Erinnerung an die folgenden Teile wird sich das ändern.

Was gibt es sonst noch zu sagen? Mit Nacktheit ist „Friday the 13th Part 3“ zurückhaltender als die Vorgänger, dafür ist sowohl der Gewalt- als auch der Humorpegel höher. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird mich das vermutlich bald stören. Hier fand ich das Verhältnis gerade noch okay, so dass ich Teil drei lange nicht so stark wie den ersten, aber doch einen Tacken besser als den zweiten finde. Den Film am Stück zu sehen, war neben dem Weg eine komische Erfahrung. Ich kannte zwar etliche der Morde schon, wahrscheinlich von dieser bereits mehrmals erwähnten VHS-Kasette, die einen Zusammenschnitt der besten Mordszenen enthielt, aber den kompletten Film noch nicht. Diese Jahrzehnte alten Lücken sind nun endlich gefüllt.

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