Friday the 13th: The Final Chapter (Joseph Zito, USA 19984)

Posted by – 17. September 2014

#horrorctober 4

Nach drei Teilen „Friday the 13th“ stellen sich erste Ermüdungserscheinungen ein und ich bin froh, dass Nummer vier, „The Final Chapter“, für mich schon das Ende meines Wiedersehens mit Jason im Rahmen des #horrorctober einläutet. Das finale Kapitel hat alles was die Reihe ausmacht und ist damit Höhe- und (vorläufiger) Tiefpunkt gleichermaßen.

Der Film von Joseph Zito, der für Filme wie „Missing In Action“ und „Red Scorpion“ bekannt ist, beginnt mit einer schönen, kleinen Plansequenz, die Kamera zeigt uns den Tatort des letzten Teils, überall Polizisten, Sanitäter, dann blicken wir in die Scheune, in der Jason mit einer Axt niedergestreckt wurde. Die Axt wird eingepackt, Jason zugedeckt, „Friday the 13th: The Final Chapter“ beginnt. Der vermeintlich tote Jason (Ted White) wird ins Krankenhaus gebracht (und ich frage mich, wie oft ich das schon gesehen habe, dass der Killer dann gleich im Krankenwagen oder später im Hospital zum Leben erwacht, das Personal platt macht und entkommt?), wo er bald darauf aufersteht, zwei Ärzte niedermetzelt und sich wieder auf den Weg zum Crystal Lake macht. Nach diesem ordentlich Auftakt beginnt das Business as usual – ein paar junge Leute in einer Ferienwohnung am Crystal Lake und Jason, der das gar nicht gut findet –, und bei mir hat sich ein sehr ähnliches Gefühl eingestellt wie im Teil zuvor: Langeweile. Dabei waren es doch vor allem beim ersten und mit Abstrichen auch noch zweiten Teil gerade das zwischenmenschliche Geplänkel, das mir besonders gut gefallen hat. Zwar hat die Reihe auch in Teil vier ihr Gespür für kauzige Figuren nicht völlig verloren, und es lässt sich eine Art von tiefgreifender Verzweiflung, die noch über ihre offensichtliche, sexuelle Frustration hinausreicht, bei den Protagonisten feststellen. Junge Menschen, die am Anfang ihres Lebens stehen, vielleicht gerade noch ebenso ein bisschen Liebe machen und einen Joint durchziehen durften und dann – nichts. Ist es vorbei, ohne Sinn. Aber dieses Gefühl der Sinnlosigkeit, des Verlorenseins, das ich irgendwie mit der „Friday“-Reihe verbinde, hat in diesem Fall gereicht, um mich über den recht zähen Mittelteil des Films hinwegzutrösten. Schön immerhin noch: Corey Feldman als der junge Tommy Jarvis, der mit seiner Mutter am See wohnt und dem im Verlauf eine entscheidende Bedeutung zukommt. Süß wie er fast vor Freude ausflippt, als der die nackte Nachbarin am Fenster sieht. Doch dann kommt seine Mutter ins Zimmer, er stellt sich schlafend, sie schließt die Fensterläden, gibt ihm einen Kuss und verlässt das Zimmer.

Ansonsten gab es noch ein paar schöne Szenen von hellen Nächten (ich liebe helle Nächte), einige bizarre Dialoge und ein gutes Finale – aber gleichzeitig ist alles in dem Film unglaublich egal. Wer stirbt spielt keine Rolle und auch das Wie ist nur ein Regentropfen im Toten Meer. Die einzige Wahrheit des Films ist sein ikonischer Killer, eine leere Figur, die nichts will als die Leute um und umzu seines Sees zu dezimieren. Jason ist seit dem letzten Teil gewachsen, zumindest äußerlich, innerlich ist er verarmt. Durch seine Maske ist er unverwechselbar, hat paradoxerweise den letzten Rest Individualität eingebüßt. Seine Spannung zieht „Friday the 13th“ deswegen auch nicht aus den konkreten Ereignissen, spätestens seit dem vierten Teil besteht der Schrecken der Reihe in der ziellosen, zermürbenden Wiederholung des Immergleichen, wie ein Versprechen, das stets erneuert, aber niemals eingelöst wird. So ganz konnte ich mich auch diesmal dem trist-monotonen Treiben nicht entziehen, aber ich habe auch gemerkt, dass mir das alles langsam aufs Gemüt schlägt. Deswegen belasse ich es vorläuft auch dabei und widme mich – von Marcus Nispels Neuinterpretation mal abgesehen, den will ich mir die Tage noch einmal ansehen – bald anderen, hoffentlich erfreulicheren #Horrorctober-Filmen.

1 Comment on Friday the 13th: The Final Chapter (Joseph Zito, USA 19984)

  1. […] aus den frühen 1980er Jahren sich durchaus sehen lassen kann. Von Zito kannte ich bis dato nur „Friday the 13th: The Final Chapter“, der ja nicht zu den schlechtesten Teilen der Reihe gehört, und auch „The Prowler“ ist […]

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