Fright Night (Tom Holland, USA 1985)

Posted by – 24. August 2014

fright nightCharley (William Ragsdale) ist überzeugt, dass sein neuer Nachbar ein Vampir ist. Das will ihm jedoch niemand glauben. Seine Freundin Amy (Amanda Bearse) ist sogar hochgradig von der Besessenheit genervt, mit der er seinen Nachbarn Jerry Dandridge (Chris Sarandon) observiert. Der ist übrigens in der Tat ein Vampir und hat es schon auf Charley abgesehen. Hilfe erhofft sich der Junge von Peter Vincent (Roddy McDowell), der im TV die Horrorreihe „Fright Night“ moderiert.

Nachdem ich mich vor etwas über einem Jahr über meine erste Begegnung mit Tom Hollands „Child’s Play“ gefreut hatte, war ich sehr gespannt auf ein Wiedersehen mit seinem Debütfilm, der Vampirkomödie „Fright Night“. Damals war ich sehr angetan davon, wie sehr der Film nach dem komödiantischen Beginn, besonders im Finale, wenn die Trickspezialisten nochmal alle Register ziehen, in die Vollen geht. Die markante, selbstbewusste Inszenierung war auch diesmal das größte Pfund des Films, Beste Szene – nicht nur, weil hier die Effekte stimmen, sondern weil sie auch der emotionalste Moment der gesamten Laufzeit war –: der Vampir-Tod von Charleys Freund Ed (Stephen Geoffreys), der sich windet und seinem Mörder immer wieder hilfesuchend die Hand entgegen streckt. In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch die homoerotische Komponente erwähnenswert, die „Fright Night“ nachgesagt wird und sie sich vor allen in der Beziehung zwischen Obervampir Jerry und seinem (nicht-so-ganz-)menschlichen Gefährten Billy (Jonathan Stark), aber auch in der Verwandlung von Ed durch Jerry zeigt („Hello, Edward. You don’t have to be afraid of me. I know what it’s like being different…“). Vielleicht aber auch nicht. Schließlich ist Anziehung, die von Vampiren zu Mitgliedern jedes Geschlechts ausgeht, fast schon ein fester Bestandteil des Genres, so dass man auf diesem Punkt nicht übermäßig herumreiten muss.

Die ganz große Begeisterung ist diesmal irgendwie ausgeblieben. Das lag vermutlich an den Figuren, die ich oft nicht nachvollziehbar, mitunter sogar nervig fand. Bezogen auf Charley und seine Freundin Amy kam mir ein erheblicher Teil des Films vor, wie ein Witz über fehlgeschlagene Kommunikation in Dauerschleife. Weiterhin schade fand ich, dass Charleys Beobachtungsfetisch (eine nette Anspielung auf „Rear Window“), nicht wirklich ausgespielt wurde. Und auch aus dem Misstrauen gegenüber seinem Nachbarn hätte Holland meiner Meinung nach mehr machen können. Gerne gesehen habe ich „Fright Night“ diesmal, ich würde ihn auch immer noch zu den Eckpfeilern des Genres zählen, nur hatte ich ihn einfach mit dem gewissen Etwas in Erinnerung, das mir bei dieser Sichtung irgendwie gefehlt hat. Ganz schön finde ich noch die implizite Aussage, dass alles was wir im TV sehen, doch einen wahren Kern hat oder anderes gesagt: dass den Artefakten unserer Kultur ein eigenständiger, nicht immer gutmütiger Geist innewohnt. Vielleicht überinterpretiere ich gerade ein wenig, aber so gesehen lassen sich in „Fright Night“ schon Spuren der subversiven Kraft von „Child’s Play“ erkennen.

Bild © Sony

1 Comment on Fright Night (Tom Holland, USA 1985)

  1. […] wenig ging es mir mit „Invaders From Mars“ wie mit „Fright Night“ und „Night Of The Creeps“, feine Filme zweifellos, aber sie entfalten leider nicht mehr die […]

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