Halloween II (Rick Rosenthal, USA 1981)

Posted by – 24. Oktober 2014

halloween box#Horrorctober 9

John Carpenter ist einer meiner absoluten Lieblingsregisseure und „Halloween“ mein Favorit aus seinem mehr als 20 Langfilme umfassenden Œuvre. Auf Filmstarts habe ich 2007 mal ein keines Loblied auf ihn verfasst. Kein Wunder, dass ich mich an die Fortsetzung bisher nicht heran getraut habe. Aber so ein #Horrorctober hat ja auch was mit Mut zu tun. Deswegen habe ich mir endlich einen Ruck gegeben und den zweiten Teil jetzt in den DVD-Player gelegt. So schlimm wie befürchtet war das gar nicht, im Gegenteil.

Die Fortsetzung schließt nahtlos an den ersten Teil an: Dr. Loomis (Donald Pleasence) hat Michael Myers ein paar Kugeln verpasst, woraufhin dieser vom Balkon gestürzt ist. Doch als Loomis unten nachsieht, ist Myers verschwunden. Während Laurie Strode (Jamie Lee Curtis), die einzige Überlebende der Ereignisse, ins Krankenhaus gebracht wird, versuchen Loomis und der Sheriff (Charles Cyphers) Myers zu finden.

Wenn „Halloween“ wie ein unter zunehmendem Druck stehender Behälter ist, der schließlich explodiert, dann ist „Halloween II“ der sich ausbreitende, außer Kontrolle geratene Flächenbrand. Loomis und der Sheriff suchen den Killer, Laurie liegt untätig in ihrem Krankenbett, Myers macht sich auf den Weg ins Hospital. Dort angekommen, dürfen wir ihm dabei zusehen , wie er sich einfallsreich durchs Personal mordet. Eben dieses Personal macht bis dahin, was Krankenhauspersonal eben so macht, z.B. ein heißes Liebes-Bad in irgendeinem Bottich nehmen. Ein wenig, das liest man vielleicht schon in der kurzen Inhaltsangabe , krankt „Halloween II“ daran, dass hier alles drunter und drüber geht respektive sich voneinander wegzubewegen scheint. So richtig spannend ist „Hallween II“ deswegen trotz seines hohen Gewaltpegels über lange Strecken nicht. Was passiert, scheint eher dem Zufall geschuldet, als einem klaren dramaturgischen Konzept. Aber gerade in dem fehlenden Fokus und der Art, wie Debütant Rick Rosenthal das Drehbuch von John Carpenter und Debra Hill in Szene setzt, ist es ganz wunderbar. Wenn John Carpenter stets die Begrenzungen des Raums interessieren, lotet Rosenthal stattdessen seine Weitläufigkeit aus. Besonders die Sequenzen, in denen wir Michael auf seinem Weg ins Krankenhaus begleiten, haben es mir angetan. Die Nacht ist in diesem Moment so greifbar, die Figuren sind wie Rußteilchen im Wind, die nach der „Explosion“ (als Metapher verstanden) im Finale des ersten Teils durch die Gegend wehen.

Nicht wenige finden den zweiten Teil sogar noch besser als den ersten, was ich zumindest nachvollziehen kann. Denn anders als im Vorgänger gibt es hier keine 40-minütige Exposition, sondern es geht gleich ordentlich zur Sache. Mein Fall ist das nicht, und ich habe in vielen Momenten Carpenters Genie vermisst. Aber ich leugne nicht, dass mir diese Fortsetzung, die rein inhaltlich völlig überflüssig ist, doch recht gut gefallen hat. Und am Ende gibt es sogar noch die Explosion, die ich mir im ersten Teil nur eingebildet habe.

Bild © Anchor Bay Entertainment
 

1 Comment on Halloween II (Rick Rosenthal, USA 1981)

  1. Christian sagt:

    Geht mir auch so. Rein objektiv stinkt Halloween II mächtig ab gegen das Original. Aber irgendwie ist HII faszinierend. Weil es die Story nahtlos fortsetzt, was ich immer toll finde, und weil das Setting stimmt. Verlassenes Krankenhaus in der Halloween Nacht! Was will man mehr? Ich gucke beide Filme eigentlich immer am Stück. Dann passt es gut.

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