Hercules In The Haunted World (Mario Bava, Italien 1961)

Posted by – 13. April 2015

Vampire gegen HeraklesBesonders gut kenne ich mich noch im umfangreichen Werk von Mario Bava (noch) nicht aus. Aber schon jetzt kann ich sagen: Es gibt Filme, die ich sehr gerne habe, wie „Bay Of Blood“ beispielsweise oder „Blood And Black Lace“ und solche, mit denen ich nicht so recht warm werde („Hatchet For Honeymon“). „Hercules In The Haunted World“ (OT: Ercole al centro della terra), markiert nun den bisherigen Tiefpunkt meiner Erkundungsreise in die Welt des italienischen Meisterregisseurs.

Es geht um Herakles bzw. Herkules (Reg Park) und seinen Kumpel Theseus (Giorgio Ardisson), die nach etlichen Abenteuern ins Königreich Icalia zurückkehren – nur um dort gleich das nächste zu erleben. Eigentlich wollte Herakles ja die schöne Deianira (Leonora Ruffo) heiraten, doch die ist irgendwie nicht ganz bei Sinnen und so machen sich die beiden Raufbrüder auf den Weg in die Unterwelt, um dort einen Stein zu besorgen, der Deianira wieder gesund und heiratswillig macht.

Warum der Film unter dem deutschen Titel „Vampire gegen Herakles“ bekannt geworden ist, erklärt sich aus dem Ende: Deianiras Onkel Lykus (Christopher Lee) ist nämlich in Wahrheit ein Vampir. Vampire im Plural spielen allerdings nicht mit, nur als kleine Warnung an diejenigen, die sich den Film vielleicht aus diesem Grund anschauen wollten. Aber auch anderen Menschen mit anderen Beweggründen kann ich nicht gerade Mut machen. Wer weiß, in der richtigen Stimmung mag „Hercules In The Center Of The Earth“ eine bewusstseinserweiternde Erfahrung sein. Aber es gibt eben auch eine andere Stimmung und in der habe ich den Film gesehen. „Hercules In The Haunted World“ ist ein meinen Augen mit seiner Farbenpracht ein eher öder Sandalenfilms. Denn trotz der bunten Pappmachee-Kulissen und allerlei fantastischer Wesen schafft es Bava nicht, seine Geschichte spannend zu erzählen, von den einfältigen Figuren ganz zu schweigen („As long as Theseus steals other men’s girls, I have nothing to worry about.“) Herakles löst hier alle Probleme, indem er irgendwas wirft, einen großen Stein zum Beispiel oder wahlweise auch einen Pferdewagen. Am interessantesten ist der Film noch kurz vor Schluss als mal nichts zum Werfen da ist. Hier ist Herakles ziemlich aufgeschmissen und braucht sofort Hilfe, die er in Gestalt der Tochter des Totengottes Persephone (Ida Galli) erhält. Ob das ein ironischer Hinweis auf die eigene, muskelbepackte aber hirnlose Geschichte sein sollte?

Bild © Kinowelt

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