Highlander (Russell Mulcahy, Großbritannien / USA 1986)

Posted by – 24. August 2014

highlanderLeute, schon dieser mit Queens „Princes Of The Universe“ unterlegte Vorspann, gefolgt vom hammergeilen Anfang, der Kamerafahrt durch das Wrestling-Stadion auf eine im Schatten sitzende Person auf der Zuschauertribüne – die kurz darauf in die Tiefgarage eilt und sich dort mit einem anderen Mann ein Schwertduell liefert, das in einem orgasmischen Hupkonzert ejakuliert: der absolute Wahnsinn! Und das ist nur der Anfang, eigentlich bleibt es so gut, hier folgt eine Szene zum Niederknien der nächsten, sie drängeln sich sozusagen gegenseitig aus dem Bild bis zum alles entscheidenden Kampf des ekstatischen Finales.

Der Mann auf der Tribüne ist Russel Nash alias Conner MacLeod (Christopher Lambert) vom Clan der MacLeod, ein unsterblicher Schotte, der sich mit anderen Unsterblichen seit Jahrhunderten durch das Weltgeschehen kämpft. Wer seinen Kopf verliert ist endgültig tot, und bisher hat MacLeod sich ziemlich geschickt dabei angestellt, seinen zu behalten. Am Ende kann es nur einen geben, dem winkt eine ganz besondere Belohnung. Nur noch ein paar Unsterbliche sind übrig, MacLeods härtester Konkurrent ist der zottelige Krieger Kurgan (zum Niederknien: Clancy Brown), der auch schon seinen Lehrmeister Ramirez (Sean Connery) auf dem Gewissen hat.

Für mich war „Highlander“, als ich ihn als Jugendlicher zum ersten Mal gesehen habe, eine Art Offenbarung, die mir mit einem Schlag eine ganze Reihe toller Ideen in mein begieriges Hirn ballerte: Unsterbliche, von düsteren Mächten am Leben gehaltene Schwertkämpfer, von Blitzen und Explosionen begleitete Enthauptungen, ein mysteriöser Preis; und natürlich die visuelle Seite des Films, auch heute noch bewundere Mulcahys sehr gutes Gespür für Bilder und den Einsatz von Musik, indem sich sein Hintergrund als Regisseur von Musikvideos deutlich zeigt. Ein wenig schade ist es, dass das Drehbuch von Gregory Widen stark überarbeitet wurde, die Urfassung soll noch etwas düsterer und mehr auf die unterschiedlichen Figuren und deren Hintergründe ausgerichtet gewesen sein, aber auch so ist „Highlander“, von der einen oder anderen unfreiwillig komischen Stelle („Hi, I’m Candy“ – „Of course you are“) abgesehen, alles andere als ein fröhlicher Film. Bei meinem letzten Sehen ist mir aufgefallen, was für eine seltsame martialische Botschaft er doch aufzuweisen scheint.

Während der Frau ein Platz auf der Tribüne zugewiesen ist, wird das Weltgeschehen bestimmt von der ewigen Auseinandersetzung des Mannes. Ich bin sonst eigentlich niemand, der in jeder Waffe gleich eine Schwanzverlängerung sieht, aber bei „Highlander“ ist die sexuelle Ebene der Geschichte schon sehr präsent. Der Orgasmus wird als der kleine Tod bezeichnet, wenn jedoch ein Unsterblicher einen anderen tötet, dann ist das schon ein großer! Erst sorgt die Sprinkleranlage oder ein umkippender Wassertank für das richtige Maß an Feuchtigkeit, dann blitzt und donnert es, Metall birst, Glas zerspringt und der Sieger kommt hart! Die Szene, in der sich MacLeod von Love Interest Brenda (Roxanne Hart) erst einmal erstechen lassen muss, bevor er Lust auf Beischlaf hat, ist hier ebenso zu nennen, wie die Rückblende, in der MacLeod beim Degenduell wieder und wieder erfolglos erstochen wird, bis sein frustrierter Kontrahent seinen Adjutanten erschießt, um wenigstens irgendwen umzubringen. Ob das jetzt freiwillig, unfreiwillig oder gar nicht komisch ist, weiß ich gerade auch nicht. Jedenfalls macht dieser Aspekt einen der wenigen Kritikpunkte an dem Film, dass ich mir nämlich stärkere Frauenrollen gewünscht hätte – ja warum eigentlich keine Highlanderin? – gegenstandslos, ja dann muss das so, dann ist „Highlander“ nämlich nicht nur ein ganz fantastischer Phantastischer Film, dann ist er auch ein nicht besonders freundlicher Kommentar zur Lage der Welt, die durch die Todesgeilheit des Mannes maßgeblich bestimmt wird. Ob das weibliche Geschlecht die Geschicke unserer Erde besser gelenkt hätte, ist bei den Frauenfiguren des Films allerdings ebenso fraglich.

Bild © Studiocanal

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.