House Of 1000 Corpses (Rob Zombie, USA 2003)

Posted by – 18. April 2012

Mir geht es scheiße. Ich bin krank und liege mit Kopf- und Halsweh im Bett. Was liegt da näher, als mir Rob Zombies „House Of 1000 Corpses“ anzusehen, den ich schon beim ersten Mal nicht wirklich mochte.

Der Horrorfreak Jerry (Chris Hardwick) und seine Freunde befinden sich auf einer Tour durch Amerika, um die gruseligsten Provinzattraktionen aufzuspüren. Im Gruselkabinett von Captain Spaulding (Sid Haig) werden sie fündig: Sie erfahren vom Mythos des Dr. Satan, der vor Jahren Menschenexperimente in einer nahen Klinik durchführte, bis er schließlich an den Galgen gebracht wurde und bekommen von Spaulding gleich noch eine Wegbeschreibung zur mutmaßlichen Todesstätte des Killers. Als sie auf dem Weg dahin die attraktive Anhalterin Baby (Sheri Moon Zombie) mitnehmen, ahnen die vier Jugendlichen noch nicht, dass sie sich bereits in den Fängen der mörderischen Familie Firefly befinden.

Eine Gruppe Jugendlicher, ein einsames Haus, eine degenerierte Sippe. Die Parallelen zu Tobe Hoopers „The Texas Chainsaw Masscre“ sind unverkennbar. Aber auch Oliver Stones „Natural Born Killers“ stand augenscheinlich Pate, denn nicht Jerry und seine Freunde sind die Protagonisten von Rob Zombies Film, sondern ohne Frage die brutale Outlaw-Familie. Die Fireflys, ihr skurriles Äußeres und ihre Folterorgien werden hier förmlich abgefeiert. Die Umkehrung der Perspektiven, der hohe Gewaltpegel und der zynische Grundton machen den „House Of 1000 Corpses“ nicht leicht verdaulich. Umso mehr, weil Zombie sein Handwerk versteht, was besonders später deutlich wird, wenn der Film jede Bodenhaftung verliert und zu einem satanisch-bizarren Trip wird.

Mit der Familie Firefly, hier insbesondere mit Captain Spaulding, hat Zombie moderne Horrorikonen geschaffen, und irgendwie leuchtet mir auch ein, warum „House Of 1000 Corpses“ beim „Fachpublikum“ so hohes Ansehen genießt. Ich habe allerdings gerade wieder festgestellt, dass der Film für mich – auch mit dickem Schädel – nichts ist. Ich dachte, mit getrübten Sinnen könnte ich vielleicht etwas entdecken, das mir bei ersten Mal entgangen ist. Aber ich sehe nichts, das ich gerne sehen würde – keine interessante Geschichte, keine Einblicke in die Figuren, nichts was über bloßen Sadismus hinausgeht, keine wie auch immer geartete Auseinandersetzung mit dem Stoff. Also, vielen Dank für die teuflische Party, aber ich gehe dann mal lieber wieder ins Bett.

Bild © Sunfilm
 

1 Comment on House Of 1000 Corpses (Rob Zombie, USA 2003)

  1. […] ich gar nichts mit Rob Zombie anfangen könnte, wäre übertrieben. Aber wie man hier, hier und hier lesen kann, habe ich zumindest ein zwiespältiges Verhältnis zu seinen Filmen. Mit […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.