The House Of The Devil (Ti West, USA 2009)

Posted by – 4. November 2013

the house of the devil„The House Of The Devil“ von Ti West ist der zehnte und innerhalb der regulären Zeit letzte von 13 Filmen, die ich ihm Rahmen des #horrorctober zu sehen geschafft habe – und zwar an Halloween. (Für die Akte: Dazu gab es Kürbis-Süßkartoffel-Pizza mit Chili-Ahornsirup und einen schweren, unheilschwangeren französischen Rotwein.)

Um sich ihr neues Apartment leisten zu können, braucht College-Studentin Samantha (Jocelin Donahue) einen Job. Am schwarzen Brett entdeckt sie eine Annonce, über die ein Babysitter gesucht wird. Mr. Ulman (Tom Noonan), Herr am anderen Ende der Leitung, wirkt zwar etwas seltsam, doch Samantha braucht das Geld. Zusammen mit ihrer Freundin Megan (Greta Gerwig) fährt sie zu dem abgelegenen Anwesen der Ulmans, um die Lage vor Ort zu checken. Ulmann gesteht, dass Samantha entgegen der Anzeige gar nicht auf ein Kind, sondern auf seine greise Schwiegermutter aufpassen soll, die im obersten Stockwerk des Hauses wohnt. Und weil er Samantha ein Vielfaches des ursprünglich abgemachten Betrags verspricht, willigt diese ein, den Job für eine Nacht zu übernehmen –

– was natürlich ein Fehler ist, wie sich bald herausstellt. Denn der Film heißt nicht umsonst „House Of The Devil“. Aber was sich für Samantha zu einem schrecklichen Alptraum entwickelt, aus dem es kein Erwachen gibt, ist für den Zuschauer purer, rosemarysbabyesker Gruselgenuss. Der junge Regisseur Ti West, der bei Filmen wie „The Roost“, „Trigger Man“ und „Cabin Fever 2“ noch nicht durch außergewöhnliches Können aufgefallen war, zeigt hier großes Talent. Sein Film sieht aus wie ein original 70er Jahre Streifen. Doch anders als Tarantino, Rodriguez und viele andere postmodere Filmemacher, kommt Wests Film ganz ohne Ironie und selbstgefällige Zurschaustellung von Filmwissen aus. Das tut gut und mache eine Menge Spaß. Da stört es nicht weiter, dass eigentlich gar nicht viel passiert und das Finale etwas käsig geraten ist. Im Gegenteil: der sukzessive Spannungsaufbau, die authentische 70er-Atmosphäre und ein liebevolles Setdesign, die überzeugenden Darsteller und zwei wohlplatzierte Schocks – einer in der Mitte, einer am Ende – machen „House Of The Devil“ zu einem intensiven Horrorerlebnis.

Und damit beende ich meinen #horrorctober und gestehe ein, dass ich das Ziel, 13 mir unbekannte Horrorfilme zu sehen und darüber zu schreiben, knapp verfehlt habe. (Nicht geschafft habe ich „Repulsion“, „The Psychic“ und „Antiviral“. Die werden in nächster Zeit bestimmt nachgeholt.) Im nächsten Jahr wäre ich sicher wieder dabei. Aber jetzt brauche ich erstmal ein wenig Abwechslung und schiebe einen französischen Liebesfilm in den Videorekorder.

Bild © Alive
 

1 Comment on The House Of The Devil (Ti West, USA 2009)

  1. […] mehr, sondern gehört aktuell zu den interessantesten US-amerikanischen Filmemachern. Mit „House Of The Devil“ und „The Inkeepers“ lieferte der 1980 in Wilmington, Delaware geborene Filmemacher zwei […]

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