Midnight In Paris (Woody Allen, USA, Spanien 2011)

Posted by – 25. Januar 2013

Midnight in ParisIch bin kein großer Woody Allen Fan. Aber einige seiner Filme mag ich trotzdem sehr gerne. „Bullets Over Broadway“ z.B. oder neue Sachen wie „Match Point“ oder „Cassandras Dream“. Seit gestern gibt es einen weiteren  Allen, der mir richtig gut gefällt: „Midnight In Paris“.

Gil Pender (Owen Wilson) ist Drehbuchautor in Hollywood und derzeit mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) und deren Eltern in Paris.  Zufällig treffen sie Inez’ früheren Studienkollegen Paul (Michael Sheen) und seine Frau. Während Inez gerne mit den beiden Zeit verbringt, spaziert Gil lieber alleine durch die Stadt und lässt sich für seinen ersten Roman inspirieren. Eines Abends passiert etwas Seltsames. Nachdem eine Kirchturmglocke Mitternacht schlägt, hält plötzlich ein Auto aus den 1920er Jahren neben Gil. Darin: F. Scott Fitzgerald und seine Frau Zelda. Aber das ist erst der Anfang von Gils unglaublicher Zeitreise…

Ich habe mich gestern kurz mit Sebastian vom Hirnrekorder über den Film unterhalten. Er mochte ihn nicht, weil er in ihm eine  Vorschlaghammermoralpredigt („Finde gut, was du gerade machst, was du hast und wo du bist.“) sah. Mir ist bei dem Gespräch klar geworden, was mir an „Midnight In Paris“ so gut gefallen hat: Ich sehe in ihm wie Sebastian auch eine Moral, die meiner Meinung nach aber leichtfüßig, offen und charmant formuliert ist. Sie lautet nicht, dass man sich mit den Gegebenheiten abfinden soll, sondern – im Gegenteil – ist eine irgendwie reife, erwachsene Einladung zum Träumen. Zum Träumen, weil Gil große Kraft aus seinen nächtlichen Fantasien zieht, die ihm helfen, seinen Roman zu vollenden und seinen Wunsch zu verwirklichen, nicht nur Drehbuchautor, sondern ein richtiger Schriftsteller zu werden. Erwachsen, weil Gil schlussendlich eben doch nicht der naive Nostalgiker bleibt, sondern ein Mann, der es schafft, sein reales Leben entsprechend seiner Sehnsüchte zu ändern.

Wenn mich etwas an „Midnight In Paris“ stört, sind es höchstens die wenig ausgearbeiteten, etwas stereotypen Nebenfiguren. Noch schöner vom Paris der 1920er Jahre ließe sich träumen, wenn Allen sich hier ein wenig mehr ins Zeug gelegt hätte. Trotzdem. Ein guter Allen. Sogar einer seiner besten.

Bild © Concorde
 

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