My Neighbor Totoro (Hayao Miyazaki, Japan 1988)

Posted by – 14. Mai 2012

Satsuki und die kleine Schwester Mei ziehen mit ihrem Vater in ein Haus auf dem Land. Sie wollen näher bei ihrer Mutter sein, die sich in einer nahen Klinik von einer schweren Krankheit erholt. In das Haus, das von vielen geheimnisvollen Wesen bewohnt scheint, verlieben sich die beiden Schwestern sofort. Als Mei eines Tages eine kleine, seltsame Kreatur entdeckt und ihr in den Wald folgt, lernt sie im Inneren eines riesigen Baumes den flauschigen Riesen Totoro kennen. Es dauert nicht lange und Mei, Satsuki und Totoro sind gute Freunde.

Durch Kinderaugen gesehen ist die Welt eine andere. Für Mei und Satsuki ist sie voller Geister und wunderbarer Geschöpfe. Ihr Vater, Professor Tsakabe, tut allerdings nicht, was Erwachsene in ähnlichen Filmen (und im echten Leben?) gerne tun: ihre Kinder belehren, was es gibt und was nicht. Eltern wünschen sich fantasievolle Kinder, aber diese seltsamen Gedanken haben bitteschön der Realität nicht in die Quere zu kommen und hinter hohen Mauern im Reich der Fantasy zu bleiben. Bei Hayao Miyazaki gibt es diese Trennung nicht. Es gibt keine Mauern, keine Ausgrenzung und ebenso wenig eine zwanghafte Einteilung in Gut und Böse. Auch wenn Tsakabe Totoro nicht sehen kann, nimmt er die Realität seiner Töchter als gleichberechtigt an. Er versucht nicht, ihnen ihre guten Geister auszureden, sondern akzeptiert ihre Welt voll und ganz. Dass so eine Einstellung ihr Gutes hat, auch wenn sie mit „normalen“ Realitätskonzepten kollidiert, wird in „My Neighbor Totoro“ (OT: Tonari no Totoro) offensichtlich. Immerhin findet Satsuki mit Hilfe Totoros und des tollen Katzenbusses ihre kleine Schwester wieder. Und auch die Mutter der beiden wird bestimmt ganz schnell wieder gesund. Mei, Satsuki und Totoro haben ihr schließlich einen super gesunden Maiskolben vorbei gebracht.

Ich bin immer noch ganz beschwingt von diesem Film, den ich gestern, mit Werbeunterbrechung und seltsamer deutscher Synchro im TV gesehen habe (eine Buddha-Statue wurde, wenn ich mich nicht verhört habe, mit lieber Herr Jesu angesprochen, die Bento-Box mit Butterbrot übersetzt). „My Neighbor Totoro“ ist ein Film voller Wunder und dadurch ein ganz wunderbarer Film. Also keine Angst, liebe Eltern. Wenn ihr euren Kindern oder auch euch selbst einmal etwas Gutes tun wollt, lasst die Finger von dem honigsüßen, aber ungesunden Disneyzeug und legt Totoro oder einen anderen Film von Hayao Miyazaki ein.

Bild © Universum
 

3 Comments on My Neighbor Totoro (Hayao Miyazaki, Japan 1988)

  1. sebastian sagt:

    Da muss ich dir voll und ganz zustimmen. Totoro sah ich zwar bisher nicht, aber habe mir letztens ‘Kikis Delivery Service’ angesehen, der ähnliche Qualitäten hatte und mich zum gleichen Schluss brachte. Hier werden nicht die ausgelutschten Prinzessinnenbilder Disneys kommuniziert, sondern starke Mädchenfiguren gezeichnet, die ihr eigenes Ding machen, nicht den Jungs hinterherrennen und deshalb respektiert werden.
    Hat man Kinder, vermitteln Miyazakis Filme jedenfalls die richtigere Botschaft. Und an einem Sonntag Nachmittag ist der Film auch etwas für die “Eltern”, die sich vielleicht für ein paar Stunden in eine Welt in Kindesaugen zurückziehen wollen.

  2. 3jH sagt:

    Kikis Delivery Service fand ich auch sehr schön – wie eigentlich alle bisher. Seine beiden aus den 1970ern sowie Porco Rosso und Ponyo fehlen mir noch.

  3. […] sehen. Ja, Moores Film hat durchaus einige Stärken. Aber trotzdem möchte ich lieber fünfmal „My Neighbor Totoro“ nacheinander sehen als noch einmal „The Secret of Kells“. Bild © Ascot Elite […]

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