Night Of The Creeps (Fred Dekker, USA 1986)

Posted by – 7. Juni 2013

night of the creepsAlles Gute kommt von oben? Nicht immer. Jedenfalls nicht in Fred Dekkers Horror-Parodie „Night Of The Creeps“. Was hier auf die Erde stürzt ist ein fieser wurmartiger Parasit, der sich im Hirn von Menschen einnistet und dort seine Eier legt. Aber der Reihe nach.

1959. Während die Polizei einer Kleinstadt gerade einen entflohenen Serienkiller sucht, sitzen der Student Johnny und sein Rendezvous Pam am Waldrand in Jonnys Auto – als sie plötzlich ein seltsames Objekt abstürzen sehen.  Während Johnny sich auf die Suche nach der Absturzstelle macht, bleibt Pam im Wagen – und hat das Pech, von dem entflohenen Killer mit einer Axt in kleine Teile zerlegt zu werden. Doch auch Johnny hat nicht wesentlich mehr Glück: Im Wald findet er tatsächlich die Stelle, an dem das Objekt abgestützt ist, was aber nur dazu führt, dass er sich mit einem Killer-Parasiten infiziert.

27 Jahre später.  Um in eine Studentenverbindung aufgenommen zu werden, brechen Chris Romero (Jason Lively) und sein Kumpel James Carpenter Hooper (Steve Marshall)  in den Keller der Universität ein und erwecken dort aus Versehen den mit dem Parasiten infizierten Leichnam Johnnys zum Leben. Bald wimmelt es auf dem Campus von widerlichen Parasiten – den Creeps – die nach und nach die Studentenschaft infizieren und zu wandelnden Zeitbomben machen.

Schon die Namen der Figuren – Chris Romero, James Carpenter Hooper, aber auch Chris’ Freundin Cynthia Cronenberg (Jill Whitlow), Detective Ray Cameron oder Sgt. Raimi – machen deutlich, „Night Of The Creeps“ ist eine Homage an den Horrorfilm und seine Macher. Dabei nimmt Fred Dekker allerdings weder seine Vorbilder noch sich selbst so richtig ernst. Das Ergebnis ist ein kunterbunter Achtzigerjahre-Horror-Spaß, der voller Freude Filme wie „Shivers“, „Dawn Of The Dead“ oder „The Blob“ zitiert und mit Sicherheit auch selbst wieder neuere Filme wie James Gunns „Slither“ beeinflusst hat. Und auch der Subtext – das Böse dringt über deine Körperöffnung in dich ein und macht dich zu einem bräsigen Zombie – kann man als ironischen Kommentar auf den amerikanischen Puritanismus deuten.

Zugegeben. So ganz gnädig ist die Zeit mit „Night Of The Creeps“ nicht umgegangen. Viele der Effekte sind schlecht gealtert. Und auch der Humor ist nicht wirklich aus diesem Jahrtausend. Für jeden, der wissen will, wie es damals in den Achtzigern zugegangen ist oder der in dem Jahrzehnt und mit diesem Film groß geworden ist, ist „Night Of The Creeps“ ein Muss. Besonders schön ist der in schwarz-weiß gehaltene Anfang und die Szene mit dem Axtkiller (der später im Film im wahrsten Sinne noch einmal ausgebuddelt wird); aber auch sonst gibt es immer wieder Momente, die einfach nur Spaß machen und wehmütig an die Achtzigerjahre denken lassen. Außerdem beweist Dekker in seinem Debüt auch immer wieder großen Einfallsreichtum, der ihn eigentlich dazu hätte qualifizieren sollen, im Anschluss an „Night Of The Creeps“ noch ein paar tolle Filme zu machen. Mein persönlicher Lieblingsmoment ist der, als  Detective Cameron (ganz groß: Tom Atkins) gegen Ende in einer wunderbar gefilmten One-Man-Show mit den Creeps aufräumt. Und dann natürlich das Ende des Director’s Cuts. Dieser unterscheidet sich von der Kinoversion eigentlich nur durch das Finale. Da wird die filmische Klammer zugemacht und die Außerirdischen vom Anfang tauchen noch einmal in einer witzigen Szene auf. Das Gute kommt nämlich doch von oben, nicht immer, aber ziemlich oft.

Bild © Winkler Film
 

1 Comment on Night Of The Creeps (Fred Dekker, USA 1986)

  1. […] wenig ging es mir mit „Invaders From Mars“ wie mit „Fright Night“ und „Night Of The Creeps“, feine Filme zweifellos, aber sie entfalten leider nicht mehr die Wirkung, wie sie es bei mir […]

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