Ninja: Shadow Of A Tear (Isaac Florentine, Thailand / USA 2013)

Posted by – 1. März 2014

Ninja Shadow Of A TearEhe uns die Frühlingsgefühle überkommen und wir wie verweichlichte Schlumpis bald nur noch verzückt an Krokussen schnuppern, gibt’s im März noch einmal ordentlich auf die Fresse. #MARCHialArts ist das Motto des Monats. Das heißt: Ich und derzeit knapp 20 andere Filmfreunde werden uns in diesem März 9 Prügelfilme anschauen. Infos zu der Aktion gibt es hier.

Ich werde weiterhin versuchen, zu jedem gesehenen Film hier ein paar Sätze zu hinterlassen. Und los.

Mein erster Film ist eher der günstigen Gelegenheit geschuldet als das Ergebnis akribischer Planung. Ich habe „Ninja: Shadow Of A Tear“ von Isaac Florentine, von dem ich ein paar wohlklingende Reviews gelesen habe, im Playstation-Store entdeckt – und damit einen wirklich guten Start in #MARCHialArts-März erwischt. Auch wenn es für den Action-Fan durchaus ein Film zum wohlfühlen ist, hat er doch genug Widerhaken, um länger in Erinnerung zu bleiben. Es beginnt tragisch: Kurz nachdem Casey (Scott Adkins) seiner schwangeren Frau Namiko (Mika Hijii) ein Amulett schenkt, das Glück symbolisiert, wird sie in der gemeinsamen Wohnung umgebracht. Casey sinnt auf Rache. Seine Spur führt in nach Thailand zum Drogenbaron Goro (Shun Sugata)…

Mir war gar nicht bewusst, dass „Ninja: Shadow Of A Tear“ ein zweiter Teil ist und dass er mit dem ersten (OT: „Ninja“ bzw. DT: „Ninja: Revenge Will Rise“) tatsächlich zusammenhängt. Das hat dem – zweifellos vorhandenen – Guckspaß  keinen Abbruch getan. Auch wenn der Film kein Meisterwerk ist wie z.B. „Universal Soldier: Day of Reckoning“, ist er doch überraschend ehrliche Action- und Martial-Arts-Kost, die dank der etwas wirren aber soliden Story, Isaac Florentines energetischen Inszenierung und vor allem Scott Adkins Performance überraschend gut mundet. Adkins zeigt wie man betrunken, wie man high und verwundet kämpft, was schon für sich genommen schön anzusehen ist. An den Unzulänglichkeiten des Helden, der nicht immer gewinnt und im Zorn schon mal überreagiert, zeigt sich die wahre Stärke und wenn man so will die Post-Achtziger-Jahre-Prägung des Films: Auch wenn der Protagonist mit Hilfe seiner überragenden physischen Fähigkeiten zum Schluss alle Gegner niedergemacht hat, so geht er trotzdem nicht als Triumphator aus der Geschichte hervor. Letztendlich ist er nur eine Marionette in einem komplexen Spiel, und es ist allein dem Zufall zu verdanken, dass er zum Schluss noch einen Blick auf die Fäden, die seinen Körper und Geist kontrollieren, werfen  darf. Ich weiß nicht, ob man den selbstbewussten und kritischen Zugang zu seinem Thema und die pessimistische Weltsicht gleich als Trend des modernen Actionfilms deuten kann. Filmemacher wie John Hyams oder eben auch Isaac Florentine sind auf jeden Fall Pioniere einer neuen Bewegung des Genres, und ich hoffe sehr, dass ihr Ansatz Schule machen wird.

Persönliches Fazit. 1. Ein Verdacht hat sich bestätig: Scott Adkins ist ein formidabler Martial-Arts-Darsteller. Derzeit möglicherweise einer der besten. 2. Isaac Florentine ist ein Name, den jeder Action-Freund auf dem Radar haben muss. MUSS. 3. Der dritte Punkt ergibt sich quasi aus eins und zwei: Ich werde mit „Ninja“ oder einem Teil der „Undisputed“-Reihe noch mindestens einen weiteren Titel des Adkins/Florentine-Duos in meine #MARCHialArts-Liste aufnehmen.

Bild © Splendid Film/WVG
 

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