Odd Thomas (Stephen Sommers, USA 2013)

Posted by – 16. April 2014

Odd-Thomas„I can see dead people“. Dieser Satz könnte ein Zitat aus sehr, sehr vielen Filmen sein. Auch zu „Odd Thomas“ passt er. Es geht um den Imbisskoch Odd Thomas (Anton Yelchin), der eine besondere Gabe hat: Er kann die Toten sehen und mit ihnen reden. Außerdem sieht er die Bodachs, unheimliche Wesen, die vom Unglück der Menschen angezogen werden. Wenn Odd einen Bodach sieht, dann lässt ein grausiges Ereignis nicht lange auf sich warten.  Eines Tages betritt ein Mann Odds Diner, für den sich nicht nur ein Bodach interessiert, sondern gleich eine ganze Horde der Wesen. Odd weiß – etwas Schreckliches wird passieren und er muss das irgendwie verhindern.

Ich mag die Idee, dass hinter der sichtbaren Welt eine andere, unsichtbare liegt, eine, in der ganz andere Gesetze gelten, die aber trotzdem irgendwie mit unserer verbunden ist. An der Prämisse habe ich deswegen auch gar nichts auszusetzen. Wie wäre es wohl, wenn man – als einziger – Wesen sehen könnte, die Unheil ankünden? Ich erinnere mich an „Metastasen“, eine Kurzgeschichte von Dan Simmons, in der ein Mann nach einem Unfall „Krebsvampire“ sehen kann und dadurch weiß, wer sterben wird. Gruselig fand ich die Geschichte! Und traurig! Ein bisschen traurig ist auch „Odd Thomas“ geraten, gruselig hingegen kaum. Das liegt vermutlich nicht an der zugrunde liegenden Geschichte von Horrorautor Dean R. Koontz, sondern an Regisseur Stephen Sommers selbst, der auch das Drehbuch zu verantworten hat. Er hatte wohl eher einen Gespenster-Krimi à la Peter Jacksons feinem „The Frighteners“ im Sinn, der unterhaltsam, flott und actionreich sein sollte, was ihm meiner Ansicht nach auch gelungen ist. Ich fühlte mich wohl  in „Odd Thomas“. Allerdings hätte ich mir den Film weniger poppig inszeniert gewünscht, dafür aber mit mehr Ruhe und mit einem stärkeren Fokus darauf, wie es ist, Odd Thomas zu sein und seine Beziehung zu Stormy (Addison Timlin) und Polizeichef Wyatt Porter (Willem Dafoe). Es ist nicht so, dass der Film in dieser Hinsicht gar nichts böte, es gibt immer wieder Stellen, in denen Akzente gesetzt werden, beispielsweise wenn Odd den Cop mal wieder aus dem Bett klingelt oder ihn dabei stört, wenn er mit seiner Frau gerade ein Techtelmechtel hat. Porter nimmt das stets entspannt, er traut dem jungen Mann mit den besonderen Fähigkeiten. Diese Szenen sind weniger gut, nicht weil hier ein Running Gag etabliert wird, sondern weil sich hier zeigt, dass die Figuren schon eine lange Geschichte miteinander hatten, bereits ehe die erste Szene über den Bildschirm flimmert. Gleiches gilt für Odd und Stormy. Sie müssen sich nicht erst ineinander verlieben, sie sind bereits zusammen und ein eingespieltes Team und Traumpaar obendrein. Aber gerade weil solche Momente zu den Stärken des Films gehören, hätte ich mir davon mehr gewünscht. Und wenn die Bodachs wirklich wie aus einer unbekannten Dimension und nicht wie aus einem günstigen Computer kommend ausgesehen hätten, wäre das auch nicht schlimm gewesen. Es ist aber definitiv kein Fehler, sich „Odd Thomas“ anzusehen. Gut, dass ich mich nicht vom Cover der DVD habe abschrecken lassen. Da steht nämlich: „Vom Regisseur von „G.I. Joe“.

Bild © Ascot Elite
 

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