Phantasm 2 (Don Coscarelli, USA 1988)

Posted by – 18. August 2012

Es ist nicht leicht, dem harten Geschäft des Leichenschrumpfens nachzukommen, wenn immer ein schwerbewaffneter Eisverkäufer dazwischenfunkt…

Sieben Jahren nach seinem Kampf gegen den Tall Man sitzt Mike Pearson (diesmal gespielt von James LeGros) in der Psychiatrischen Klinik, doch er kann den leitenden Arzt überzeugen, gesund zu sein und wird entlassen. Zusammen mit seinem Freund Reggie (Reggie Bannister), der ihn damals schon unterstützt hat, beschließt er, den Tall Man (Angus Scrimm) endgültig aufzuhalten. Unterstützung erhalten die beiden von Liz, Reynolds (Paula Irvine) mit der Mike in telepathischem Kontakt steht.

Fast 10 Jahre hat es gedauert, bis Don Coscarelli seine mit „Phantasm“ begonnene Geschichte endlich weiter erzählt. Genug Zeit zum Überlegen – so sollte man meinen. Schade, dass er trotzdem  nicht genug Stoff beisammen hatte, um einen weiteren Langfilm durchgehend mit Inhalt zu füllen. Denn „Phantasm 2“ variiert und steigert lediglich die Elemente des Vorgängers. Spielte der erste Teil an einem Ort, sind Mike und Reggie nun unterwegs, weil sie den Tall Man verfolgen, der die Friedhöfe Amerikas plündert. Gab es im letzten Teil eine Pistole, plündern die beiden nun einen Waffenladen und sind deswegen mit Motorsäge, Schrotflinte und Granaten ausgestattet. Das einzige, was „Phantasm 2“ signifikant vom Vorgänger unterscheidet, ist, dass hier lange Zeit nicht eine, sondern zwei Geschichten erzählt werden. Auf der einen Seite von Mike und Reggie, auf der anderen Seite von Liz, die nach dem Tod ihres Großvaters den Machenschaften des Tall Man auf die Spur kommt. Liz übernimmt damit sozusagen die Rolle, die Mike (damals gespielt von Michael Baldwin) im ersten Teil verkörperte, die entdecken darf, was der böse Leichenbestatter so treibt. Die Geschichte aufzusplitten funktioniert meines Erachtens dramaturgisch nicht besonders gut. Bei Mike und Reggie ist zu viel Leerlauf, bei Liz erfährt der Zuschauer vor allem das, was er schon aus dem ersten Teil kennt.

Trotzdem hat „Phantasm 2“ seine Stärken. Zum Beispiel die Splatter-Szenen, die expliziter und zahlreicher sind als die des Vorgängers. So kommen die Spheres, die tödlichen, silbernen Multifunktions-Kugeln des Tall Man oft und ziemlich blutig zum Einsatz. Aber auch die schwerbewaffneten Freunde Mike und Reggie richtigen diesmal ordentlich Schaden an, was nicht nur der Tall Man, sondern auch seine Gehilfen schmerzhaft erfahren müssen. Obwohl Coscarelli bei „Phantasm 2“ schon in den 30ern war, wirkt der Film trotzdem immer noch die wie Phantasie eines Pubertierenden. Und das soll jetzt bitte nicht als Kritik missverstanden werden. Auch der erste Teil ist wie ein Traum an mir vorbei gezogen und wirkte auf mich wie eine längst vergessene Erinnerung, ein Kindheits(alp)traum, den ich wirklich gehabt haben könnte. Auch der „Phantasm 2“ hat zumindest etwas von dieser fiebrigen Intensität, die ich an Filmen sehr gerne mag. So ist der zweite Teil der Reihe zwar nicht so gut wie der erste, aber trotzdem ein sehr eigener Horrofilm wie man ihn nicht alle Tage sieht.

Bild © Anchor Bay
 

1 Comment on Phantasm 2 (Don Coscarelli, USA 1988)

  1. […] Pause tat gut, haben sich bereits nach dem zweiten Teil leichte Ermüdungserscheinungen eingestellt. Aber jetzt will ich doch endlich wissen wie es mit […]

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