Phantasm 3 (Don Coscarelli, USA 1994)

Posted by – 12. April 2014

phantasm 3Die Pause tat gut, haben sich bereits nach dem zweiten Teil leichte Ermüdungserscheinungen eingestellt. Aber jetzt will ich doch endlich wissen wie es mit Mike, Reggie, dem Tall Man und seinen Zwergen weitergeht. Im zweiten Teil hatten Mike (James LeGros) und sein Freund Reggie (Reggie Bannister) dem Tall Man (Angus Scrimm) den Kampf angesagt. Unterstützt wurden die beiden von der telepathisch begabten Liz (Paula Irvine). Der dritte Teil beginnt im Auto, genau dort wo der zweite endete: Mike (diesmal wie im ersten Teil gespielt von A. Michael Baldwin), Liz und Reggie befinden sich im Kampf mit dem Tall Man, Liz kommt ums Leben, Reggie wird aus dem Auto geschleudert, überlebt aber. Mike wird von Tall Man entführt. Reggie macht sich daraufhin auf die Suche nach Mike. Unterstützt wird er von dem kampferprobten Jungen Tim (Kevin Connors), der seine Eltern an den Tall Man verloren hat und der Soldatin Rocky (Soldatinnen Rocky).

„Phantasm 3“ ähnelt in vielerlei Hinsicht seinen Vorgängern. Mit dem Tall Man, den Spheres, den Killerzwergen auf der einen Seite und Reggie, dem Eisverkäufer, der sich von einer Nebenfigur zum Helden gemausert hat auf der anderen, sind die Markenzeichen der Reihe vorhanden. Auch die typische, irgendwie apokalyptische „Phantasm“-Atmosphäre, zu deren wesentlichen Bestandteilen die Titelmelodie und assoziative, oft eher einer Traumlogik als einer echten Handlung folgenden Erzählweise gehören, finden sich im dritten Teil. Man kann während des Schauens noch so nüchtern sein, bereits einen Tag später erinnert man sich an den Film als hätte man ihn heftig angetütert gesehen.

Und doch gibt es auch kleine Unterschiede bzw. Erweiterungen zu den Vorgängern. Weniger Killerzwerge zum Beispiel. Und der Tall Man kommt ungewöhnlich gesprächig daher, der Zuschauer erfährt außerdem mehr über den Hintergrund der Spheres, dieser seltsamen Metallkugeln. Hinzu kommt, dass sich Coscarelli hier schon fast als konventioneller Filmemacher präsentiert, „Phantasm 3“ orientiert sich lange Zeit an der Struktur eines Roadmovies, in dem Reggie mit dem Auto durch ein seltsam leergefegtes Amerika düst. Vom Mainstream ist der Film dennoch weit entfernt. In gewisser Weise ist der dritte Teil sogar von noch mehr luzider Energie erfüllt als die Vorgänger. Figuren tauchen wie zufällig auf, verschwinden wieder, die Toten wachen auf, Lebenden träumen. Der Zuschauer? Seite Muskeln sind entspannt, die Augen zucken, der Blutdruck steigt, Atmung- und Herzfrequenz erhöhen sich, das Gehirn gibt auf und ertränkt den Geist in Bildern, Erektion, REM-Phase! „What the hell is happening here?“ fragt Reggie irgendwann im Film. Sein verstorbener Freund Jody Pearson hat darauf eine Antwort parat: „Seeing is easy. Understanding? Well, it takes a little more time“. Kein Problem, die Zeit nimmt man sich gerne. Mehr noch: Man wünscht sich, dass der Film niemals endet. In dieser Hinsicht klingen die letzten Worte des Tall Man auch nicht wie eine Drohung, sondern eine Verheißung: „It’s never over!“

Bild © Anchor Bay
 

1 Comment on Phantasm 3 (Don Coscarelli, USA 1994)

  1. […] Film beginnt, wo der Teil zuvor endete: Reggie (Reggie Bannister) wird von dem Tall Man (Angus Scrimm) gefangen gehalten, Mike (A. […]

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