Resident Evil (Paul W. S. Anderson, USA / UK / Deutschland 2002)

Posted by – 16. September 2012

Alle schimpfen über Paul W. S. Anderson. Ich frage mich warum. Ist doch spannend, was der Mann macht. Oder habe ich seine schlechten Filme einfach noch nicht gesehen? Wie auch immer. Um mich auf „Resident Evil: Retribution“ vorzubereiten, den ich nächste Woche sehen werde, hatte ich mir vorgenommen, die ersten vier Teile vorher noch einmal durchzuschauen. Schaffe ich aber nicht. Hier aber zumindest schon einmal einige Sätze zum ersten Teil, „Resident Evil“.

In einem geheimen Forschungslabor der Umbrella Corporation setzt ein Unbekannter das gefährliche T-Virus frei. Selbiges kann tote Zellen wiederbeleben. Damit das Virus nicht entkommt, beschließt die Red Queen, der Zentralcomputer des Labors, alle Mitarbeiter zu töten. Eine Spezialeinheit der Umbrella Corporation wird geschickt, um den Computer abzuschalten. Doch das Team sieht sich nicht nur mit der wehrhaften Red Queen konfrontiert, sondern auch mit dem Personal, das mittlerweile durch das Virus verändert wurde.

Besonders der Anfang oder besser: die beiden Anfänge des Films (eigentlich sind es drei Anfänge, denn ganz zum Schluss, da fängt alles noch einmal an…), haben es in sich: Die Szenen, in denen das Virus freigesetzt wird und der Zentralcomputer vom Hive (so heißt das supergeheime Forschungslabor) die Beschäftigen niedermetzelt, sind unglaublich stimmungsvoll. Man merkt sofort: Der Regisseur hat was auf dem Kasten! Aber auch die Momente nach dem Anfang – der zweite Anfang –, in dem eine offensichtlich desorientierte Frau (Milla Jovovich) im Badezimmers eines großen, verlassenen Anwesens aufwacht, habe eine sehr spezielle, luzide Atmosphäre. Hier wirkt „Resident Evil“ fast wie ein Traum. Und im weiteren Verlauf des Films fragt man sich immer wieder, wann man eigentlich aufgewacht ist – oder ob man vielleicht immer noch träumt? Interessant sind diese beiden Praeludien des Films vor allem deswegen, weil so unterschiedlich sind, so als wären sie von zwei unterschiedlichen Personen inszeniert. Oder sogar von dreien: Denn im Mittelteil des Films ist wieder alles anderes, aber diesmal ziemlich konventionell. Da ähnelt „Resident Evil“ plötzlich zwar einem solidem inszenierten, irgendwie einen x-beliebigen Zombie-Shooter. Langeweile. Dann auch mal Ärger. Und wieder Augenblicke des Staunens. Magie. Licht und Dunkelheit. Bewunderung. Entsetzen,…

Paul W. S. Anderson ist ein Chamäleon. Seine filmische Handschrift ist in „Resident Evil“ die einer multiplen Persönlichkeit. Und dieses zusammengewürfelte Hin- und Her, dieses „Mal so, Mal so“, Hott & Hüh ist wohl auch das, was meine übersättigte, multitaskinggeschädigte, zitatgeile Generation verdient hat. Mit dem nötigen Maß an Ambiguitätstoleranz kann man diesen eklektizistischen Scheiß dennoch ganz gut aushalten, ja – sogar genießen.

Bild © Constantin Film
 

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