Seven Deaths In The Catseye (Antonio Margheriti, Italien 1973)

Posted by – 2. April 2013

sieben toteOstern auf dem Land. Während die erweiterte Familie unten in der Wohnstube lärmt, musste ich mich mal kurz ins Obergeschoss zurückziehen und durchatmen. Und einen Film schauen. Die Wahl fiel auf „La Morte Negli Occhi Del Gatto“ internationally know as „Seven Deaths In The Catseye“, einen Giallo, der in großen Elektronikmärkten gerade für 2,99 Euro verscherbelt wird. Titel sagte mir was, der Regisseur Antonio Margheriti nicht.

Es geht um die junge Corringa (Jane Birkin), die, nachdem sie das Internat geschmissen hat, zum Schloss ihrer Familie reist, um ihre Mutter und Tante zu besuchen. Dort treibt sich allerdings auch ein Killer herum, der die Schlossbewohner nach und nach dezimiert.

Ein guter Giallo fühlt sich irgendwie immer ganz eigenartig an. Zu den typischen Ingredenzien (schwarze Handschuhe, Rasiermesser,…),  stilisierte Morde, oft aus der Sicht des Killers und dem damit verbundene voyeuristischen Blick auf Gewalt, kommt oft eine wirre Geschichte, an die man sich schon kurz nach dem Film nicht mehr erinnern kann. Bei „Seven Deaths In The Catseye“ kam so richtiges Giallo-Feeling bei mir allerdings nicht auf, obwohl die „Zutaten“ durchaus vorhanden waren. Allerdings fühlten sich die sieben Morde  an wie drei und auch sonst geht es in Margheritis Film zumindest was Sex & Crime betrifft eher unspektakulär zu. Was auffällig war, waren eher viele kleine Sonderbarkeiten, die jede für sich genommen durchaus interessant waren bzw. gewesen wären, hätte Margheriti irgendwas daraus gemacht und sie besser in die Geschichte eingebaut. In dieser Form wirkten sie für mich nicht durchdacht, vielleicht sogar aufgesetzt. Um gleich mal den dem skurrilsten Einfall zu nennen: Im Zimmer von Corringas Neffen wohnt ein Affe, der im Film als Orang-Utan bezeichnet wird, der aber aussieht wie ein Schauspieler in einem schlechten Gorilla-Kostüm. Aber unabhängig von der Qualität der Verkleidung: Dieser Einfall trägt überhaupt nichts zur Geschichte bei, sorgt an keiner Stelle für einen Aha-Effekt, sondern nur für milde Irritation. Nichts gegen die Affen-Idee an sich, aber so dargestellt funktioniert sie jedenfalls nicht. Daneben lassen sich eine Reihe weiterer Beispiele nennen (das Vampirthema, die titelgebende Katze,…), womit Margheriti sicher etwas Interessantes im Sinn hatte, das  dann aber leider nicht weiterverfolgt.

Vielleicht würden diese ganzen Seltsamkeiten für den einen oder anderen den Reiz des Films ausmachen. Für mich war „Seven Deaths In The Catseye“ ein einigermaßen unterhaltsamer Krimi mit Mysterytouch – aber eben auch ein Film der verpassten Möglichkeiten. Wenn ich zum Schluss noch etwas hervorheben müsste, was mir besonders gut gefallen hat, wäre das zum einen Jane Birkin und  zum anderen das Schloss, in dem die Geschichte spielt. Beide scheinen ein Geheimnis zu verbergen, das im Film bis zum Ende nicht gelüftet wird.

Bild © VZ-Handelsgesellschaft mbH
 

3 Comments on Seven Deaths In The Catseye (Antonio Margheriti, Italien 1973)

  1. Schlombie sagt:

    Ja, ich konnte mit diesem Film auch wenig anfangen, allerdings war er für mich eher vergleichbar mit den typischen Wallace Grusel-Krimis (womit ich nicht die späteren meine, die zu den Giallos gehören). Von daher war mir die fehlende Härte eher egal. Aber das gewisse Etwas um tatsächlich Interesse zu wecken hat einfach gefehlt.

    • 3jH sagt:

      Bei mir war es fast ein wenig umgekehrt: Der Film hatte das gewisse Etwas, das mein Interesse geweckt hat, aber irgendwie wurde dieses Etwas dann gar nicht weiter entwickelt & ausgeführt. Schade.

  2. […] Film spielt im schönen Würzburg, es gab eine Handvoll atmosphärischer Momente und viele Tote (schon wieder 7!) der Score von Bruno Nicolai hat meine Ohren umschmeichelt und die Auflösung war gar nicht mal […]

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