Skyfall (Sam Mendes, UK/USA 2012)

Posted by – 29. Oktober 2012

„Skyfall“, der aktuelle James Bond, macht mir große Kopfschmerzen. Und zwar deswegen, weil ich auf der einen Seite die ersten, überwiegend positiven bis euphorischen Reaktionen verstehen und mir auch vorstellen kann, dass er ein Mördererfolg wird. Ist ja auch kein schlechter Film. Auf der anderen Seite ist es aber ein Bond, den ich persönlich fast schon ärgerlich finde. Und zwar, weil er meiner Meinung all das aufgibt, was die letzten beiden Teile so besonders gemacht hat.

Darum geht’s: James Bond (Daniel Craig) soll zusammen mit Agentin Eve (Naomie Harris)  eine Liste wiederbeschaffen, die die Namen von zahlreichen britischen V-Männern verzeichnet sind. Doch Fehlanzeige. Während der gegnerische Agent mit der Liste entkommt, wird Bond angeschossen, stürzt schwer verletzt in einen Fluss und taucht im wahrsten Sinne erst einmal unter. Erst als er davon hört, dass der MI6 einen neuen, mächtigen Gegenspieler hat, steht Bond von den Toten auf und macht sich wieder an die Arbeit.

Auf Kino-Zeit gibt es zu „Skyfall“ eine Rezension von mir, in der ich versuche, den Film und seinen Kontext vorzustellen und ausgewogen auf seine Stärken und Schwächen einzugehen. Aber wenn ich mal alle Versuche, objektiv zu sein, beiseite lasse, muss ich sagen: Für mich war das nichts. Konkret stört mich, dass Bond, der eben erst wieder Mensch geworden ist, schon wieder zum Supermann mutiert ist. Dass er angeschossen wird und infolge dessen nicht mehr ganz so geschmeidig seine Waffe zieht oder aufgrund seiner Alkoholexzesse nicht durch die Agenten-Prüfung kommt soll ihn verletzlich erscheinen lassen – tut es aber nicht. Bond ist wieder mal von der Aura der Unbesiegbarkeit umgeben. Ebenfalls missfällt mir, dass der Gadget- und Produktfetish von damals zurück ist: Der Smoking, die Walther PPK, Miss Moneypenny, der Aston Martin – alle(s) wieder dabei. Da hilft es auch nichts, dass der Aston Martin am Ende genüsslich zerlegt wird. Tatsache ist: Die Bond-Reliquien sind wieder. Dass es auch ohne geht habe die letzten beiden Teile aber gezeigt.

Ich habe als Kind gerne James Bond Filme gesehen, aber irgendwann das Interesse verloren. Erst mit dem Reboot habe ich wieder Feuer gefangen. Aber: Wenn die Bond-Reihe den eingeschlagenen Weg weitergeht, sind wir in Kürze wieder da, wo wir waren – und wegwollten. Und dann brauchen wir  schon wieder einen Neustart.

Bild © Sony
 

2 Comments on Skyfall (Sam Mendes, UK/USA 2012)

  1. […] auch so kann ich immer noch sagen: Was! Für! Ein! Film! Weil ich mir eh gerade das Hirn über „Skyfall“ zermartert habe (und was an ihm nicht stimmt), bietet es sich natürlich an, auch mal ein paar […]

  2. […] von „Skyfall“ war ich enttäuscht, aber mit „Spectre“ hat der Craig-Run für mich seinen Tiefpunkt […]

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