Slaughter High (George Dugdale, Mark Ezra, Peter Litten, USA 1986)

Posted by – 25. Mai 2012

Damals, zu Schulzeiten, machte eine schäbige VHS-Kassette die Runde. Darauf: Ein Zusammenschnitt der besten Gore- & Splatter-Szenen (oder was der Macher dieser Kassette eben dafür hielt). Ich muss zugeben, dass mir viele Bilder dieser Kassette immer noch im Kopf herumspuken. Etliche der auf dem Band ausschnittsweise gezeigten Filme habe ich mittlerweile in Gänze sehen können, bei anderen Schnipseln habe ich immer noch nicht rausgefunden, woher sie stammen. Ich arbeite dran. Und ab und an stellt sich ein kleines Erfolgserlebnis ein. Denn auch von „Slaughter High“ enthielt das VHS-Tape einige Szenen, und die habe ich kürzlich durch einen Tipp dem Film zuordnen können. Ein guter Grund, mir „Slaughter High“ einmal komplett anzusehen.

Tatort Mädchenumkleide: Um Schulnerd Marty (Simon Scuddamore) einen Streich zu spielen, lockt ihn Carol (Caroline Munro) in eine Falle. Kopfüber wird Marty von seinen schon dort lauernden Mitschülern in die Toilette getunkt, bis er vom Sportlehrer gerettet wird. Als Skip (Carmine Iannaccone), Kopf der Gang, aber auch noch Martys Chemie-Experiment sabotiert, kommt es zur Katastrophe. 10 Jahre später.  Carol, Skip und die ganze Clique werden zu einer Überraschungsparty in ihre alte Schule eingeladen. Statt einem schönen Fest erwartet sie in dem alten Gemäuer allerdings ein Psychopath, der sich viele unschöne Methoden ausgedacht hat, die Lebenszeit der „Partygäste“ radikal zu verkürzen.

Zuallererst ist mir Sountrack aufgefallen: mal ulkiger Rock, mal verspielter Reggae, mal ganz klassisch orchestral bis jazzig. Das verpasst dem Ganzen nicht nur einen passablen Drive,  sondern den Film für mich von Beginn an als ironischen Kommentar ausgewiesen und ihn mich als eine Art Satire sehen lassen. Dass die Story von Logiklöchern wimmelt, der Film erzählerisch oft einer holprigen Fahrt über ein marodes Kopfsteinpflaster gleicht und die Figuren durchweg simpel gestrickte Karikaturen von egoistischen Unsympathen sind, hat mich deswegen weniger gestört, als es bei anderen Zuschauern wohl der Fall wäre. Sicherlich:  ein paar völlig hirnrissige Szenen sind auch dabei und nicht jede davon kann man gutschreiben. Einige haben mit einem Speer zu tun, andere mit dem Verhalten der Protagonisten, von denen einige den Darwin-Award tatsächlich verdient hätten. Es ist absolut nachzuvollziehen, dass „Slaughter High“ nie zu den Klassikern des Genres gehört hat und wohl auch nie gehören wird. Dazu bringt er zu wenig Neues und die gebrachten Standards sind von zu schwankender Qualität. Trotzdem mag ich den Film weder als schlecht noch uninteressant bezeichnen. Und das hat hoffentlich nichts  mit romantischer Verklärung zu tun (Stichwort VHS-Tape). Das verlassende Schulgebäude ist ein atmosphärischer Ort. Den Machern gelingen hier ein paar wirklich gute Szenen. Hervorzuheben wäre hier vor allem der Showdown, bei dem Carol, vom Killer verfolgt, durch das verfallene Gemäuer flieht. Aber auch ein paar der Mordszenen bleiben im Gedächtnis. Da ist z. B. das vergiftete Bier zu nennen, das dem Bauch schlecht bekommt. Oder die Badszene, in der demonstriert wird, wie man sich lieber nicht verhalten sollte, wenn plötzlich Säure in die Wanne läuft. Oder – und diese Szene ist mir auch von damals noch in Erinnerung geblieben – als eine Frau auf der Fluch in einen Schacht fällt und vom Killer daran gehindert wird, wieder herauszukommen. Auch wenn dieser Mord zu den weniger brutalen des Films gehört, habe ich ihn als den unangenehmsten wahrgenommen. Insgesamt haftet dem Film von George Dugdale, Mark Ezra und Peter Litten eine eigenartige, manchmal fast schrullige Stimmung an, die ihm durchaus Wiedererkennungswert geben.

Und dann endet alles dort, wo es auch begonnen hat: In der Mädchenumkleidekabine. Zumindest hätte es dort enden können. Aber der Film geht noch einen Moment weiter und bietet für das Gesehene noch eine alternative Deutungsmöglichkeit an.  Mir kam das ein bisschen angehängt und aufgesetzt vor, rückte allerdings auf der anderen Seite einige vermeintliche Unzulänglichkeiten in ein neues Licht.

Bild © Arrow Video
 

2 Comments on Slaughter High (George Dugdale, Mark Ezra, Peter Litten, USA 1986)

  1. […] dem bereits erwähnten VHS-Tape waren auch ein paar Szenen aus „Stage Fright“ (OT: Diliria) drauf, und ich bin sehr froh, dass […]

  2. […] den Film zum ersten Mal gesehen und zwei Szenen entdeckt, die auch auf der in meinem Text zu „Slaughter High“ bereits erwähnten VHS-Kassette war: Die, als der eine Häftling von Metallrohren durchbohrt […]

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