Tag: Andrew Garfield

The Amazing Spider-Man 2 (Marc Webb, USA 2014)

Posted by – 14. April 2014

Das Spider-Man-Reboot durch Marc Webb wurde gemischt aufgenommen. Ich gehörte zu den Leuten, die nur wenig gute Worte für den Film gefunden haben. Zwei Jahre sind vergangen, nun erscheint mit „The Amazing Spider-Man 2 die Fortsetzung (hierzulade gewohnt umständlich: „The Amazing Spider-Man: Rise Of Electro“). Und Überraschung, die hat mir tatsächlich ein gutes Stück besser gefallen – auch wenn sie mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, wie der erste Teil. In aller Kürze: Webb ist ein Meister des Augenblicks, der einige grandiose Momente aus dem Ärmel schüttelt. In manchen Szenen war sie da, diese Gänsehaut – das Spider-Man-Gefühl! Außerdem rechne ich es dem Regisseur hoch an, dass zumindest versucht, das Spider-Man-Universum zu erweitern und der Geschichte neue Facetten abzuringen. Auch wenn er sich hier leider verzettelt. Webb hat zu viele Elemente in der Luft, hantiert mit sehr unterschiedlichen Stimmungen, macht viel ein bisschen, aber wenig richtig. Superschurke Electro (Jamie Foxx) hin oder her: bei Kernstück des Films – der Beziehung zwischen Peter Parker und Gwen Stacy (Emma Stone) – scheitert Webb. Hier frühen einfach keine Funken. Meine komplette Kritik gibt’s auf Kino-Zeit.

The Amazing Spider-Man (Marc Webb, USA 2012)

Posted by – 8. April 2014

Um mich auf den zweiten Teil „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ vorzubereiten, habe ich mich ein weiteres Mal an Teil eins gewagt. Das letzte Mal konnte ich mit ihm, wie hier nachzulesen, nicht besonders viel anfangen. Oder war das nur der erschreckte Schmerzensschrei eines Raimi-Fans? Hat mir Marc Webbs Reboot vielleicht nur aus einer Laune heraus nicht gefallen? Diese Hoffnung hat sich leider bereits in den ersten Minuten der Neusichtung zerschlagen. Ich bin schon fast soweit zu sagen, dass der Film aus einer Aneinanderreihung von schlechten Entscheidungen besteht: Viele kleinere und größere Drehbuchschwächen (da wüsste ich gar nicht wo ich anfangen soll!), Anschlussfehler noch und nöcher, ein Schnitt, der den Film förmlich zerhackt, alles ist so offensichtlich, so platt, das Casting… Mir ist es ein Rätsel, wie das, was Andrew Garfield da macht – sein Peter Parker ist ein genialistisch-nervöser Hipster-Nerd mit Skateboard –, mit differenziertem Schauspiel verwechseln kann. Und auch Emma Stone zieht in dem Film ein paar Grimassen, die in anderen Jobs ein Kündigungsgrund wären. Zum Glück sind Spinnen sehr widerstandsfähig. Auch mit einem 08/15-Drehbuch und einem anscheinend überforderten Regisseur bekommt man den Spider-Man-Stoff nicht kaputt. Und wer weiß, vielleicht hat Webb in den letzten zwei Jahren ja Kraft geschöpft, das quasi komplett neue Team nicht zu vergessen, angefangen bei den neue Autoren, dem dynamischen Duo Alex Kurtzman und Roberto Orci, dem neuen Kameramann, einem neuen Cutter… Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf.

P.S.

Aber ich möchte abschließend noch einmal meine Verwirrung zum Ausdruck bringen. Wie kann man Filme nur so unterschiedlich wahrnehmen? Ich habe haufenweise Reviews gelesen, die genau die Aspekte des Films, die ich für grottenschlecht halte, in den Himmel loben. Und ich habe mittlerweile auch mit vielen Menschen gesprochen, von denen, für mich nicht nachvollziehbar, viele Webbs Film für zumindest ganz ordentlich, wenn nicht sogar für ziemlich prima halten. Mit den Filmen kann die Meinung über Filme also nicht allzu viel zu tun haben. Klar, über Geschmack lässt sich nicht streiten blabla. Aber ich will ja auch nicht streiten. Ich will Meinungen verstehen! Der Inszenierung, der Geschichte, den Produktionswerten, der Leistung der Darsteller usw. Adjektive wie orgasmisch bist versaubeutelt zuzuweisen (etwas anderes habe ich im Geschreibsel weiter oben ja auch nicht geschafft) und sich darauf auszuruhen, kommt mir weder besonders sinnvoll vor, noch hilft es mir, die Position anderer zu verstehen. Ich mag es, wenn Autoren ein hohes Reflexionsniveau bezüglich ihrer Meinung haben, wenn sie transparent machen, warum sie finden, was sie finden, sie, wenn nötig, ihren Hintergrund einfließen lassen, wenn sie eine unterhaltsam zu lesende Geschichte aus ihrer Sicht auf einen Film machen, eine Geschichte nach deren Lektüre mir das Ansehen eines Films mehr Spaß macht als wenn ich es nicht getan hätte (und das ganz unabhängig davon, ob dem Schreiber oder der Schreiberin der Film gefallen hat oder nicht). Ich sage nicht, dass mir selbst das jemals gelungen ist. Aber ich arbeite daran. Versprochen.

P.P.S.

Apropos Transparenz. In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf eine sehr schöne Aktion hinweisen, die Marco Siedelmann auf Hardsensation ins Leben gerufen hat. In „Reden über Schreiben über Film(e)“ interviewt er verschiedene Filmschreiber & -denker und lässt so den Menschen hinter der Meinung sichtbar werden. Den Anfang macht ein sehr lesenswertes Gespräch mit Oliver Nöding von Remember It For Later.