Tag: Antoine Barraud

Berlinale 2015

Posted by – 3. März 2015

Die letzten Jahre im Februar bin ich regelmäßig in die Berlinale-Welt ein- und erst 10 Tagen später erschöpft wieder aufgetaucht. Zwischen 30 und 40 Filmen hatte ich dann in dieser Zeit gesehen. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Als frischgebackener Vater konnte ich mir nicht so recht vorstellen, die Tage im Kino und die Nächte schreibend am Rechner zu verbringen. Ein paar Filme habe ich dennoch gesehen, hier ganz kurz ein paar Sätze dazu…

Android’s Dream (Ion de Sosa, Spanien / Deutschland 2014)

„Android’s Dream“ (OT: Sueñan los androides) ist eine freie Adaption von Philip K. Dicks Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep?“ – und ein Film, der mich extrem gelangweilt hat. Für Kino-Zeit.de habe ich einen Verriss zu geschrieben. Nach diesem Auftakt konnte es nur besser werden..

Portrait Of The Artist (Antoine Barraud, Frankreich 2014)

..und das wurde es dann auch. So ganz verstanden habe ich „Portrait Of The Artist“ (OT: Le dos rouge) glaube ich nicht, reizvoll fand ich die Suche eines Regisseurs nach dem Monströsen aber dennoch. Ruhig erzähl, aber voller Irritationen. Auch für diesen Film habe ich etwas für Kino-Zeit.de geschrieben.

The Three Musketeers (George Sidney, USA 1948)

Als Kind hatte ich etwas übrig für Mantel- und Degenfilme, warum, daran hat mich „The Three Musketeers“erinnert, der in Retrospektive „Glorious Technicolor“ lief. Erzählerisch war er etwas eigenartig, nach der Hälfte hatte ich das Gefühl, der Film müsste eigentlich vorbei sein. Nach etwas Leerlauf ging’s dann aber noch einmal los. Toll choreographiert, manchmal witzig, immer energiegeladen. Ich wette, Jackie Chan hat diesen Film gesehen und sich davon ganz kräftig inspirieren lassen.

The Forbidden Room (Guy Maddin, Evan Johnson, Kanada 2015)

Guy Maddin ist ein Phänomen. Kaum ein anderer Filmemacher ist seinem extravaganten Stil über die Jahre so treu geblieben, wie der Kanadier. Seine Filme orientieren sich optisch an alten Stummfilmen, oft mit starkem, autobiografischem Zug. Innerhalb dieses Rahmens ist Maddin allerdings durchaus experimentierfreudig. In „The Forbidden Room“ haben er und sein Co-Regisseur Evan Johnson Ideen-Fragmenten niemals gedrehter Film ein eigenes filmisches, in sich verschachteltes Multiversum voller Absurditäten erschaffen. Verrückt. Genial. Aber auch unkonzentriert und damit etwas anstrengend.

Was heißt hier Ende? Der Filmkritiker Michael Althen (Dominik Graf, Deutschland 2015)

Ich lese nicht viele Texte über Filme, aber als ich neulich von Michael Althen „Liebling, ich bin im Kino“ in die Finger bekam, habe ich es in einem Rutsch durchgelesen. Althen hatte eine wunderbare Art, Kritiken zu schreiben! Die Dokumentation von Dominik Graf über den 2011 verstorbenen Filmkritiker war für mich deswegen ein absolutes Muss. Und wie ich nach dem Sehen feststellte, mein Highlight auf der diesjährigen Berlinale. Meisterwerk. Ich hatte Tränen in den Augen.