Tag: Anton Yelchin

Terminator Salvation (McG, USA 2009)

Posted by – 29. Dezember 2015

Terminator SalvationWir schreiben das Jahr 2018. Die Maschinen von Skynet haben die Macht übernommen. Die letzten Menschen stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie haben sich unter der Führung von John Connor (Christian Bale) in den Widerstand begeben und versuchen einen letzten verzweifelten Schlag gegen die Roboter. In dieser postapokalyptischen Welt erwacht Marcus Wright (Sam Worthington). Dessen letzte Erinnerung ist seine Zeit in der Todeszelle, in der er vor vielen Jahren auf die Hinrichtung gewartet hat. Wie er ins Jahr 2018 gelangt ist, ist ihm ein Rätsel, er weiß nur, dass er sich ins Innere der Organisation von Skynet begeben muss. Zusammen mit dem jungen Widerstandskämpfer Kyle Reese (Anton Yelchin) und der stummen Star (Jadagrace) macht er sich auf die Suche nach sich selbst und seiner Bestimmung.

Der Film geht los. Der langweiligste Vorspann sein – keine Ahnung! flackert über den Bildschirm. Das kann ja nur besser werden. Nach den ersten drögen Minuten machen sich bei mir die ersten Zweifel breit. Kommt da noch was? Ja, aber leider nichts Gutes. Das Ganze fängt schon damit an, dass Christian Bale („The Dark Knight“, „American Psycho“) eigentlich für die Rolle des Marcus vorgesehen war. Aber der Herr wollte lieber die Prestige-Rolle des John Conner, weswegen diese eigentlich kleine Rolle für den Star unverhältnismäßig aufgeplustert wurde. Völlig nichts sagend bleibt sie dennoch. Das Drehbuch von John D. Brancato und Michael Ferris zeigt nicht das geringste Gefühl für die Storyentwicklung und Figurenzeichnung und lässt die Schauspieler inhaltslose Onliner von sich geben. Aber „Terminator Salvation“ wäre ja nicht der erste Film, der trotz schlechtem Drehbuch und uninteressanter Figuren noch passabel unterhält. Doch hier kommt Regisseur McG ins Spiel. Dieser Mann sorgt dafür, dass selbst das nicht der Fall ist. Selten hat man so wenig mitreißende, seelenlose Action-Szenen erleiden dürfen wie hier. Immer wenn McG nicht weiter weiß, lässt er irgendwas explodieren, was aber genauso wenig für Spannung sorgt wie der Einsatz einer Handkamera und sinnlose Kamerafahrten für Dynamik. Den einst von James Cameron durch „Terminator“ und„Terminator 2“ geschaffenen -Mythos , den selbst ein durchwachsener dritter Teil nicht zerstören konnte, wurde mit „Terminator Salvation“ gründlich ruiniert.

Was qualifiziert eigentlich einen Regisseur, dessen größter „Erfolg“ bisher die beiden „Drei Engel für Charlie“-Filme waren, deren Action nebenbei gesagt völlig misslungen war, ein Mega-Projekt wie dieses zu verfilmen? Ich weiß es nicht. Und zu den Fällen, bei denen Filmemacher über sich hinausgewachsen, gehört „Terminator Salvation“ leider auch nicht. Der vierte Teil versagt auf allen Ebenen. Die Frage drängt sich auf: Was ist diesem Machwerk wirklich gut? Die Antwort ist einfach: Absolut nichts. Zwar ist nicht alles gleich miserabel – so strahlt Sam Worthington ein gewisses Charisma aus und das Sounddesign des Films hat ebenfalls überdurchschnittliche Momente – aber unter dem Strich ist der Film ein Komplettdesaster geworden. Nach knapp 120-minütiger, bildgewordener Enttäuschung wirkt dann das Filmende tatsächlich wie: The Salvation – die Erlösung.

Bild © UCA

Odd Thomas (Stephen Sommers, USA 2013)

Posted by – 16. April 2014

Odd-Thomas„I can see dead people“. Dieser Satz könnte ein Zitat aus sehr, sehr vielen Filmen sein. Auch zu „Odd Thomas“ passt er. Es geht um den Imbisskoch Odd Thomas (Anton Yelchin), der eine besondere Gabe hat: Er kann die Toten sehen und mit ihnen reden. Außerdem sieht er die Bodachs, unheimliche Wesen, die vom Unglück der Menschen angezogen werden. Wenn Odd einen Bodach sieht, dann lässt ein grausiges Ereignis nicht lange auf sich warten.  Eines Tages betritt ein Mann Odds Diner, für den sich nicht nur ein Bodach interessiert, sondern gleich eine ganze Horde der Wesen. Odd weiß – etwas Schreckliches wird passieren und er muss das irgendwie verhindern.

Ich mag die Idee, dass hinter der sichtbaren Welt eine andere, unsichtbare liegt, eine, in der ganz andere Gesetze gelten, die aber trotzdem irgendwie mit unserer verbunden ist. An der Prämisse habe ich deswegen auch gar nichts auszusetzen. Wie wäre es wohl, wenn man – als einziger – Wesen sehen könnte, die Unheil ankünden? Ich erinnere mich an „Metastasen“, eine Kurzgeschichte von Dan Simmons, in der ein Mann nach einem Unfall „Krebsvampire“ sehen kann und dadurch weiß, wer sterben wird. Gruselig fand ich die Geschichte! Und traurig! Ein bisschen traurig ist auch „Odd Thomas“ geraten, gruselig hingegen kaum. Das liegt vermutlich nicht an der zugrunde liegenden Geschichte von Horrorautor Dean R. Koontz, sondern an Regisseur Stephen Sommers selbst, der auch das Drehbuch zu verantworten hat. Er hatte wohl eher einen Gespenster-Krimi à la Peter Jacksons feinem „The Frighteners“ im Sinn, der unterhaltsam, flott und actionreich sein sollte, was ihm meiner Ansicht nach auch gelungen ist. Ich fühlte mich wohl  in „Odd Thomas“. Allerdings hätte ich mir den Film weniger poppig inszeniert gewünscht, dafür aber mit mehr Ruhe und mit einem stärkeren Fokus darauf, wie es ist, Odd Thomas zu sein und seine Beziehung zu Stormy (Addison Timlin) und Polizeichef Wyatt Porter (Willem Dafoe). Es ist nicht so, dass der Film in dieser Hinsicht gar nichts böte, es gibt immer wieder Stellen, in denen Akzente gesetzt werden, beispielsweise wenn Odd den Cop mal wieder aus dem Bett klingelt oder ihn dabei stört, wenn er mit seiner Frau gerade ein Techtelmechtel hat. Porter nimmt das stets entspannt, er traut dem jungen Mann mit den besonderen Fähigkeiten. Diese Szenen sind weniger gut, nicht weil hier ein Running Gag etabliert wird, sondern weil sich hier zeigt, dass die Figuren schon eine lange Geschichte miteinander hatten, bereits ehe die erste Szene über den Bildschirm flimmert. Gleiches gilt für Odd und Stormy. Sie müssen sich nicht erst ineinander verlieben, sie sind bereits zusammen und ein eingespieltes Team und Traumpaar obendrein. Aber gerade weil solche Momente zu den Stärken des Films gehören, hätte ich mir davon mehr gewünscht. Und wenn die Bodachs wirklich wie aus einer unbekannten Dimension und nicht wie aus einem günstigen Computer kommend ausgesehen hätten, wäre das auch nicht schlimm gewesen. Es ist aber definitiv kein Fehler, sich „Odd Thomas“ anzusehen. Gut, dass ich mich nicht vom Cover der DVD habe abschrecken lassen. Da steht nämlich: „Vom Regisseur von „G.I. Joe“.

Bild © Ascot Elite
 

Star Trek Into Darkness (J. J. Abrams, USA 2013)

Posted by – 4. Mai 2013

star trek into darknessDer neue „Star Trek“ trägt den Untertitel „Into Darkness“. Aber „Rüpel im Weltraum“ hätte auch gepasst.

Eigentlich sollte Captain James T. Kirk (Chris Pine) seines Kommandos über das Rauschiff Enterprise enthoben werden, weil er mal wieder nicht auf die erste Direktive geachtet hat. Als dann aber die Föderation vom Superterroristen John Harrison (Benedict Cumberbatch), einem ehemaligen Mitglied der Flotte bedroht wird, darf Kirk doch Captain des Schiffs bleiben. Zusammen mit seiner Crew, dem Vulkanier Spock (Zachary Quinto), dem Bordarzt Leonard „Pille“ McCoy (Karl Urban), Lt. Nyota Uhura (Zoë Saldaña), Ensign Pavel Chekov (Anton Yelchin) und Lt. Hikaru Sulu (John Cho) düst er los Richtung Heimatwelt der Klingonen, wo sich Harrison mutmaßlich aufhält. Nur Chefingenieur Lt. Montgomery „Scotty“ Scott (Simon Pegg) bleibt zu Hause. Der ist sauer auf Kirk, weil dieser erlaubt hat, die Enterprise mit unbekannten Torpedos zu bewaffnen.

Manch einer sagt, Regisseur, Autor und Produzent J. J. Abrams stehe für die Zukunft des Kinos. Mit „Alias“ und vor allem „Lost“ hat er der Serienwelt neue Impulse gegeben. Und auch der vor sich hinsiechenden „Mission: Impossible“-Reihe hat er einen modernen Anstrich verpasst. Richtig warm geworden bin ich mit Abrams’ Filmen bisher allerdings nicht. Durch seinen „Star Trek“-Reboot  ist mir jetzt bewusst geworden, dass er für mich – nicht böse sein, liebe Abrams-Fans – weniger Erneuerer als vielmehr eine Art „Gozer“ des Kinos ist. Abrams reißt alles ein, was nicht niet- und nagelfest ist, vergisst aber leider oft, hinterher wieder etwas Gleichwertiges aufzubauen. Aber ehe ich mich in solch abstrakten Aussagen verliere, hier mal ein paar Beispiele dazu, was mir am neuen „Star Trek Into Darkness“ (das wie der erste auf einem Drehbuch der Söldner Roberto Orci, Alex Kurtzman und – diesmal neu hinzugekommen – Damon Lindelof beruht) nicht gefällt.

Zugeben, der Film hat mich schon in den ersten Minuten verloren. Da rennen Pille und Kirk auf irgendeinem Planeten, alles hübsch bunt, durch den Wald – verfolgt von Eingeborenen. Plötzlich taucht ein großes Tier vor Kirk auf, das von ihm ohne Zögern erschossen wird. Pille weist Kirk kurz darauf hin, dass dieses Tier ihnen zur Flucht verholfen hätte, aber hey, was soll’s, weiter geht’s. Diese Szene, die für einen Lacher sorgen sollte, ist symptomatisch für den gesamten Film, in dem für einen kleinen Gag oder eine mittelgroße Sensation alles geopfert wird: Der Charakter der Figuren, die erste Direktive, ein Leben, der Frieden, egal: Hauptsache es wummst. Die Werte, die der Film – ob absichtlich oder fahrlässig – propagiert, sind damit keine, die irgendetwas mit dem alten „Star Trek“-Universum zu tun haben. Abrams’ Figuren sind einfach nur noch Rüpel im Weltraum: Kirk ist ein von Rachegedanken getriebener Cowboy, Pille spielt kaum mit und der ursprünglich emotionslose Vulkanier hat sich in dieser alternativen Star-Trek-Realität erst zum brodelnden Vulkan, dann zur Heulsuse entwickelt. Der lustvoll overactende Benedict „Sherlock“ Cumberbatch macht da noch den besten Eindruck. Und Uhura, neben dem neuen Besatzungsmitglied Carol Marcus (Alice Eve) die einzige Frau im Film, darf Ohrringe tragen und zum Schluss mal auf den Bösewicht schießen, womit  sich ihre Rolle ganz gut zusammenfassen lässt.

Ich könnte das alles auch einfach mit einem Achselzucken abtun, wenn „Star Trek Into Darkness“ wenigstens genug visuelle Ideen parat hätte, die für mich einen Film ganz wesentlich ausmachen. Und in der Tat ist dies der einzige Bereich, wo der Film an einigen Stellen Punkte machen kann. Eine (leider sehr kurze) Raumschlacht kann hier genannt werden; oder auch das Faustduell zwischen Spock und dem bösen Harrison. Für einen 130 Minuten langen Film sind ein paar Action-Fitzelchen allerdings zu wenig, zumal es keine wirklich interessante Geschichte gibt, die die Zeit bis zur nächsten Action-Szene überbrückt. Und wenn man an die Tonnen von Geld denkt, die in dieses Projekt geschüttet worden sind, ist es fast schon verwunderlich, wie wenig spektakulär „Star Trek Into Darkness“ daherkommt. Eine handvoll Szenen sehen nach hochwertiger CGI-Arbeit aus, andere wieder gar nicht. Und auch das 3D scheint mir nicht immer gelungen, vor allem wenn an den Bildrändern nach einem Zoom verschwommene 3D-Nasen ins Bild ragen.

Soweit so schlecht. Wer das hier liest, sollte sich allerdings trotzdem nicht zu sehr abschrecken lassen. Als Indikator dafür, ob er gefällt oder nicht, nehme man am besten den ersten Teil des Reboot in Augenschein. Ich vermute: Wer diesen „Star Trek“-Film mochte (warum auch immer), der wird den Into Darkness voraussichtlich noch besser finden. Ich habe schon mit dem ersten gefremdelt, und da Abrams hier den beschrittenen Weg weitergeht, ist es kein Wunder, dass ich damit immer noch nichts anfangen kann. Abrams macht alles kaputt und verkauft dem Zuschauer die Trümmer als zeitgemäße Kunst. Operation gelungen, Patient tot. Und das Publikum? Amüsiert sich prächtig. Und jetzt liegt auch das von Gene Roddenberry so liebevoll erdachte und von Rick Berman einfallsreich ausformulierte Star-Trek-Universum in Schutt und Asche. Düstere Zeiten für Science-Fiction-, pechschwarze für Star-Trek-Fans. Ja, der neue „Star Trek“ führt wirklich direkt in die Dunkelheit. Insofern passt der Titel doch. Ich will da nicht mit. Ich bin raus.

Bild © Paramount Pictures