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Star Trek Beyond (Justin Lin, USA 2016)

Posted by – 20. Juli 2016

Wahrscheinlich habe ich es schon einige Male hier im Blog erwähnt – ich bin kein großer Freund von J.J. Abrams (Filmen). Besonders mit seinem „Star Trek“-Reboot kann ich, freundlich gesagt, nichts anfangen. Nachdem ich „Star Trek“ (2009) wie auch den Nachfolger „Star Trek Into Darkness“ (2013) ziemlich bescheiden fand, hatte ich irgendwie stillschweigend angenommen, dass es wohl den meisten so gehen müsse. Und war davon ausgegangen, dass das Reboot irgendwann in nicht allzu naher Zukunft erneut rebootet werden würde. Damit lag ich falsch. Oder zumindest nicht ganz richtig. Denn hier ist er, „Star Trek Beyond“, der dritte Teil der Abram’schen alternative „Star-Trek“-Timeline. Diesmal hat allerdings nicht Abrams selbst, sondern der mehrfache „Fast & Furious“-Regisseur Justin Lin auf dem Regiestuhl Platz genommen. Für das Drehbuch zeichnen sich Scotty-Darsteller Pegg und Doug Jung verantwortlich. Beides wirkt sich positiv aus. Zwar ist das Ergebnis ein relativ konventioneller Blockbuster und bestimmt kein Meisterwerk, doch irgendwie ist es wieder da, dieses „Star Trek“-Feeling! Und ich würde mich nicht wundern, wenn dieser Film den oder anderen Verächter der letzten beiden Teile versöhnt und wieder zurück ins Boot holt. Auf Kino-Zeit schreibe ich ein wenig mehr zu meinen Gefühlen

Star Trek Into Darkness (J. J. Abrams, USA 2013)

Posted by – 4. Mai 2013

star trek into darknessDer neue „Star Trek“ trägt den Untertitel „Into Darkness“. Aber „Rüpel im Weltraum“ hätte auch gepasst.

Eigentlich sollte Captain James T. Kirk (Chris Pine) seines Kommandos über das Rauschiff Enterprise enthoben werden, weil er mal wieder nicht auf die erste Direktive geachtet hat. Als dann aber die Föderation vom Superterroristen John Harrison (Benedict Cumberbatch), einem ehemaligen Mitglied der Flotte bedroht wird, darf Kirk doch Captain des Schiffs bleiben. Zusammen mit seiner Crew, dem Vulkanier Spock (Zachary Quinto), dem Bordarzt Leonard „Pille“ McCoy (Karl Urban), Lt. Nyota Uhura (Zoë Saldaña), Ensign Pavel Chekov (Anton Yelchin) und Lt. Hikaru Sulu (John Cho) düst er los Richtung Heimatwelt der Klingonen, wo sich Harrison mutmaßlich aufhält. Nur Chefingenieur Lt. Montgomery „Scotty“ Scott (Simon Pegg) bleibt zu Hause. Der ist sauer auf Kirk, weil dieser erlaubt hat, die Enterprise mit unbekannten Torpedos zu bewaffnen.

Manch einer sagt, Regisseur, Autor und Produzent J. J. Abrams stehe für die Zukunft des Kinos. Mit „Alias“ und vor allem „Lost“ hat er der Serienwelt neue Impulse gegeben. Und auch der vor sich hinsiechenden „Mission: Impossible“-Reihe hat er einen modernen Anstrich verpasst. Richtig warm geworden bin ich mit Abrams’ Filmen bisher allerdings nicht. Durch seinen „Star Trek“-Reboot  ist mir jetzt bewusst geworden, dass er für mich – nicht böse sein, liebe Abrams-Fans – weniger Erneuerer als vielmehr eine Art „Gozer“ des Kinos ist. Abrams reißt alles ein, was nicht niet- und nagelfest ist, vergisst aber leider oft, hinterher wieder etwas Gleichwertiges aufzubauen. Aber ehe ich mich in solch abstrakten Aussagen verliere, hier mal ein paar Beispiele dazu, was mir am neuen „Star Trek Into Darkness“ (das wie der erste auf einem Drehbuch der Söldner Roberto Orci, Alex Kurtzman und – diesmal neu hinzugekommen – Damon Lindelof beruht) nicht gefällt.

Zugeben, der Film hat mich schon in den ersten Minuten verloren. Da rennen Pille und Kirk auf irgendeinem Planeten, alles hübsch bunt, durch den Wald – verfolgt von Eingeborenen. Plötzlich taucht ein großes Tier vor Kirk auf, das von ihm ohne Zögern erschossen wird. Pille weist Kirk kurz darauf hin, dass dieses Tier ihnen zur Flucht verholfen hätte, aber hey, was soll’s, weiter geht’s. Diese Szene, die für einen Lacher sorgen sollte, ist symptomatisch für den gesamten Film, in dem für einen kleinen Gag oder eine mittelgroße Sensation alles geopfert wird: Der Charakter der Figuren, die erste Direktive, ein Leben, der Frieden, egal: Hauptsache es wummst. Die Werte, die der Film – ob absichtlich oder fahrlässig – propagiert, sind damit keine, die irgendetwas mit dem alten „Star Trek“-Universum zu tun haben. Abrams’ Figuren sind einfach nur noch Rüpel im Weltraum: Kirk ist ein von Rachegedanken getriebener Cowboy, Pille spielt kaum mit und der ursprünglich emotionslose Vulkanier hat sich in dieser alternativen Star-Trek-Realität erst zum brodelnden Vulkan, dann zur Heulsuse entwickelt. Der lustvoll overactende Benedict „Sherlock“ Cumberbatch macht da noch den besten Eindruck. Und Uhura, neben dem neuen Besatzungsmitglied Carol Marcus (Alice Eve) die einzige Frau im Film, darf Ohrringe tragen und zum Schluss mal auf den Bösewicht schießen, womit  sich ihre Rolle ganz gut zusammenfassen lässt.

Ich könnte das alles auch einfach mit einem Achselzucken abtun, wenn „Star Trek Into Darkness“ wenigstens genug visuelle Ideen parat hätte, die für mich einen Film ganz wesentlich ausmachen. Und in der Tat ist dies der einzige Bereich, wo der Film an einigen Stellen Punkte machen kann. Eine (leider sehr kurze) Raumschlacht kann hier genannt werden; oder auch das Faustduell zwischen Spock und dem bösen Harrison. Für einen 130 Minuten langen Film sind ein paar Action-Fitzelchen allerdings zu wenig, zumal es keine wirklich interessante Geschichte gibt, die die Zeit bis zur nächsten Action-Szene überbrückt. Und wenn man an die Tonnen von Geld denkt, die in dieses Projekt geschüttet worden sind, ist es fast schon verwunderlich, wie wenig spektakulär „Star Trek Into Darkness“ daherkommt. Eine handvoll Szenen sehen nach hochwertiger CGI-Arbeit aus, andere wieder gar nicht. Und auch das 3D scheint mir nicht immer gelungen, vor allem wenn an den Bildrändern nach einem Zoom verschwommene 3D-Nasen ins Bild ragen.

Soweit so schlecht. Wer das hier liest, sollte sich allerdings trotzdem nicht zu sehr abschrecken lassen. Als Indikator dafür, ob er gefällt oder nicht, nehme man am besten den ersten Teil des Reboot in Augenschein. Ich vermute: Wer diesen „Star Trek“-Film mochte (warum auch immer), der wird den Into Darkness voraussichtlich noch besser finden. Ich habe schon mit dem ersten gefremdelt, und da Abrams hier den beschrittenen Weg weitergeht, ist es kein Wunder, dass ich damit immer noch nichts anfangen kann. Abrams macht alles kaputt und verkauft dem Zuschauer die Trümmer als zeitgemäße Kunst. Operation gelungen, Patient tot. Und das Publikum? Amüsiert sich prächtig. Und jetzt liegt auch das von Gene Roddenberry so liebevoll erdachte und von Rick Berman einfallsreich ausformulierte Star-Trek-Universum in Schutt und Asche. Düstere Zeiten für Science-Fiction-, pechschwarze für Star-Trek-Fans. Ja, der neue „Star Trek“ führt wirklich direkt in die Dunkelheit. Insofern passt der Titel doch. Ich will da nicht mit. Ich bin raus.

Bild © Paramount Pictures