Tag: Corey Feldman

Friday the 13th: A New Beginning (Danny Steinmann, USA 1985)

Posted by – 16. Mai 2016

Nachdem ich mir vor anderthalb Jahren die ersten vier „Friday“-Filme (hier die Texte zu Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4) sowie das Reboot von Marcus Nispel angesehen hatte, meinte ich gestern wieder genug Energie für die zweite Hälfte der Reihe gesammelt zu haben und habe ich deswegen voller Elan an den fünften Teil, „Friday the 13th: A New Beginning“ gemacht. Leider scheint die Zeit nicht ausreichend gewesen zu sein, die Ermüdungserscheinung, die mich beim letzten Run spätestens ab Teil 3 ereilten, setzen dieses Mal fast umgehend ein.

Der Film beginnt mit einer Hatz durch den Wald, bei der der bereits aus dem letzten Teil bekannte Tommy (Corey Feldman) ein unbekanntes Ziel ansteuert. Dort angekommen, erkennt der Zuschauer, dass es sich um die Grabstätte von Jason Voorhees handelt. Tommy beobachtet wie zwei Halbstarke das Grab schänden und kurz darauf von dem auferstandenen Jason umgebracht werden. Dann wendet sich der Killer Tommy zu…

… doch zum Glück ist alles nur ein Traum. Tommy (John Shepherd), mittlerweile erwachsen und durch seine damaligen Erlebnisse immer noch schwer traumatisiert, wird in eine Einrichtung für psychisch kranke Jugendliche gebracht. In Folge bringt erst ein Mitinsasse einen anderen um, dann geschehen in der Umgebung weitere Morde. Hat Tommy etwas mit den Vorfällen zu tun? Oder ist Jason von den Toten zurück? – Ich spoiler mal ein klein wenig und sage: Weder noch. Das finale Kapitel wurde erzählt, Zeit für einen neuen Anfang. Und soviel muss ich Danny Steinmann und den Autoren Barney Cohen und Martin Kitrosser dann doch zugutehalten, dass sie in diesem fünften Teil tatsächlich versuchen, die Sache um den Killer mit der Eishockeymaske neu zu überdenken. Geplant war ab hier für jeden folgenden Teil einen neuen Täter zu wählen, der in die Rolle Jasons schlüpft und als Copykiller in dessen Fußstapfen tritt. Was von der Grundidee durchaus interessant ist, entpuppt sich im fertigen Film leider als recht uninspirierte Fortschreibung des Status Quo. Mir jedenfalls war es ziemlich egal, wer denn nun eigentlich der Killer ist, da sich hier alles anfühlt wie in den Teilen zuvor. Ein wirklicher Neuanfang ist somit nicht geglückt. Positiv hervorzuheben bei „Friday the 13th: A New Beginning“ lässt sich neben der Absicht, hier etwas Neues zu versuchen, dass immerhin das Szenario um die Crazy Kids nicht schlecht ist. Das gibt Steinmann die Möglichkeit mit ein paar übertriebenen, sehr schrillen Figuren zu arbeiten, wobei ich leider gleich wieder einwenden muss, dass er auch hier weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Weiterhin bleibt zu erwähnen, dass zumindest Stephen L. Posey hier ein paar ganz schön ausgeleuchtete Szenen hinbekommt, die zwar nicht wirklich für die allgemeine Langeweile komplett entschädigen, aber doch den einen oder anderen Akzent setzen, so dass der Film vielleicht doch ein klein wenig länger in Erinnerung bleibt als er es verdient hätte.

Das war er also, der neue Anfang der „Friday“-Reihe. Doch jedem Anfang wohnt ein Ende inne, und ich bin jedenfalls erst mal wieder bedient. Wir sprechen uns vielleicht in ein bis zwei Jahren wieder. Gute Nacht.

Film ist immer noch aus der gleichen Box (s. Teil 1), deswegen kein Bild des Covers.

Friday the 13th: The Final Chapter (Joseph Zito, USA 19984)

Posted by – 17. September 2014

#horrorctober 4

Nach drei Teilen „Friday the 13th“ stellen sich erste Ermüdungserscheinungen ein und ich bin froh, dass Nummer vier, „The Final Chapter“, für mich schon das Ende meines Wiedersehens mit Jason im Rahmen des #horrorctober einläutet. Das finale Kapitel hat alles was die Reihe ausmacht und ist damit Höhe- und (vorläufiger) Tiefpunkt gleichermaßen.

Der Film von Joseph Zito, der für Filme wie „Missing In Action“ und „Red Scorpion“ bekannt ist, beginnt mit einer schönen, kleinen Plansequenz, die Kamera zeigt uns den Tatort des letzten Teils, überall Polizisten, Sanitäter, dann blicken wir in die Scheune, in der Jason mit einer Axt niedergestreckt wurde. Die Axt wird eingepackt, Jason zugedeckt, „Friday the 13th: The Final Chapter“ beginnt. Der vermeintlich tote Jason (Ted White) wird ins Krankenhaus gebracht (und ich frage mich, wie oft ich das schon gesehen habe, dass der Killer dann gleich im Krankenwagen oder später im Hospital zum Leben erwacht, das Personal platt macht und entkommt?), wo er bald darauf aufersteht, zwei Ärzte niedermetzelt und sich wieder auf den Weg zum Crystal Lake macht. Nach diesem ordentlich Auftakt beginnt das Business as usual – ein paar junge Leute in einer Ferienwohnung am Crystal Lake und Jason, der das gar nicht gut findet –, und bei mir hat sich ein sehr ähnliches Gefühl eingestellt wie im Teil zuvor: Langeweile. Dabei waren es doch vor allem beim ersten und mit Abstrichen auch noch zweiten Teil gerade das zwischenmenschliche Geplänkel, das mir besonders gut gefallen hat. Zwar hat die Reihe auch in Teil vier ihr Gespür für kauzige Figuren nicht völlig verloren, und es lässt sich eine Art von tiefgreifender Verzweiflung, die noch über ihre offensichtliche, sexuelle Frustration hinausreicht, bei den Protagonisten feststellen. Junge Menschen, die am Anfang ihres Lebens stehen, vielleicht gerade noch ebenso ein bisschen Liebe machen und einen Joint durchziehen durften und dann – nichts. Ist es vorbei, ohne Sinn. Aber dieses Gefühl der Sinnlosigkeit, des Verlorenseins, das ich irgendwie mit der „Friday“-Reihe verbinde, hat in diesem Fall gereicht, um mich über den recht zähen Mittelteil des Films hinwegzutrösten. Schön immerhin noch: Corey Feldman als der junge Tommy Jarvis, der mit seiner Mutter am See wohnt und dem im Verlauf eine entscheidende Bedeutung zukommt. Süß wie er fast vor Freude ausflippt, als der die nackte Nachbarin am Fenster sieht. Doch dann kommt seine Mutter ins Zimmer, er stellt sich schlafend, sie schließt die Fensterläden, gibt ihm einen Kuss und verlässt das Zimmer.

Ansonsten gab es noch ein paar schöne Szenen von hellen Nächten (ich liebe helle Nächte), einige bizarre Dialoge und ein gutes Finale – aber gleichzeitig ist alles in dem Film unglaublich egal. Wer stirbt spielt keine Rolle und auch das Wie ist nur ein Regentropfen im Toten Meer. Die einzige Wahrheit des Films ist sein ikonischer Killer, eine leere Figur, die nichts will als die Leute um und umzu seines Sees zu dezimieren. Jason ist seit dem letzten Teil gewachsen, zumindest äußerlich, innerlich ist er verarmt. Durch seine Maske ist er unverwechselbar, hat paradoxerweise den letzten Rest Individualität eingebüßt. Seine Spannung zieht „Friday the 13th“ deswegen auch nicht aus den konkreten Ereignissen, spätestens seit dem vierten Teil besteht der Schrecken der Reihe in der ziellosen, zermürbenden Wiederholung des Immergleichen, wie ein Versprechen, das stets erneuert, aber niemals eingelöst wird. So ganz konnte ich mich auch diesmal dem trist-monotonen Treiben nicht entziehen, aber ich habe auch gemerkt, dass mir das alles langsam aufs Gemüt schlägt. Deswegen belasse ich es vorläuft auch dabei und widme mich – von Marcus Nispels Neuinterpretation mal abgesehen, den will ich mir die Tage noch einmal ansehen – bald anderen, hoffentlich erfreulicheren #Horrorctober-Filmen.