Tag: David S. Goyer

Batman v Superman: Dawn Of Justice (Zack Snyder, USA 2016)

Posted by – 2. April 2016

Ja, ich mag ihn. Ich mochte schon „Man Of Steel“, aber „Batman v Superman: Dawn Of Justice“ finde ich sogar noch besser. Einige Gründe dafür nenne ich hier. Man könnte den Film auch noch aus etlichen weiteren zu schätzen wissen, z.B. für diese irritierende WTF-Traumszene (die unkluger Weise schon im Trailer verbraten wird) sowie gefühlt 300 andere Momente, die mehr Kraft haben, als das Meiste, was Konkurrent Marvel bisher zu Stande gebracht hat – angefangen bei der kurzen, aber berauschenden Origin-Skizze Batmans, oder der frühen Sequenz, die an den Vorgänger Teil anschließt und in der Bruce Waynes Hass auf Superman legitimiert wird bis hin zur Inszenierung des Endes. Als der Vorhang fiel, hätte ich mir den Film gleich noch mal ansehen können. Ganz zu schweigen davon, dass ich ziemlich gespannt darauf bin, wie es weiter geht mit Batman (Ben Affleck), Superman (Henry Cavill), Wondergirl (Gal Gardot) und der Justice League. Zu den Petitionen, die bewirken wollen, dass Snyder aus den Folgeprojekten abgezogen wird, sage ich mal nichts. Natürlich gibt es auch Kritikpunkte, viele teile ich sogar, aber ehrlich sagt – das einzige, das mich an dem Film wirklich gestört hat, war Lex Luther. Hier hat mir weder Jesse Eisenberg gefallen, der auf mich irgendwie wirkte, als hätte er sich aus einem anderen in diesen Film verirrt, noch der „Plan“ seiner Figur, welcher mir freundlich gesagt eines Masterminds nicht würdig erschien.

Man Of Steel (Zach Snyder, USA 2013)

Posted by – 16. Juni 2013

Man Of SteelSuperman hat eine Schwäche: Er ist zu stark. Denn ohne die zumindest hypothetische Chance, dass Superman scheitert, kein Drama. Um ihn verwundbar zu machen, wurde tonnenweise Kryptonit herangeschafft oder ihm eine Frau an die Seite gestellt, die er zu beschützen hatte. So richtig funktionieren wollte das alles nicht. Supermans Schwächen wirkten stets konstruiert und gekünstelt. Jetzt hat sich Zach Snyder („Watchmen“, „Sucker Punch“) dem bekanntesten Superhelden angenommen und das Problem mit der Unbesiegbarkeit auf Snyder-typische Art und Weise gelöst.

Der Planet Krypton ist dem Untergang geweiht. Über die Frage, wie man der drohenden Vernichtung begegnet, kommt es zum Putschversuch durch den Krieger General Zod (Michael Shannon). Der Wissenschaftler Jor-El (Russell Crowe) schafft es gerade noch rechtzeitig, seinen neugeborenen Sohn Kal-El in Sicherheit zu bringen. Er schickt ihn in einer Raumkapsel zur Erde. 30 Jahre später ist aus dem Neugeborenen ein junger Mann geworden. Unter dem Namen Clark Kent (Henry Cavill) lebt er bei seinen Pflegeeltern (Diane Lane und Kevin Costner) auf einer Ranch. Doch Clark ist anders als andere Kinder. Auf der Erde verfügt der Abkömmling von Krypton über Superkräfte. Doch er ist nicht der einzig Überlebende. Auch General Zod und seine Schergen haben überlebt. Und sie wollen die Erde zu einem neuen Krypton machen…

Schon der Anfang des Films, der Militärputsch auf Krypton und die anschließende Zerstörung des Planeten sind bombastisch. Aber das ist angesichts der entfesselten letzten Stunde des Films rein gar nichts. Snyder unterläuft alle Erwartungen und schafft einen Superman der Superlative, einen, der seinen Namen endlich einmal verdient. Clarks Kindheit, die Entdeckung seiner Kräfte, der Versuch, diese verborgen zu halten und die quälende Frage ‚Wo komme ich her?’ sind nur die Ruhe vor dem Sturm. Doch sobald Clark in einem auf der Erde versteckten Raumschiff Hinweise auf seine Abstammung erhält, aktiviert er damit gleichzeitig einen Sender, der Zod über seinen Aufenthaltsort informiert und die Invasion der Erde einläutet.

Die Story von „Man Of Steel“ stammt aus der Feder von Christopher Nolan und David S. Goyer. Dementsprechend düster ist der Stoff geraten. Und natürlich darf man bei Nolan erwarten, dass die Geschichte mehr Tiefe hat als beim Durschnitts-Superhelden-Film. Interessant an „Man Of Steel“ ist in diesem Zusammenhang, dass der Film nicht nur dem Superhelden-Genre, sondern gleichermaßen der Science Fiction verpflichtet ist. Und das nicht nur, weil es viel um Raumschiffe, Technik, Terraforming usw. geht. Auch der Auftakt um Krypton, der Grund warum Jor-El seinen Sohn zur Erde schickt, ebenso wie die Motivation von Zod, nach dem Jungen zu suchen, sind um Grunde Elemente der Science Fiction. Denn immer geht es auch um die Frage der Entstehung, Entwicklung und des Überlebens von Zivilisationen. Die Bewohner Kryptons haben es nicht geschafft, doch zumindest die Waisen unter ihnen unternehmen den Versuch, nicht nur das eigene Volk zu retten, sondern auch anderen Lebewesen im Universum dabei zu helfen, eine nachhaltige Lebensgrundlage zu schaffen. Einer Samenzelle gleich fliegt das Raumschiff mit dem Baby Kal-El durchs Weltall – und es sieht in einer der folgenden Szenen fast so aus, als würde sie die Erde befruchten.

Zum Schluss ist die Saat gesät. Clark Kent hat als Superman auf der Erde Fuß gefasst und die erste Bedrohung abgewendet. Die Menschheit hat einen neuen Helden, einen, der fast schon göttliches Vorbild ist, der sie liebt, aber auch selbst geliebt werden will. Und vielleicht werden sich die Bewohner der Erde durch den Mann in ihrer Mitte bald sogar selbst verändern. Snyder sucht mit „Man Of Steel“ nicht nach dem Kleinen im Großen, dem Menschlichen im Göttlichen. Ihn interessiert vielmehr, wie groß Größe sein kann. Folgerichtig ist er der erste Regisseur, der Superman tatsächlich von der Leine lässt. Superman unchained sozusagen. Zumindest die letzten 40 Minuten des Films, dieses unglaubliche (CGI-)Inferno, ist dann auch wirklich ziemlich dick aufgetragen, manche würden vielleicht sagen, zu „super“, auch weil der Showdown an und für sich gute Schauspieler wie Amy Adams als Reporterin Lois Lane an die Grenzen ihrer Mimik führen. Aber trotzdem ist „Man Of Steel“ vielleicht der beste, auf jeden Fall aber der in sich stimmigste Superman-Film, den es bis dato gibt.

Bild © Warner Bros.