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Universal Soldier – Day Of Reckoning (John Hyams, USA 2012)


Nach dem Aufstieg kommt der Fall. Doch manchmal passiert auch beides gleichzeitig. Wer hätte gedacht, dass die Universal-Soldier-Reihe noch einmal in derartige Tiefen hinabsteigt – nur um sich dadurch in solche Höhen zu erheben? John Hyams, Sohn des Peter Hyams, hat mit „Universal Soldier – Day Of Reckoning“ ein Manifest vorgelegt, das niemand so schnell vergessen wird.  Und er hat unmissverständlich klar gemacht, dass in Zukunft mit ihm gerechnet werden muss.

„Universal Soldier – Day Of Reckoning“ kümmert sich nicht allzu sehr um die vorhergehenden Teile und lässt die TV-Filme der Reihe völlig außer Acht.  Erzählt wird die Geschichte von John (Scott Adkins), der mit ansehen muss, wie seine Familie niedergemetzelt wird. Er selbst wird schwer verletzt und liegt nach dem Angriff mehrere Monate im Koma. Und von da an nur ein Ziel: Rache an dem Mann, der ihm und seiner Familie das angetan hat – Luc Deveraux (Jean-Claude Van Damme).

Wer die anderen Teile kennt, weiß, dass schon die Story ein Schlag in die Magengrube ist. Da wird mit Luc Deveraux der Held der anderen Filme kurzerhand zum kaltblütigen Killer umgeschrieben. Aber das ist nicht die einzige Änderung, die der vierte Teil bereit hält. Schon der vorhergehende, „Universal Soldier: Regeneration“, bei dem Hyams ebenfalls Regisseur war, hat die Richtung angegeben: Action goes Arthouse, doch die Trostlosigkeit des Vorgängers wird von Hyams hier noch einmal überboten. Helden findet man  keine mehr – nur noch verzweifelte, unsäglich einsame Killermaschinen, die in hypnotisch verstörenden Bild-Sound-Collagen gegeneinander antreten. Die Euphorie um den verbesserten Menschen, den Cyborg, den universell einsetzbaren Soldaten hat in Hyams Film, der intelligente Dystopie und brachialer Shocker gleichermaßen ist, einen ernüchternden Endpunkt gefunden.

Aber um den Text nicht so deprimierend aufhören zu lassen: 2012 war ein gutes Jahr für den Action-Film!

Bild © Studiocanal