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Giallo Collection Teil 2 (Sergio Bergonzelli, Aldo Lado, Flavio Mogherini, Italien, Spanien 1970/72/77)

Posted by – 15. November 2013

giallo collection 2Nachdem ich neulich ein wenig Werbung für die „Giallo Collection Teil 1“ gemacht habe, möchte ich, der Vollständigkeit halber, auch ein paar Sätze zum zweiten Teil der Compilation schreiben. Die mir insgesamt sogar noch etwas besser gefallen. Wieder erwarten den Zuschauer einige weniger bekannte und trotzdem reizvolle Vertreter des Giallo, serviert in einer quietsch-gelben Box, die sich gut im Filmregal macht. Diese enthält wie der Vorgänger drei hübsche Mini-Poster mit lesenswerten Texten zu den Filmen. Warum Teil 2 den Untertitel „Die spektakuläre Box der blanken Messer“ tragen muss, entzieht sich meiner Kenntnis; aber Teil 1 hat ja auch schon den ebenfalls völlig sinnfreien Titel „Die ultimative Box der blutrünstigen Italiener“ abbekommen. Insofern wird die „Linie“ wenigstens beibehalten.

Zu den Filmen (in chronologischer Reihenfolge):

Der frühste Giallo der Box ist Sergio Bergonzellis „In The Folds Of The Flesh“ (OT: Nelle pieghe della carne) aus dem Jahre 1970: Erzählt wird von einer perversen Familie, die zwanghaft mordet.  Ein flüchtiger Verbrecher, der einen der Morde beobachtet und nach seiner mehrjährigen Haftstrafe die Familie zur Kasse bitten will, erlebt sein blaues Wunder. Diese kurze Inhaltsangabe gibt den Wahnsinn von Bergonzellis irrem Film allerdings nur unzureichend wieder, die Auflösung ist wirr, entbehrt wie der ganze Film trotzdem nicht einer gewissen Faszination. Pervers-gut!

Zu Aldo Lados „Who Saw Her Die“ (OT: Chi l’ha vista morire?) will ich gar nichts weiter sagen, das habe ich hier schon getan. Für mich der stärkste Film dieser Box.

Ebenfalls nicht übel: „The Girl in the Yellow Pajamas“ (OT: La Ragazza Dal Pigiama Giallo) aus dem Jahr 1977, der jüngste und in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlichste Beitrag der „Giallo Collection Teil 2“. Nicht nur, dass er statt in Italien im sonnendurchfluteten Australien spielt, der Film lässt auch weitere, typische Erkennungsmerkmale schwarze Handschuhe, die Messer und  die ausgeklügelte Mordszene des Giallos missen. Die Story: Nachdem man am Strand eine grausam zugerichtete Frauenleiche gefunden hat, nimmt der pensionierte Inspektor Thompson (Ray Milland) die Ermittlungen auf. Einziger Hinweis: Einige am Tatort gefundene Reiskörner. Parallel dazu lernt der Zuschauer das Opfer (Dalila Di Lazzaro) kennen und erfährt die Vorgeschichte des Mordes. Die etwas komplizierte Erzählweise macht es nicht ganz leicht, der Handlung zu folgen. Trotzdem: ein guter Film mit einem bitteren Ende.

Fazit: Schicke Veröffentlichung mit zwei guten und einem sehr gute Giallo. Falls es irgendwann die „Giallo Collection Teil 3“ („Die sensationelle Box der tiefschwarzen Handschuhe“?) gibt, greife ich gerne wieder zu.

Bild © Koch Media