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The Perfume Of The Lady in Black (Francesco Barilli, Italien 1974)

Posted by – 6. Mai 2012

Hiermit bringe ich die Reihenfolge der Texte in diesem Blog durcheinander. Eigentlich möchte ich meine Gedanken direkt nach Filmsichtung notieren, damit der Eindruck möglichst frisch ist. Im Falle von Francesco Barillis Debüt „The Perfume Of The Lady in Black“ (OT: Il profumo della signora in nero) sind jetzt allerdings schon mehrere Wochen vergangen, dass wir ihn im Rahmen unseres wiederbelebten Videoabends gesehen haben, und ich merke, dass meine Erinnerung schon jetzt sehr blass geworden ist. Trotzdem möchte ich den Film, der mir insgesamt gut gefallen hat, nicht ohne ein paar Worte davon kommen lassen.

„The Perfume Of The Lady in Black“ handelt von Silvia Hacherman (Mimsy Farmer), die eines Abends im Spiegel eine fremde Frau erblickt. Doch das ist erst der Anfang einer Reihe unheimlicher Erlebnisse, mit denen sie konfrontiert werden wird. Haben ihre zwielichtigen Freunde etwas damit zu tun? Oder verliert Silvia einfach den Verstand?

Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen bei diesem Film. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich bisher nichts dazu geschrieben habe. „The Perfume Of The Lady in Black“ beginnt angenehm langsam und es dauert ein wenig, bis der Zuschauer die Stoßrichtung des Films erkennt und sich die unheimlichen Vorzeichen häufen und schließlich in einem splattrigen Finale kulminieren. Was mir gefallen hat: Mimsy Farmer. Anfangs wirkt ihre Figur Silvia noch selbstbewusst, mit beiden Beinen im Leben stehend, doch nach und nach entgleitet ihr die Realität. Man kann sich an Polanskis „Ekel“ (Frau dreht durch), „Rosmaries Baby“ (zwielichtige Freunde und Nachbarn) oder auch gelegentlich an Hitchcocks „Psycho“ erinnert fühlen. Ich musste auch sofort an „Spasmo“ denken, auch wenn die Atmosphäre beider Filme völlig unterschiedlich ist. Doch zwischen Christian und Silvia gibt es einige Parallelen. Ebenfalls wunderbar bei „The Perfume Of The Lady in Black“ ist die Inneneinrichtung der Räume, die einem das Gefühl vermittelt, auf einem Drogentrip zu sein. Und das passt ja auch zur Geschichte. Nicht so gut gefallen haben mir die anderen Figuren, z.B. Roberto (Maurizio Bonuglia), Silvias Lover, dem man anmerkt, dass er in dem Film eigentlich gar keine richtige Funktion erfüllt. Kein Wunder: In den Extras der DVD erfährt man, dass sein Charakter nachträglich in das Drehbuch integriert wurde. Als Romantic Interest war er ein Zugeständnis an das finanzierende Studio. Aber auch die Wendung, die der Film ganz am Ende nimmt, esist mir nicht ganz geheuer. Sicherlich, das Thema Schwarze Magie wurde schon vorher angesprochen, das Finale war für meinen Geschmack etwas zu abgehoben und losgelöst vom Rest.

Im Moment ist „The Perfume Of The Lady in Black“ für mich ein sehr eigener Film und eine interessante, visuell ansprechende Mischung aus Giallo, Psychothriller und Okkultismusspuk – wobei auf den letzten Aspekt meinethalben hätte verzichtet werden können. Eine abschließende Meinung kann ich mir gerade noch nicht bilden.

Bild © Raro Video / Nocturno