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The Hunger Games (Gary Ross, USA 2012)

Posted by – 21. März 2012

Eine Sache, die ich spannend finde, ist, Filme mit ihren Literaturvorlagen zu vergleichen. Ich frage mich schon beim Lesen immer – wie könnte man das umsetzen? Dazu hatte ich gerade wieder die Gelegenheit. Vor ein paar Tagen habe ich den ersten Teil der Verfilmung von Suzanne Collins Science-Fiction-Trilogie „The Hunger Games“ gesehen. Den ersten Roman hatte ich ein paar Wochen zuvor gelesen. Genaugenommen war es erst der Roman, der überhaupt mein Interesse an dem Stoff geweckt hat. Zuvor hatte ich „The Hunger Games“ immer ein wenig in die Ecke „Twilight“, „Harry Potter“ und „Tintenherz“ gesteckt, und auch der Trailer des Films hat mich nicht missionieren können. Nach der Lektüre sah die Sache aber anders aus: die düstere, um nicht so zu sagen todtraurige und über alle Maßen deprimierende Geschichte über Jugendliche, die sich in einer Freiluftarena gegenseitig umbringen müssen, hatte mit Rowling, Meyer und Funke rein gar nichts gemein. Ich hatte Bilder im Kopf. Und ich war sehr gespannt, wie Gary Ross  („Pleasantville“, „Seabiscuit“) die Sache angehen würde..

Verglichen mit dem Buch wirkte der Film auf mich erst etwas glatt. Im dekadenten Capitol ist der Hochglanz-Look äußerst passend; aber gerade in Distrikt 12, der Minenarbeiter-Distrikt, aus dem die Protagonistin Katniss Everdeen (im Film gespielt von Jennifer Lawrence“) kommt, hatte ich mir die Menschen noch ärmlicher, noch heruntergekommener vorgestellt. Auch während der Hunger-Spiele habe ich beim Lesen den Durst, den Hunger und die Erschöpfung der Heldin förmlich gespürt. Auch hier bleibt der Film etwas hinter der Vorlage zurück. Aber: Insgesamt war ich erstaunt und absolut positiv überrascht, wie gut es Ross verstanden hat, der Umsetzung einen in sich stimmigen Look zu geben und so gut wie alles Wichtige, das den ersten Roman so spannend, emotional und berührend macht, in den Film zu übersetzen. Eine große Leistung, wie ich finde. Ich bin gespannt, ob Gary Ross dieses Kunststück auch in den kommenden Teilen (die ich bis dahin gelesen haben werde) glücken wird. Zum jetzigen Zeitpunkt halte ich „The Hunger Games“ jedenfalls für eine äußerst gelungene Literaturverfilmung und ich hoffe, den Film bald ein zweites Mal sehen zu können.

Meine etwas ausführlichere Meinung zur Verfilmung findet man auf Kino-Zeit.de.

Bild © Studiocanal