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After Earth (M. Night Shyamalan, USA 2013)

Posted by – 7. Juni 2013

AfterEarthDie Dinge sind nie so wie sie auf den ersten Blick scheinen in den Filmen des M. Night Shyamalan. Es sind fantasievolle Filme voller Geheimnisse, deren Lösung gleich unsere gesamte Weltsicht auf den Kopf stellt und uns dazu einlädt, etwas weniger verbissen an unsere Überzeugungen zu glauben. Für „After Earth“ gilt das allerdings nur sehr bedingt, da er auf einer Idee von Will Smith  beruht und für den größten Teil des Drehbuchs Gary Whitta („The Book of Eli“) verantwortlich ist. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen man glaubt, etwas von dem Talent Shyamalans zu bemerken.

„After Earth“ ist im Prinzip ein Abenteuerfilm in dessen Zentrum eine Vater und Sohn Beziehung steht. Die Geschichte spielt eintausend Jahre in der Zukunft. Die Menschheit hat ihren Planeten runtergewirtschaftet und musste deswegen umziehen. Ihre neue Heimat heißt Nova Prime, doch auch dort droht Gefahr in Gestalt der bösen Ursa, Wesen, die menschliche Angst wahrnehmen können und fast unbesiegbar sind. Als der furchtlose Cypher Raige (Will Smith), einer der wenigen Menschen die es mit den Ursa aufnehmen können und sein Sohn, der dreizehnjährige Kitai (Jaden Smith) nach einem Asteroiden-Hagel mit ihrem Raumschiff auf der Erde notlanden müssen, wir der Vater schwer verletzt – und der Sohn muss zeigen, was in ihm steckt.

Es gibt natürlich auch einiges zu mäkeln. Während bei vielen die Scientology-Warnglocken angesprungen sind und seitdem unablässig bimmeln, hat mich das Credo des Films („Fear is not real. It is a product of thoughts you create. Do not misunderstand me. Danger is very real. But fear is a choice.“) eigentlich nur genervt und ich finde es in Bezug auf die erzählte Geschichte nicht konsistent; und ich bin mir auch nicht sicher, ob Will Smith wirklich für die Rolle des furchtlosen, gefühlskalten Superkämpfers geeignet ist. Das Frauenbild des Film ist auch nicht das aller modernste. Zusätzlich – und das störte mich am meisten – gibt es immer wieder Momente, in denen das Drehbuch nicht wirklich schlüssig ist. Warum ist ein Ursa an Bord und warum überhaupt sind diese Wesen so geschaffen, dass sie nur Angst wahrnehmen können. Ist das nicht furchtbar unpraktisch?  Usw.

Trotzdem hat mir „After Earth“ insgesamt doch nicht schlecht gefallen. Die Geschichte ist einfach aber gut. Sie bietet eine interessante Grundidee, Dramatik, Überraschungen und ist straightforward erzählt. Interessant ist auch das Verhältnis von Natur und Technik. Dieser Punkt verdient noch mal eine ausführliche Analyse. Und auch mit der Moral kann ich mich anfreunden: Kinder können durchaus in die Fußstapfen ihrer Eltern treten – um ans Ziel zu kommen, müssen sie trotzdem ihre eigenen Wege gehen. Insofern ist „After Earth“ meiner Meinung  durchaus einen Blick wert.

Eine längere Rezension von mir findet man auf Kino-Zeit.de, und hier unterhalte ich mich mit Michael und Sophie  über den Film.

Bild © Sony