Tag: Geister

Poltergeist (Gil Kenan, USA 2015)

Posted by – 26. Mai 2015

Mit so einem Poltergeist ist nicht zu spaßen. Und schwer wieder loszuwerden ist er auch. Schwer loszuwerden sind aber nicht nur Poltergeister, sondern auch Filme über sie. Auch nur eine ungefähre Schätzung abzugeben, wie viele Haunted-House-Filme in den letzten Jahren im Kino gestartet und direkt in den Videotheken versumpft sind, überfordert mich. Nun startet mit Gil Kenans „Poltergeist“ das Remake des Hooper/Spielberg-Klassikers von 1982. Auch wenn Kenans den Spuk-Film nicht neu erfindet, so zeichnet sich sein Film immerhin durch eine respektvolle Nähe zum Original, mehrdimensionale Figuren und die einfallsreiche Inszenierung aus. Ob man es allerdings schafft, einen anderen als ökonomischen Sinn darin zu sehen, einen Film, den es schon gibt, noch einmal zu drehen, hängt stark von der Phantasie der Zuschauer ab. Auf Kino-Zeit.de gibt es eine etwas längere Kritik von mir.

Across The River (Lorenzo Bianchini, Italien 2013)

Posted by – 1. Februar 2015

across the riverVielleicht darf ich auch einfach mal schreiben, dass mir nicht viel zu einem Film einfällt. Kritiken lese ich eigentlich nicht allzu oft, aber zu „Across The River“ (OT: Oltre il Guado) sind mir einige sehr positive Texte untergekommen und deswegen wollte ich ihn gerne sehen. Das habe ich jetzt getan. Mir ist allerdings nicht klar geworden, was Publikum und Kritik an dem mehrfach ausgezeichneten Film sehen. Ich habe nicht einmal viel zu meckern, weil: da ist einfach nichts. Bestenfalls dieses Nichts kann ich kritisieren, ein Horror- bzw. Gruselfilm sollte ja „Etwas“ haben und zwar ein Etwas, das Angst macht.

Ein Mann (Marco Marchese) läuft erst durch einen Wald, dann durch ein verlassenes Dorf. Da mal eine schräge Klaviernote, dort ein Horn. In einigen Texten ist zu lesen, der Regisseur Lorenzo Bianchini, der hier auch für das Drehbuch und den Schnitt verantwortlich zeichnet, spiele mit Genre-Konventionen, ich aber sage: er reiht sie aneinander. Das hat man alles schon etliche Male und zwar meist besser gesehen. Lediglich das Timing unterscheidet sich ein wenig von ähnlichen Produktionen. Soweit, dies als „behutsamen Spannungsaufbau“ zu bezeichnen, würde ich aber auch nicht gehen. Und nur dafür, dass Bianchini wie ich kein großer Fan von Jump Scares zu sein scheint, bin ich noch nicht bereit zu klatschen. Zumindest ich war nicht ge- sondern eher entspannt, um nicht zu sagen gelangweilt – bist das Genervt sein dazu kam. Änderungsvorschlag für den Film: Alle Nebenstränge (alten Mann, Sanitäter und vor allem die beiden Schwestern weglassen), die Im-Traum-Ertrinken-Szene zum Schluss noch einmal wiederholen und ihn nicht aufwachen lassen. Dann wäre das zwar immer noch kein toller Film, aber zumindest wäre er dann stringenter aufgebaut und hätte am Ende auf die zwei schmierigen Schwestern aus der Mottenkiste des Horrorfilms verzichten können.

Positiv aufgefallen ist mir lediglich, wie der Aktions- und Wahrnehmungsradius der Hauptfigur immer weiter schrumpft. Stehen ihm am Anfang Wald und Wiesen offen und ist sein Sensorium durch die Kameras an den Füchsen sogar noch erweitert, verengen sich die Grenzen seiner Welt nach dem Ansteigen des Flusses und seiner Ankunft im Dorf immer weiter, bis er schließlich desorientiert durch die verfallenen Räume irrt. Ein glücklicher Zuschauer ist wohl einer, auf den sich diese Irritation und Klaustrophobie überträgt. Das hat bei mir leider nur in sofern funktioniert, dass mein Sofa von Filmminute zu -minute unbequemer geworden ist.

Bild © Marctropolis

Odd Thomas (Stephen Sommers, USA 2013)

Posted by – 16. April 2014

Odd-Thomas„I can see dead people“. Dieser Satz könnte ein Zitat aus sehr, sehr vielen Filmen sein. Auch zu „Odd Thomas“ passt er. Es geht um den Imbisskoch Odd Thomas (Anton Yelchin), der eine besondere Gabe hat: Er kann die Toten sehen und mit ihnen reden. Außerdem sieht er die Bodachs, unheimliche Wesen, die vom Unglück der Menschen angezogen werden. Wenn Odd einen Bodach sieht, dann lässt ein grausiges Ereignis nicht lange auf sich warten.  Eines Tages betritt ein Mann Odds Diner, für den sich nicht nur ein Bodach interessiert, sondern gleich eine ganze Horde der Wesen. Odd weiß – etwas Schreckliches wird passieren und er muss das irgendwie verhindern.

Ich mag die Idee, dass hinter der sichtbaren Welt eine andere, unsichtbare liegt, eine, in der ganz andere Gesetze gelten, die aber trotzdem irgendwie mit unserer verbunden ist. An der Prämisse habe ich deswegen auch gar nichts auszusetzen. Wie wäre es wohl, wenn man – als einziger – Wesen sehen könnte, die Unheil ankünden? Ich erinnere mich an „Metastasen“, eine Kurzgeschichte von Dan Simmons, in der ein Mann nach einem Unfall „Krebsvampire“ sehen kann und dadurch weiß, wer sterben wird. Gruselig fand ich die Geschichte! Und traurig! Ein bisschen traurig ist auch „Odd Thomas“ geraten, gruselig hingegen kaum. Das liegt vermutlich nicht an der zugrunde liegenden Geschichte von Horrorautor Dean R. Koontz, sondern an Regisseur Stephen Sommers selbst, der auch das Drehbuch zu verantworten hat. Er hatte wohl eher einen Gespenster-Krimi à la Peter Jacksons feinem „The Frighteners“ im Sinn, der unterhaltsam, flott und actionreich sein sollte, was ihm meiner Ansicht nach auch gelungen ist. Ich fühlte mich wohl  in „Odd Thomas“. Allerdings hätte ich mir den Film weniger poppig inszeniert gewünscht, dafür aber mit mehr Ruhe und mit einem stärkeren Fokus darauf, wie es ist, Odd Thomas zu sein und seine Beziehung zu Stormy (Addison Timlin) und Polizeichef Wyatt Porter (Willem Dafoe). Es ist nicht so, dass der Film in dieser Hinsicht gar nichts böte, es gibt immer wieder Stellen, in denen Akzente gesetzt werden, beispielsweise wenn Odd den Cop mal wieder aus dem Bett klingelt oder ihn dabei stört, wenn er mit seiner Frau gerade ein Techtelmechtel hat. Porter nimmt das stets entspannt, er traut dem jungen Mann mit den besonderen Fähigkeiten. Diese Szenen sind weniger gut, nicht weil hier ein Running Gag etabliert wird, sondern weil sich hier zeigt, dass die Figuren schon eine lange Geschichte miteinander hatten, bereits ehe die erste Szene über den Bildschirm flimmert. Gleiches gilt für Odd und Stormy. Sie müssen sich nicht erst ineinander verlieben, sie sind bereits zusammen und ein eingespieltes Team und Traumpaar obendrein. Aber gerade weil solche Momente zu den Stärken des Films gehören, hätte ich mir davon mehr gewünscht. Und wenn die Bodachs wirklich wie aus einer unbekannten Dimension und nicht wie aus einem günstigen Computer kommend ausgesehen hätten, wäre das auch nicht schlimm gewesen. Es ist aber definitiv kein Fehler, sich „Odd Thomas“ anzusehen. Gut, dass ich mich nicht vom Cover der DVD habe abschrecken lassen. Da steht nämlich: „Vom Regisseur von „G.I. Joe“.

Bild © Ascot Elite
 

Paranorman (Sam Fell, Chris Butler, USA 2012)

Posted by – 12. Januar 2013

Das Animationsstudio Laika hat mit „Corpse Bride“ (2005) und „Coraline“ (2009) zwei echt schöne, originelle Filme produziert. Insofern hatte ich an „Paranorman“, den dritten Film des Studios, einige Erwartungen. Letztes Wochenende beim Babysitten habe ich ihn endlich gesehen. Leider konnte ich ihm nicht viel abgewinnen. Mir gefallen Filme dann am besten, wenn sie fantasievoll sind und mir etwas zeigen, das ich noch nicht kenne; oder, wenn sie eine aufrichtige Geschichte mit glaubhaften Figuren zusammenbringen. Bei „Paranorman“ finde ich nichts davon. Ich denke an Tim Burtons „Beetlejuice“ oder Peter Jacksons „The Frighteners“, die vor Ideen nur so überkochen. Oder von mir aus auch an Brian Lumley „Necrosope“-Reihe. Selbst im ersten kurzen Band dieser „Schundreihe“ finden sich mehr Ideen als in Sam Fells und Chris Butlers ganzen Film. Bei Kritik und Publikum kam „Paranorman“ sehr gut an. Mir hat er nur gezeigt, dass andere Menschen andere Dinge sehen. Und man manchmal einfach damit Leben muss.

Für Sophie und ihre schöne Filmseite Filmosophie habe ich eine etwas ausführlichere Rezension geschrieben, der man meine Ratlosigkeit den Film betreffend glaube ich auch ein wenig anmerkt.