Tag: Iko Uwais

The Raid 2 (Gareth Evans, Indonesien 2014)

Posted by – 30. Juni 2014

Kaum ein Film hat mich in den letzten Jahren so durchgerüttelt wie „The Raid“ (OT: Serbuan maut). In diesem irren Gewalttrip des walisischen Regisseurs Gareth Evans prügelten sich Polizisten und Gangster in einem Hochhaus fast 100 Minuten gegenseitig ins Nirwana. Anstelle des klaustrophobischen Szenarios setzt die Fortsetzung auf eine wesentlich komplexere Story sowie ein elaborierteres künstlerisches Konzept. Mehr noch als der Vorgänger wird der zweite Teil so zu einer Reflexion über das Wesen des Kämpfens an sich. Das hat durchaus seinen Reiz. Die Wucht und die Dringlichkeit des ersten Teils aber bleiben in der – mit zweieinhalb Stunden etwas langen – Fortsetzung ein wenig auf der Strecke. Mehr dazu, was mir an „The Raid 2” (OT:The Raid 2: Berandal)  gefallen hat und was nicht, gibt’s zu lesen auf Kino-Zeit.de.

Merantau (Gareth Evans, Indonesien 2009)

Posted by – 11. September 2012

Schon irgendwie witzig, der Werdegang des Walisers Gareth Evans: Da fliegt er nach Indonesien, um eine Dokumentation über Silat, die Martial Arts der indonesischen Inseln zu drehen – und auf einmal wohnt der Mann in Jakarta und dreht einen Kampfsportfilm nach dem anderen. Sein dritter Film „Berandal“, eine Fortsetzung zu „The Raid“ ist bereits in Arbeit.

Aber der Reihe nach: Nachdem mich „The Raid“ so dermaßen umgehauen hat (mit etwas Abstand sogar noch mehr, mittlerweile bin ich überzeugt, einen neuen Martial-Arts-Klassiker gesehen zu haben!), war ich natürlich auch neugierig auf Evans ersten Kampfsportfilm, „Merantau“.  Darin geht es um den jungen Tomatenbauer Yuda (Iko Uwais), der zufrieden mit seiner Mutter und einem Bruder auf dem Land lebt. Doch dann kommt die Zeit, dass Yuda sein Heimatdorf verlassen muss, um sich auf spirituelle Erweckungsreise – Merantau – zu begeben. Diese führt den jungen Mann nach Jakarta. Dort lernt er Astri (Sisca Jessica) kennen, die als Tänzerin arbeitet. Als sie von dem brutalen Mädchenhändler Ratger (Mads Koudal) zur Prostitution gezwungen werden soll, weiß Yuda wohin ihn sein Merantau geführt hat – und versucht mit allen Mitteln das Mädchen zu retten.

Die Klasse (den Druck, die Intensität, die Atmosphäre, die Dramatik,…) von „The Raid“ hat „Merantau“ noch nicht, auch wenn die Anlagen hier schon klar zu erkennen sind. „Metrantau“ beginnt ruhig und nimmt sich für einen Martial-Arts-Film ungewöhnlich viel Zeit, seine Hauptfigur vorzustellen. Dies gehört nicht unbedingt zu den Stärken des Films, da der rechtschaffende, aber auch leicht naive Yuda weder ein besonders komplexer noch einfallsreicher Charakter ist. Den Anfang etwas zu straffen oder Yuda ein paar mehr Ecken und Kanten zu gönnen, wäre vielleicht die bessere Entscheidung gewesen. Nichtsdestotrotz hat Evans seine Geschichte im Griff. Die Figuren agieren überzeugend und der Action-Pegel schlägt im weiteren Verlauf immer weiter aus (und sprengt am Ende sogar die Skala). Es gibt einen wunderbaren Moment im Film: Yuda telefoniert gerade mit zu Hause, da beobachtet er, wie Astri von einigen Männern in den Nachtclub gezerrt wird. An dieser Stelle muss Yuda eine Entscheidung treffen. Soll er sich, komme was wolle, voll und ganz für Astri einsetzen – oder wegsehen? Er muss nicht lange überlegen, er weiß, was richtig ist. Wo andere Filme erst zu einem Exkurs darüber ausholen, dass mit großer Macht auch große Verantwortung einhergeht, passieren Entscheidungen in „Merantau“ innerhalb von Sekunden. Insofern interessiert Evans am Kampfsport auch nicht die Entwicklung seines Helden zum Martial-Arts-Meister. Die Figuren sind schon „ausgewachsen“ und unterscheiden sich allein durch ihre Willenskraft. Der Held ist hier nicht nur deswegen der Held, weil er die moralisch richtige Seite gewählt hat, sondern auch, weil er es im Gegensatz zu den anderen immer wieder schafft aufzustehen. Und das muss er auch. Denn die zweite Hälfte des Films besteht aus Action non stop, bei der der Held nicht geschont wird. Die Kämpfe sind allesamt großartig choreografiert und müssen sich keinesfalls hinter den Stunts des thailändischen Martial-Arts-Krachers „Onk Bak“ & co verstecken. In seiner Direktheit und Konsequenz zeigen sich in Evans Langfilmdebüt durchaus schon die Anlagen für „The Raid“. Ich bin sehr gespannt, wie sich Evans Karriere weiterentwickelt und blicke jetzt schon erwartungsfroh in die Zukunft. „Berandal“ ist für 2013 angekündigt.

P.S. Hat das Cover der deutschen DVD irgend etwas mit dem Film zu tun?

Bild © Sunfilm
 

The Raid: Redemption (Gareth Evans, Indonesien / USA 2011)

Posted by – 13. Juni 2012

Eine Gruppe unerfahrener Polizisten, ein Hochhaus und eine Horde blutgieriger Gangster. Mehr braucht es manchmal nicht. Und somit war einer der Filme, die bei mir in den letzten Wochen am meisten Eindruck gemacht haben, „The Raid: Redemption“ (OT: Serbuan maut). Einen derart energetischen, aufs Wesentliche reduzierten und dabei im Detail trotzdem reichen „Martial Arts“-Film wie den des Walisers Gareth Evans habe ich schon lange nicht gesehen. Es geht um eine Spezialeinheit der Polizei, die einen Gangsterboss festnehmen will. Der hat sich allerdings in einem Hochhauses verschanzt. Schnell werden die Polizisten in blutige Auseinandersetzungen mit dessen Schergen verwickelt. Und die haben es in sich… Denn härter ging es in einem Film dieses Genres wohl selten zu und trotzdem bleibt der künstlerische Anspruch nicht auf der Strecke. Das macht „The Raid“ zu einem echten Genre-Highlight. Und viel mehr will ich hier auch gar nicht über den Film schreiben, das durfte ich auf Kino-Zeit.de schon tun. Nur noch soviel, um ein wenig Werbung für den Endgegner des Films zu machen: Dieser Herr namens Mad Dog (Yayan Ruhian) – und hier stimmt der Name mal – ist wirklich ein voll krass verrückter Hund. Das müsst ihr euch ansehen!