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Batman v Superman: Dawn Of Justice (Zack Snyder, USA 2016)

Posted by – 2. April 2016

Ja, ich mag ihn. Ich mochte schon „Man Of Steel“, aber „Batman v Superman: Dawn Of Justice“ finde ich sogar noch besser. Einige Gründe dafür nenne ich hier. Man könnte den Film auch noch aus etlichen weiteren zu schätzen wissen, z.B. für diese irritierende WTF-Traumszene (die unkluger Weise schon im Trailer verbraten wird) sowie gefühlt 300 andere Momente, die mehr Kraft haben, als das Meiste, was Konkurrent Marvel bisher zu Stande gebracht hat – angefangen bei der kurzen, aber berauschenden Origin-Skizze Batmans, oder der frühen Sequenz, die an den Vorgänger Teil anschließt und in der Bruce Waynes Hass auf Superman legitimiert wird bis hin zur Inszenierung des Endes. Als der Vorhang fiel, hätte ich mir den Film gleich noch mal ansehen können. Ganz zu schweigen davon, dass ich ziemlich gespannt darauf bin, wie es weiter geht mit Batman (Ben Affleck), Superman (Henry Cavill), Wondergirl (Gal Gardot) und der Justice League. Zu den Petitionen, die bewirken wollen, dass Snyder aus den Folgeprojekten abgezogen wird, sage ich mal nichts. Natürlich gibt es auch Kritikpunkte, viele teile ich sogar, aber ehrlich sagt – das einzige, das mich an dem Film wirklich gestört hat, war Lex Luther. Hier hat mir weder Jesse Eisenberg gefallen, der auf mich irgendwie wirkte, als hätte er sich aus einem anderen in diesen Film verirrt, noch der „Plan“ seiner Figur, welcher mir freundlich gesagt eines Masterminds nicht würdig erschien.

Now You See Me (Louis Leterrier, USA / Frankreich 2013)

Posted by – 6. September 2015

now you see meDie vier Zauberer Atlas (Jesse Eisenberg), Henley (Isla Fisher), Merritt (Woody Harrelson) und Jack (Dave Franco) werden von einem Unbekannten ausgewählt. Sechs Jahre sind sie als „ The Four Horsemen“ weltberühmt und geben, finanziert von dem Millionär Arthur Tressler (Michael Caine), riesige Shows. Doch die vier und der Unbekannte im Hintergrund verfolgen ein ganz anderes Ziel. Bald schon sind ihnen Detective Dylan Rhodes (Mark Ruffalo), die Interpol-Agentin Alma Dray (Mélanie Laurent) und der Spezialist für Trickbetrüger Thaddeus Bradley (Morgan Freeman) auf den Fersen.

Das perfekte Verbrechen hat ohne Frage viel mit Täuschung zu tun. Und so ist es auch eine reizvolle Idee, dass Zauberer ihre Kunst nutzen, um den Superheist durchzuführen. Was auf dem Papier interessant klingt, ist in fertiger Form nach einem Drehbuch von Ed Solomon, Boaz Yakin und Edward Ricourt allerdings unerwartet öde. Da kann auch die flotte Regie von Louis Leterrier nichts retten. Doch woran scheitert „Now You See Me“ genau? Meiner Ansicht nach liegt das vor allem an drei Dingen. Erstens: Der Haltung des Films bzw. seiner Autoren. Boaz Yakin, Edward Ricourt und Ed Solomon kommen sich selbst so schlau vor, dabei ist ihr Werk im Detail alles andere als das. Der große Plan, der am Ende dem staunenden Zuschauer offenbart wird, ist in Wirklichkeit so löchrig wie ein Schweizer Käse. Man darf staunen, dass er überhaupt funktioniert hat. So lange der Film unterhält, ist es vielleicht nicht ganz so wichtig, ob das alles Sinn macht, was mich zum zweiten Kritikpunkt bringt. Nach der Exposition und spätestens nach der ersten großen Show, in der die Zauberer eine Bank ausrauben, geht dem Film merklich die Luft aus. Keine der kommenden Shows erreicht den Unterhaltungswert der ersten, und das Finale ist dann der absolute Tiefpunkt an Entertainment. Doch selbst dieser dramaturgische Sinkflug des Films wäre vielleicht bei (dritter Kritikpunkt) weniger farblosen Figuren noch zu verschmerzen gewesen. Das was Steven Soderbergh bei den „Oceans“-Filmen geschafft hat, gelingt Leterrier hier nicht im Ansatz. Eisenberg, Fisher, Harrelson und Franco hinterlassen keinen bleibenden Eindruck und auch Altstars wie Freeman oder Cain können viel retten.

Die drei genannten Punkte waren für mich die Hauptgründe, dass der „Now You See Me“ für mich nicht funktioniert hat. Da muss ich gar nicht erst erwähnen, dass die Auflösung sehr unglaubwürdig war. Aber ich kann zumindest nachvollziehen, dass man den Film auch mögen kann. Er ist wie gesagt flott inszeniert und er hat das Potenzial das zu schaffen, was ein guter Zaubertrick schaffen sollte, nämlich die Aufmerksamkeit der Zuschauer vom Eigentlichen abzulenken. Wem es reicht, dass er nach etwas mehr als 100 leidlich unterhaltsamen Minuten erfolgreich getäuscht wurde, darf sich freuen. Nur wer sich wie ich hinterher darüber ärgert, dass hier nichts Substanz hatte, dass 99 Prozent des Films Täuschung für das letzte Aha-Prozent sind, sollte einen Bogen um diesen „Zaubertrick“ machen und es vielleicht doch lieber noch einmal mit „The Prestige“ oder „The Incredible Burt Wonderstone“ (meine Rezension dazu gibt’s hier) versuchen.

Bild © Concorde