Tag: John Hyams

#MARCHialArts 6-8 (Liu Chia-Liang, Tsui Hark, John Hyams, HK, HK, USA 1978/97/2012)

Posted by 24. März 2014

8 der 9 Filme der #MARCHialArts-Aktion habe ich hinter mir. Wegen Schreibfaulheit und viel um die Ohren kommt hier nur ein Sammelpost der letzten drei Filme:

The 36th Chamber Of Shaolin (Liu Chia-Liang, Hongkong 1978)

Mit „The 36th Chamber Of Shaolin“ (OT: Shào Lín sān shí liù fáng) habe ich wohl einen der Klassiker des chinesischen Kung-Fu-Kinos gesehen. Die Story: Im China der Qing-Dynastie herrschen die Tataren. Der junge Liu Yu Te will die Knechtschaft nicht länger hinnehmen und besucht das berühmte Shaolin-Kloster, um dort Kung-Fu zu lernen. Dazu muss er 35 Kammern durchlaufen, in denen er jeweils einen bestimmten Aspekt der Kampfkunst erwirbt. Diese Lernphase hat mir an „The 36th Chamber Of Shaolin“  eigentlich am besten gefallen. Was den Film aber weiterhin interessant macht, ist nicht nur die erstaunliche Akrobatik der Darsteller, sondern außerdem Einblicke in die Philosophie des Kampfsports und die freiheitliche Message: Kung-Fu ist für alle da! Es lebe die 36. Kammer!

Double Team (Tsui Hark, USA 1997)

Eigentlich unvorstellbar, dass „Double Team“, dieser fantastische Film, seit drei Jahren ungesehen in meinem Regal vor sich hinvegetiert. Es war einer der ca. 70 Filme, die wir von unseren Gästen zur Hochzeit bekommen haben. Warum hat es so lange gedauert bis ich – bekennender Tsui-Hark-Fan! – den endlich gesehen habe? Was von seinen Anlagen eindeutig ein B-Movie ist, wird in den Händen von Tsui Hark und mit schlagkräftiger Unterstützung des einzigartigen Jean-Claude van Damme zur Genre-Perle. Man muss sich nur kurz vorstellen, wie van Damme und Mickey Rourke im Minen gespickten Kolosseum von Rom den Endkampf ausfighten, während Dennis Rodman mit dem Motorrad und einem Kind unterm Arm ab und an durch’s Bild düst – und ach ja, dann ist da noch der Tiger… Soviel nur, um einen Eindruck des Irrsinns zu bekommen, dessen Celluloid gewordene Manifestation dieser Film ist. Danke, Mr. Hark!

Universal Soldier – Day Of Reckoning (John Hyams, USA 2012)

Mein einziger #MARCHialArts-Rewatch, aber ich musste dieses schmerzhafte Action-Manifest einfach noch einmal sehen (Eindruck vom letzten Mal hier). Schon im letzten Teil, „Regeneration“, hat John Hyams begonnen, den Mythos des verbesserten Menschen zu dekonstruieren. Doch während die Soldaten dort nicht mehr Herren über ihre Körper waren, geht Hymas hier noch einen Schritt weiter und raubt ihnen die Seelen. Im ersten Film von Emmerich waren es noch die Erinnerungen, welche die Soldaten zu Individuen machten und ihnen die Möglichkeit gaben, sich der Kontrolle des Militärs zu entziehen. Jetzt können sie sich nicht einmal mehr auf ihre Erinnerungen verlassen. Das einzige, was den Soldaten bleibt, ist die Lüge in ihrem Kopf. Dafür kämpfen sie. Das ist unsäglich traurig. Und lässt einen nicht mehr los.

Next Stop #MARCHialArts 9: „Intimate Confessions Of A Chinese Courtesan“

Universal Soldier – Day Of Reckoning (John Hyams, USA 2012)


Nach dem Aufstieg kommt der Fall. Doch manchmal passiert auch beides gleichzeitig. Wer hätte gedacht, dass die Universal-Soldier-Reihe noch einmal in derartige Tiefen hinabsteigt – nur um sich dadurch in solche Höhen zu erheben? John Hyams, Sohn des Peter Hyams, hat mit „Universal Soldier – Day Of Reckoning“ ein Manifest vorgelegt, das niemand so schnell vergessen wird.  Und er hat unmissverständlich klar gemacht, dass in Zukunft mit ihm gerechnet werden muss.

„Universal Soldier – Day Of Reckoning“ kümmert sich nicht allzu sehr um die vorhergehenden Teile und lässt die TV-Filme der Reihe völlig außer Acht.  Erzählt wird die Geschichte von John (Scott Adkins), der mit ansehen muss, wie seine Familie niedergemetzelt wird. Er selbst wird schwer verletzt und liegt nach dem Angriff mehrere Monate im Koma. Und von da an nur ein Ziel: Rache an dem Mann, der ihm und seiner Familie das angetan hat – Luc Deveraux (Jean-Claude Van Damme).

Wer die anderen Teile kennt, weiß, dass schon die Story ein Schlag in die Magengrube ist. Da wird mit Luc Deveraux der Held der anderen Filme kurzerhand zum kaltblütigen Killer umgeschrieben. Aber das ist nicht die einzige Änderung, die der vierte Teil bereit hält. Schon der vorhergehende, „Universal Soldier: Regeneration“, bei dem Hyams ebenfalls Regisseur war, hat die Richtung angegeben: Action goes Arthouse, doch die Trostlosigkeit des Vorgängers wird von Hyams hier noch einmal überboten. Helden findet man  keine mehr – nur noch verzweifelte, unsäglich einsame Killermaschinen, die in hypnotisch verstörenden Bild-Sound-Collagen gegeneinander antreten. Die Euphorie um den verbesserten Menschen, den Cyborg, den universell einsetzbaren Soldaten hat in Hyams Film, der intelligente Dystopie und brachialer Shocker gleichermaßen ist, einen ernüchternden Endpunkt gefunden.

Aber um den Text nicht so deprimierend aufhören zu lassen: 2012 war ein gutes Jahr für den Action-Film!

Bild © Studiocanal