Tag: Jon Favreau

Spider-Man: Homecoming (Jon Watts, USA 2017)

Posted by – 13. Juli 2017

Trotz Filmkrise schaffe ich es alle Jubeljahre doch mal ins Kino. Für Kino-Zeit.de habe ich mir „Spider-Man: Homecoming“ angesehen – und für gut befunden. Das kam für mich ehrlich gesagt ein wenig überraschend, denn nach dem etwas unglücklichen Ausklang des an sich fantastischen Raimi-Runs und den beiden schrecklichen Nachfolgern („The Amazing Spider-Man“, nachzulesen hier und hier sowie ,„The Amazing Spider-Man 2“), hatte ich nicht damit gerechnet, dass ein so baldiger Reboot und die Integration von Spider-Man das erzählerisch doch ziemlich schlichte Marvel Cinematic Universe meinen Geschmack treffen würde. Aber doch, was Jon Watts („Clowns“) da abgeliefert hat, hat mir irgendwie gefallen. Watts schafft es, die Comic-Vorlage sowie die Vorarbeit seiner Regisseurkollegen zu ehren und gleichzeitig noch etwas Interessantes zur Figur wie auch zum aktuellen Superhelden-Kino beizusteuern. Aber ehe ich weiter schreibe – klickt doch einfach hier und lest selbst.

Iron Man 3 (Shane Black, USA 2013)

Posted by – 3. Mai 2013

Eigentlich wollte ich das Blog mit einer schwungvollen „Iron Man“-Retrospektive rocken an deren Ende dann der glorreiche dritte Teil rezensiert worden wäre. Aber wie das immer so ist. Lust und Laune sind so unberechenbar wie das Wetter, weswegen ich die  Besprechung zu Teil eins und zwei erst einmal verschiebe und bezüglich des dritten auf meine Kritik bei Kino-Zeit.de und meine Unterhaltung mit Michael, Patrick und Sophie verweise. Nur soviel: Mir hat der Shane Blacks Sequel  ziemlich gut gefallen. Black ist nicht nur ein würdiger, sehr unterhaltsamer, sondern auch ein cleverer „Iron Man“-Teil gelungen: Stark gespielt, hervorragende, spritzige Dialoge, explosiv und trotzdem mit Gespür für den einen oder anderen ruhigen Moment. „Iron Man 3“ ist nicht ohne Fehler. Aber wie auch der „Iron Man“-Rüstung ihre Dellen habe zumindest ich dem Film ein paar Macken gern verziehen. Alles weitere am angegebenen Orte.

Cowboys & Aliens (Jon Favreau, USA 2011)

Posted by – 26. Dezember 2012

Cowboys & AliensAliens? Finde ich gut! Und auch an Western habe ich nichts Grundsätzliches auszusetzen. (Ok, einmal davon abgesehen, dass viele Vertreter dieses Genres den Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern verharmlosen.) Insofern könnte Jon Favreaus „Cowboys & Aliens“ trotz der ganzen durchwachsenen Kritiken ja doch vielleicht ganz okay sein – habe ich gedacht.

Ein Cowboy (Daniel Craig) erwacht in der Wüste. An seinem Handgelenk befindet sich ein seltsames Gerät. Was ist das? Und wie ist es dahin gekommen? Schnell findet der Mann heraus, dass seine Erinnerungslücke sogar noch größer ist. Nicht mal daran, wie er heißt, kann er sich erinnern. Auch in dem nahegelegenen Dorf findet er keine Antworten. Dafür bekommt er aber Ärger mit dem Sheriff Taggart (Keith Carradine), der ihn für den Gesetzlosen Jake Lonergan hält und dem brutalen Rinderbaron, dem Ex-Colonel Dolarhyde (Harrison Ford); und dann tauchen über dem Dorf auch noch unbekannte Flugobjekten auf und – Aliens greifen an.

Wenn Außerirdische auf die Erde kommen, wollen sie in der Regel a) Menschen entführen, um Versuche mit ihnen zu machen, b) die irdischen Rohstoffe ausbeuten oder c) gleich den ganzen Planeten erobern. Die Aliens aus diesem Film fallen in die Kategorie a) und b). Die Motive der Schauspieler in diesem Film mitzumachen, sind schon schwieriger zu durchschauen. Harrison Ford, Daniel Craig, Clancy Brown, Sam Rockwell, Olivia Wilde, Keith Carradine, Paul Dano, Walton Goggins,.. Was machen sie in diesem Film? Warum wollten sie dabei sein? Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass alle vorher das Drehbuch gelesen haben, sonst hätte es sich der eine oder andere  vielleicht zweimal überlegt. ‏@thetruemilhouse bietet auf Twitter folgende Erklärung für das Staraufgebot an: „Die haben sich danach bestimmt gegenseitig gefragt, warum sie mitgemacht haben. Und gegenseitig geantwortet: ‚Na, weil ihr dabei wart.’“ – So könnte es tatsächlich gewesen sein.

Zu viele Köche verderben ja bekanntlich den Brei. Viel schlimmer für den Brei aber sind schlechte Köche. Bei „Cowboys & Aliens“ kommt beides zusammen. Mark Fergus und Hawk Ostby haben durch ihre Mitarbeit an „Iron Man“ und „Children Of Men“ eigentlich einen guten Namen, aber hier ist davon nichts zu sehen. Nach „The Legend of Zorro“, „Transformers“ oder auch „Star Trek“ bin ich im Übrigen der Ansicht, dass Roberto Orci und Alex Kurtzman als Autoren grundsätzlich nicht viel taugen, weil sie keine Ideen haben. Anders Damon „Lost“ Lindelof. Ideen überhaupt erstmal zu haben, scheint nicht sein Problem. Dafür aber sie in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen. Das ist schon bei seinem holprigen „Prometheus“-Script-Schreiben deutlich geworden. Ja, „Cowboys & Aliens“ hat einige Probleme, die zwei größten sind: Zum einen macht das alles nicht besonders viel Sinn – weder im Großen und Ganzen noch im Detail. Dass die Alien beispielsweise so öffentlichkeitswirksam Menschen entführen ist genauso ein Quatsch wie, dass sie es überhaupt tun. Eigentlich fragt man sich permanent: WTF!? Die Figuren des Films sind ebenfalls nicht besonders durchdacht: Ella Swensons  (Olivia Wilde) Wandel vom toughen Cowgirl zur außerirdischen Weltenretterin kann ich da noch eher glauben als die Transformation von Papa und Sohnemann Dolarhyde zur liebenswürdigen Wildwest-Familie. Unglaubwürdigkeit ist aber nur das eine Problem. Zum anderen – und das wiegt wesentlich schwerer – ist „Cowboys & Aliens“ einfach nur eine Aneinanderreihung von Western-und Alien-Invasion-Klischees. Das ist wahnsinnig uninteressant und besonders gut zusammen passt das auch nicht.

Das soll jetzt gar nicht so vernichtend klingen. Man kann den „Cowboys & Aliens“ schon ganz gut aussitzen. Und mitunter amüsiert das eine oder andere Versatzstück, das von Favreau nicht ganz ohne Augenzwinkern serviert wird. Aber ich ärgere mich einfach, dass ein Film, für den über 160 Million Dollar ausgegeben wurden, der außerdem zahlreiche großartige Schauspieler versammelt und bei dessen Thema sich weiterhin eine fantasievolle Umsetzung geradezu aufgedrängt hätte, sein Potenzial so gedankenlos in verspielt. „You have to stop thinking“ sagt Ella irgendwann zu Jake. Er tut wie ihm heißen, bald darauf fliegt alles in die Luft. Happy End. Am Ende bleibt der Held des Films mit schwerem Dachschaden zurück. Aber er ist glücklich. Und ich sitze frustriert auf dem Sofa, aber erfreue mich wenigstens geistiger Gesundheit.

Bild © Paramount Home Entertainment