Tag: Jonathan Levine

Warm Bodies (Jonathan Levine, USA 2013)

Posted by 5. Februar 2013

Fast hätte ich es vor lauter Berlinale-Gedanken vergessen. Ich habe ja Jonathan Levines „Warm Bodies“ gesehen, vor dem ich, wie neulich geschrieben, etwas Angst hatte – nicht, weil ich Zombiefilme so gruselig, sondern weil ich es so erschreckend finde, was in letzter Zeit vermehrt aus ihnen gemacht wird. Die meisten Versuche, die Grenzen des Zombiefilms zu erweitern, gefallen mir nicht. Das liegt oft daran, dass diese Filme oft genau das vermissen lassen, was das Genre im Kern ausmacht aber nichts Gleichwertiges an diese Stelle gesetzt wird. Anders Levines „Warm Bodies“. Dort, wo sonst Traurigkeit, Leere und Hoffnungslosigkeit herrschen (bzw. bei vielen Zomcoms fehlen), befindet sich nun ein zartes Liebesgeschichtchen, das das „Romeo und Julia“-Thema frech umdeutet und sowohl im romanischen als auch im Zombiegenre das Zeug zum Klassiker hat.

Ausführlicher schreibe ich über den Film auf Kinozeit. Und hier unterhalte ich mich mit Patrick und Michael darüber.

All The Boys Love Mandy Lane (Jonathan Levine, USA 2006)

Posted by 20. Januar 2013

All The Boys Love Mandy Lane

Morgen, Montag, sehe ich Jonathan Levines „Warm Bodies“, angeblich eine romantische Zombiekomödie. Eine „romantische Zombiekomödie“? Schon bei dem Gedanken an diese Vergewaltigung des Genres bekomme ich schnittfesten Schaum vor dem Mund. Um mich zu vergewissern, dass Levine kein Vollidiot ist, ja – dass er doch eigentlich sogar zu den Guten gehört, musste ich mir deswegen noch einmal schnell „All The Boys Love Mandy Lane“ ansehen.

Mandy Lane (Amber Heard) hat alles, wovon die Jungen träumen. Auf einer Party geraten Sport-Ass und Mandy-Verehrer Dylan (Adam Powell) und Nerd Emmet (Michael Welch), Mandys engster Freund, aneinander. Der Konflikt endet tödlich: Dylan stürzt beim Wettbalzen vom Dach und landet – knapp neben dem Pool. Neun Monate später. Mandy macht sich mit einer Gruppe von Freunden auf einen Trip zur abgelegenen Farm von Reds (Aaron Himelstein) Eltern. Mit dabei Chloe (Whitney Able) und Marlin (Melissa Price) sowie Jake (Luke Grimes) und Bird (Edwin Hodge), die sich beide Chancen bei Mandy ausrechnen. Auf der Farm hält der adrette Farmarbeiter Garth (Anson Mount) Ordnung. Die Party beginnt, der Alkohol fließt in Strömen. Und beinahe jeder hofft, bei Mandy landen zu können. Dass sie von einem brutalen Serienkiller ins Visier genommen wurden, ahnen die Teens zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Wer denkt, der Teeny-Slasher sei – spätestens – mit Wes Cravens Zitatorgie „Scream” zu Grabe getragen worden, irrt. Es ist lange her, dass sich das Genre so vital zeigt wie im Fall von Jonathan Levines hyperstylischen Retrothriller „All The Boys Love Mandy Lane“. Wie „Scream“ nimmt zwar auch Levine mit seinem Film eine Metaperspektive ein indem er die Genre-Regel reflektiert, immer wieder geschickt unterläuft, doch ist ihm anders als Craven nicht an einer Vivisektion des Slashers gelegen, sondern an dessen Wiederbelebung. Das ist ihm meiner Ansicht nach gelungen. „All The Boys Love Mandy Lane“ ist ein energievoller, ein frischer, ein spritzig inszenierter Film – aber auch einer, dem Style nicht over Substance geht und dessen Witz nicht der spannenden Story im Weg steht. Außerdem positiv: Der Cast, der gut und besser agiert, voran Amber Heard, die als „Mandy Lane“-Darstellerin einfach nur perfekt ist: Zurückhaltend und trotzdem mit dem gewissen Etwas, einem anfangs schwer zu deutenden Funkeln in den Augen, das sich erst am Ende erklärt und so dem ganzen Film ein völlig neues Gesicht gibt. Und ja, auch ich habe mich nach dem Film ein kleines bisschen in Mandy Lane verliebt.

Ich bleibe skeptisch, was die ZomCom „Warm Bodies“ angeht. Aber ich denke gerade auch: Wenn es überhaupt Regisseure gibt, denen das Kunststück gelingen kann, eine sehenswerte romantische Zombiekomödie zu drehen, dann ist es vielleicht Jonathan Levine.

Bild © Optimum Home Entertainment