Tag: Katastrophenfilm

The Impossible (Juan Antonio Bayona, Spanien 2012)

Posted by – 28. August 2014

the impossibleWenn ich über „The Impossible“ lese, es sei ein „ einseitig inszeniertes Katastrophen-Drama“ regt sich Widerspruch. Auch die Worte „Schmonzette“ oder „Exploitation“, die ich nach einem kurzen Streifzug durchs Netz aufgeschnappt habe, kann ich nur schwer mit dem Film in Zusammenhang bringen. Aber man muss wohl damit leben, dass andere Menschen durch ganz andere Brillen Filme schauen, in diesem Fall auf Juan Antonio Bayonas Katastrophen-Drama über den Tsunami, der am 26. Dezember 2004 viele Küsten Südostasiens verwüstete und über 250 000 Menschen das Leben kostete. Mich hat der formal beeindruckende, inhaltlich sehr sensible und meiner Meinung nach vielschichtige Film sehr mitgenommen. Schon der Titel weist auf verschiedene Bedeutungsebenen des Films hin. „The Impossible“, könnte auf die Unmöglichkeit anspielen, Geschehnisse wie das Seebeben und den darauf folgenden Tsunami überhaupt in eine Geschichte zu pressen. Es könnte aber auch sein, dass Bayona hier bewusst auf das so unwahrscheinliche Happy End anspielt. Oder, negativ formuliert, könnte der Titel herausstellen, wie wenig Kontrolle der Mensch über Katastrophen wie diese gezeigte hat. Er ist wie ein Stück Treibgut im reißenden Strom der Ereignisse.

Ich will zur Abwechslung mal nicht schreiben, warum ich den Film mochte. Ich will kurz ausführen, welche Kritikpunkte am Film ich inhaltlich falsch und unangemessen finde. Eine Kritik, die mich besonders aufregt ist eine aus der Wochenzeitung „Die Zeit“. Wie der Rezensent Andreas Schneider dort schreibt, „hat der Regisseur alles falsch gemacht“, und „nur Naomi Watts und Ewan McGregor überzeugen“ und ach ja, gegen die Spezialeffekte „kein Wort“, denn die „Tricktechniker, die aus einem 45-Millionen-Dollar-Budget schöpften, beweisen ihr Handwerk und geben das Desaster in großer Wucht wieder“, aber ansonsten: alles falsch. Was denn nun eigentlich? Schneider meint, der Film sei „ein Ärgernis angesichts der realen Tragik“, weil – und hier folgt er Michael Haneke, auf den er sich explizit bezieht – es irgendwie nicht gut sei „Schreckliches aus der Historie in Unterhaltung zu verpacken“, wie das Bayonas Film seiner Meinung nach tut „Unangenehm ergötzt sich der Film an dem Desaster. Es ist der reinste Katastrophen-Porno“. Und dann noch gleich der nächste Kritikpunkt hinterher, nämlich „wie wenig sich der Film um das Schicksal der Thailänder schert.“

Wenn man ernst genommen werden will, sollte man vorsichtig sein mit pauschalen Urteilen. Ich bin trotzdem kurz davor zu sagen, nicht der Regisseur – sondern der Rezensent dieses Zeit-Artikels hat alles falsch gemacht. Vielleicht sollte ich zu Beginn noch erwähnen, dass ich mich persönlich beleidigt fühle. Der „Katastrophen-Porno“, der es sogar in die Überschrift der Zeit-Rezension geschafft hat („Ein Drama als Katastrophen-Porno“) wertet meine durch den Film hervorgerufenen Gefühle – Mitleid, Trauer, Entsetzen, Wut, aber auch den Genuss durch die gedankliche Auseinandersetzung mit ihm – auf die Qualität eines billigen Orgasmus ab. Aber auch unabhängig davon kann ich an ein paar Punkten deutlich machen, warum die Kritik ins Leere geht. Beispielsweise, weil die Dinge zurecht gebogen werden, wie es gerade passt. Was der Rezensent etwa als „zynischen Running Gag“ bezeichnet, nämlich dass die auseinandergerissene Familie sich mehrmals um Haaresbreite verpasst, ist das Finale des Films. Das Wort „Running Gag“ mit dem Adjektiv „zynisch“, vermittelt den Eindruck, der Regisseur würde sich den Film lang einen Spaß daraus machen, die gepeinigten Figuren aneinander vorbeirennen zu lassen. (Zynisch ist da eher die Sicht des Rezensenten auf die Figuren: „Wenn sich diese Menschen im Katastrophengebiet nicht finden, dann treffen sie halt zu Hause beim Frühstück wieder aufeinander.“) Aber auch sonst ist die Rezension nicht besonders nah am Film. Es wird zum Beispiel moniert, „wie wenig sich der Film um das Schicksal der Thailänder schert“. Diagnose: westlicher „Tunnelblick“. Richtig ist: Die (an eine in Wirklichkeit spanische Familie angelehnten) Protagonisten sind Europäer. Entscheidet man sich dafür, die Hauptfiguren zu Europäern zu machen, bedeutet das nicht automatisch Eurozentrismus, genauso wenig wie thailändische Protagonisten einen „asiatischen Tunnelblick“ bedeuten würden. Abgesehen davon spielen viele Thailänder mit, und ihr Leid wird auch nicht ausgespart, im Gegenteil. Aber dazu gleich noch zwei Sätze mehr. Man kann in einem Film nicht alles erzählen, es müssen Entscheidungen getroffen werden, das ist das Grundprinzip des Geschichtenerzählens. „Das Erdbeben im Indischen Ozean löste eine Flutwelle aus, die mehr als eine Viertelmillion Menschen tötete. Bayona interessiert sich für eine Handvoll Überlebende.“ Genauso gut könnte man dem Film vorwerfen, er würde sich auf Thailand konzentrieren. Was ist mit Indonesien, Sri Lanka, Indien? Dort gab es immerhin wesentlich mehr Tote als in Thailand. Und warum überhaupt dieser Tsunami-Tunnelblick? Es gibt doch wohl auch noch andere Katastrophen! Genauso ärgerlich ist ein anderes Totschlagargument des Textes, „ein Ärgernis“ sei der Film „angesichts der realen Tragik“, das sich durch den ganzen Text zieht und auch bei den schon genannten Punkten mitschwingt. Es ist auffällig, wie Rezensenten immer wieder versuchen, reale Katastrophen gegen das Artefakt Film auszuspielen, so als mache man sich schon deswegen schuldig, das Wagnis einzugehen, ein reales Ereignis zu thematisieren. Wenn das ein echter Kritikpunkt wäre, hatte Schneider dem Katastrophen-Film, ja sogar jedem Film, der, wie z.B. wie „Gandhi“, „Schindler’s List“ oder „La vita è bella“ Beziehung zur wirklichen Welt steht, als Kunstform seine Existenzberechtigung abgesprochen. Argumente solchen Niveaus zu lesen, tut weh, vor allem, wenn sie in einer Kinokritik der „Zeit“ stehen.

Zum Schluss noch ganz kurz zum Titel und dazu, „wie wenig sich der Film um das Schicksal der Thailänder schert“. Auch wenn der Film die Ereignisse am Beispiel einer nicht-thailändischen Familie zeigt, ist das Grauen, das die Katastrophe für die Menschen im thailändischen Khao Lak bedeutet, omnipräsent und jeder Zeit spürbar. Seinen richtigen Coup landet Bayona aber tatsächlich dadurch, dass wir in der Tat mit der von Naomi Watts, Ewan McGregor, Tom Holland, Samuel Joslin und Oaklee Pendergast glaubhaft verkörperten Familie mitfiebern und teilhaben an ihrem Schicksal, das es am Ende in beinahe unmöglicher Weise gut mit ihnen meint. Doch wenn ihr Flugzeug zum Schluss abhebt und der Zuschauer das Ausmaß der Zerstörung am Erdboden in seiner ganzen Schrecklichkeit zu sehen bekommt, sollte ihm schlagartig klar werden, dass er es in „The Impossible“ nicht mit einem Happy End zu tun hat. Das Ausmaß des Leids ist grenzenlos. Glück für alle ist angesichts einer solchen Katastrophe unmöglich.

Bild © Concorde Video

All Is Lost (J. C. Chandor, USA 2013)

Posted by – 1. Juni 2014

Von „Gravity“ war ich, wie hier nachzulesen, doch recht begeistert. Vielleicht etwas zu sehr, wie ich nun denke. Nachdem ich J. C. Chandors „All Is Lost“ gesehen habe, kommt mir Alfonso Cuaróns Film fast schon geschwätzig vor. Chandor erzählt seine einfache Geschichte um einen Mann in Seenot als spannendes Survival-Abenteuer und intensives Ein-Mann-Kammerspiel mit einem überragenden Robert Redford. Aber wenn man will, kann auch Anklänge an Hemingways „Der alte Mann und das Meer“ und den Sisyphos-Mythos finden, ja möglicherweise sogar zwischen den Zeilen ein prometheisches Glimmen wahrnehmen. Es ist wahrscheinlich eine Binsenweisheit, dass Kunst im Allgemeinen und Filme im Speziellen immer auch das sind, was man als Rezipient daraus macht. Für „All Is Lost“ scheint mir das sogar in besonderem Maße zu gelten. An ihm, vor allem an seinem Ende, zeigt sich die Einstellung des Zuschauers zur Welt: Happy End à la Hollywood? Christliche Erlösungs- oder technokratische Allmachtsfantasie? Oder einfach nur ein Sinnbild der Absurdität des Seins? Deine Entscheidung! Etwas mehr dazu sage ich im AGM-Blog.

Pompeii 3D (Paul W. S. Anderson, USA 2014)

Posted by – 22. Februar 2014

Die einen halten seine Filme für austauschbare Massenware, die anderen feiern sie als Ultra-Kunst. Ich konnte mich bisher noch nicht so richtig für eine Seite entscheiden. Daran ändert auch Paul W. S. Andersons neuster Streich nichts. „Pompii“, eine Mischung aus Gladiatoren- und Katastrophenfilm ist auf den ersten Blick erkennbar kein  – zumindest nicht im herkömmlichen Sinne – guter Film, allerdings einer, hinter dessen Unzulänglichkeiten man die große Vision eines anderen Kinos erkennen kann.  Wie sich Gestein unter großer Hitze zu Lava verwandelt, werden starre Konventionen und Gesetze des guten Geschmacks in den Händen des Regisseurs zum liquiden, funkelnden, filmischen Elementar-Stoff. Wenn man „Pompeii“ richtig zu nehmen weiß, wird man reich belohnt. Hier geht es zum Text, den ich für Kino-Zeit schreiben durfte.

World War Z (Marc Forster, USA 2013)

Posted by – 2. Juli 2013

WWZ

Die Zombiefilm-Welle ebbt nicht ab. Wirkliche Innovationen sind aber leider Mangelware. „World War Z“ macht hier nicht wirklich eine Ausnahme, setzt aber immerhin Akzente indem er das Zombiethema als Katastrophenstoff interpretiert.

Der Inhalt, der sich nur vage an der Romanvorlage von Max Brooks („World War Z: An Oral History of the Zombie War“) orientiert, ist schnell erzählt: Weil eine Zombie-Epidemie die Welt heimsucht und droht, die gesamte Menschheit auszulöschen, macht sich UN-Berater Gerry Lane (Brad Pitt) auf die Suche nach den Ursachen der Katastrophe – und einem Gegenmittel. Spannender als die Story liest sich allerdings die Produktionsgeschichte des Films, die selbst schon wie eine mittelschwere Katastrophe anmutet: Zahlreiche Entlassungen, kreative Differenzen, Streit. Und kurz vor Schluss fällt den Machern auch noch auf, dass das Ende so nicht funktioniert. Explodierende Kosten. Und weil das ganze ausgegebene Geld wieder rein soll, wird der Film so weit weichgespült, dass er in den USA auf PG 13 kommt. Wie unter solchen Umständen ein guter Blockbuster entstehen soll, ist mehr als fraglich.

Dementsprechend offensiv springen die Probleme des Films dem Zuschauer ins Gesicht. Zu den drei offensichtlichsten gehört die schon erwähnte „Entschärfung“ des Stoffs, um auch jüngeren Zuschauern den Gang ins Kino zu ermöglichen. Das ist aus wirtschaftlichen Gründen durchaus nachvollziehbar, aus künstlerischen aber nicht. Schädigender als die Entscheidung, den Weltuntergang in light zu zeigen, erweist sich aber das unentschlossene Drehbuch. Es gibt kein echtes Ziel der Geschichte, keinen wirklich roten Faden, nichts, das den Zuschauer ernsthaft mitfiebern lassen würde. Das Story-Element um Lanes Familie, die sich auf einem Flugzeugträger in vermeintlicher Sicherheit befindet, soll wohl für Dramatik sorgen, wirkt aber letztendlich konstruiert und lenkt von dem ohnehin nicht sehr deutlichen roten Faden um Lane ab. Dieser reist um die Welt und sucht recht planlos nach Patient Zero bzw. einem Gegenmittel, an das der Zuschauer beim Ausmaß der Epidemie nicht mehr so recht zu glauben vermag. Entsprechend verwundert ist man dann am Ende, wenn der Held eins und eins zusammenzählt und sich die Lösung des Zombieproblems als gar nicht so schwierig erweist. So wird wieder einmal das Ausmaß der Katastrophe relativiert. Brad Pitt zeigt sich nebenbei bemerkt nicht unbedingt als der perfekte Kandidat für die Hauptrolle, da er durch seinen Glamour zu viel Aufmerksamkeit auf den eigentlich sehr passiven, beobachtenden Charakter zieht.

Dass „World War Z“ dann aller Kritikpunkte zum Trotz doch ein passabler Film geworden ist, verdankt er der Inszenierung des seit „A Quantum Of Solace“ zu Unrecht bei vielen gering geschätzten Mark Forster. Ich werde ja nicht müde zu betonen, dass es sich bei besagtem Film um einer der besten Bonds überhaupt handelt. Und auch bei „World War Z“ hat Forster wieder großes geleistet. Z.B hat er ein außerordentliches Gespür für die globale Dimension der Geschichte. Besonders in den Massenszenen, wie man besonders bei der genialen Exposition des Films oder auch der Passage in Jerusalem sieht, zeigt Forster was er kann – und eröffnet nebenbei dem Zuschauer einen völlig neuen Blick auf das Genre. Die um sich greifende Ansteckung und die Bewegungsgeschwindigkeit der Infizierten liefern die Grundlage für Szenen, in denen die Zombie-Epidemie einem Tsunami gleich durch die Straßen von New York City bricht und alles Leben mit sich reißt oder die Heilige Stadt im wahrsten Sinne unter sich begräbt. Solchen Szenen und anderen einfallsreichen Momenten ist es zu verdanken, dass dies ein Film geworden ist, der auf der großen Leinwand einige Wirkung entfaltet. So würde ich zumindest denen, die neugierig auf die möglichen Facetten des Genres sind und die mal einen richtig teuren, bildgewaltigen Hybrid aus Katastrophen- und Zombiefilm sehen wollen von „World War Z“ nicht abraten.

Bild © Paramount Pictures Germany
 

Take Shelter (Jeff Nichols, USA 2011)

Posted by – 22. März 2012

Curtis (Michael Shannon) führt ein gutes Leben. Eigentlich hat er wenig Grund zum Klagen. Er und seine Frau Samantha (Jessica Chastain) sind glücklich verheiratet. Zusammen haben sie eine Tochter (Tova Stewart). Doch dann beginnen Curtis’ Albträume zu  quälen: er träumt von einem aufkommenden Sturm, öligem Regen und tot vom Himmel fallenden Vögeln. Obwohl Curtis Mutter unter Schizophrenie leidet und der junge Familienvater deswegen auch bei sich psychische Probleme vermutet, kann er nicht anders, als seine Visionen ernst zu nehmen. Sein Ziel ist es von da an, einen Schutzbunker im Garten zu bauen. Seine Umgebung beobachtet ihn argwöhnisch und  seine Ehe wird durch sein Tun auf eine harte Probe gestellt.

Ein Sturm zieht auf. Ein gewaltiger, doch lautloser Sturm, einer, der alles vernichten wird und von dem noch niemand etwas ahnt. Niemand, außer Curtis. Michael Shannon spielt Curtis mit malenden Kiefern, so als hätte der Sturm in ihm schon sein vernichtendes Werk begonnen. Seiner Präsenz und seiner Fähigkeit, diesem stillen Wahnsinn, eine Gestalt zu geben (dieses hat er auch schon in Filmen wie „Bug“ oder „My Son, My Son, What Have You Done“ gezeigt), ist es zu verdanken, dass „Take Shalter“ der Film geworden ist, der er ist. Dem Zuschauer fällt es immer schwerer die Bedrohung zu lokalisieren. Speist sie sich direkt aus dem Wahnsinn, den Visionen oder geht sie nachher vielleicht von Curtis selbst aus? Ein Sturm zieht auf. Vielleicht. Aber zunächst ist da ein Mann, der sich immer mehr von seiner Umwelt, seinen Freunden, seiner Familie entfernt.

Ein weiteres Mal ist Jeff Nichols ein Ausnahmefilm gelungen. Schon in „Shotgut Stories“ (2007) hat sich Regisseur und Autor Nichols als  genauer Beobachter US-amerikanischer Befindlichkeiten hervorgetan. War sein Debüt noch im einsamen Arkansas angesiedelt, spielt „Take Shelter“ irgendwo im nicht wesentlich belebteren Ohio. Die ländlichen Gegenden scheinen für Nichols Geschichten eine besondere Rolle zu spielen. Auf dem Land ist jeder irgendwie mit jedem verbunden. Hier darf man noch wortkarg sein und sein Ding machen, trotzdem steht man, vielleicht weil so wenig passiert, unter strenger Beobachtung der Mitmenschen. Jedes Handeln hat Folgen und lässt den empfindlichen Mikrokosmos der Gemeinschaft vibrieren. Dies ist es auch, was Curtis immer mehr zu schaffen macht. Sein Umfeld reagiert auf sein seltsames Verhalten wie die Antikörper, die einen Virus entdeckt haben.

„Take Shelter“ ist ein sehr eigener Film, einer, der es dem Zuschauer nicht leicht macht. Die Offenbarungs-Thematik und der starke christliche Bezug haben das Potenzial anzuecken. Außerdem dürfte weder das typische Thriller-Publikum – dazu entwickelt sich Nichols Film zu bedächtig – noch jenes, das auf einen raffinierten Mystery-Plot aus ist, sich in dem Film so richtig zu Hause fühlen. Auch, wenn man am Ende immer noch nicht mit Sicherheit weiß, was dran ist an Curtis Visionen, fügen sich die verschiedenen Puzzleteile doch recht passend zusammen.  Und trotzdem: „Take Shelter“ hinterlässt so ein Gefühl, dass da mehr gewesen sein muss, als man gesehen hat. Vielleicht ist es das existenzielle Grundstimmung des Films, das unsere tiefsten Gefühle, unseren Glauben und das, was wir für Wissen halten, so unangenehm berührt; oder vielleicht ist es die politische Dimension, die im Film zu jeder Zeit spürbar aber doch so wenig greifbar ist, wie der unsichtbare Sturm, der durch Curtis Kopf braust.

Am Ende bricht die Katastrophe über alle herein. Das ist beruhigend, weil man nun endlich weiß, woran man ist. Aber gleichzeitig ist man über alle Maßen verstörend, weil man das Gefühl hat, etwas Wichtiges übersehen zu haben. Etwas, das aus dem Film etwas ganz Anderes machen könnte.

Bild © Ascot Elite