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Return Of The Living Dead 3 (Brian Yuzna, USA 1993)

Posted by – 16. Dezember 2012

Return_of_the_living_dead_3Liebe ist Stärker als der Hunger auf Gehirne. Zumindest eine Zeitlang.

Unter der Aufsicht von Offizier Colonel John Reynolds (Kent McCord) experimentiert das Militär weiterhin am hochgiftigen Trioxin 245, das Tote wieder zum Leben erweckt. Zu doof, dass Reynolds Sohn Curt (J. Trevor Edmond) mit seiner Freundin Julie (Melinda Clarke) die Versuche beobachten und Curt, nachdem Julie bei einem Motorradunfall ums Leben kommt, der Idee verfällt, seine Freundin mit Hilfe von Toxin 245 zurückzuholen. Zwar gelingt die „Wiederbelebung“, doch entwickelt Julie danach einen eigenartigen Hunger auf Menschenfleisch.

Eigentlich bin ich ja kein großer Freund von Experimenten mit dem Zombiefilm, aber diese Zombie-Variation von Brian Yuzna gefällt mir ausnahmsweise sehr. Nach einem Drehbuch von John Penney lotet Yuzna hier die Idee aus, dass der Zombie doch keine willenlose Fressmaschine ist, sondern im Prinzip der Mensch bleibt, der er vorher war – nur halt mit gnadenlosem Hunger auf Gehirne. Die Zombies sind auf einmal Individuen, die über Selbstbewusstsein und –kontrolle verfügen, was mit der deprimierenden Grundprämisse des klassischen Zombiefilms nicht mehr allzu viel zu tun hat und „Return Of The Living Dead 3“– aller körperlicher Schmerzen zum Trotz – sich fast schon als Feelgood-Movie unter den Zombiefilmen macht.

Yuznas ist ein launiger, fantasievoller Genremix aus Zombiefilm, Body Horror, Sozialkritik und Coming-of-Age gelungen. Coming-of-Age? Ja, ich finde schon. Yuzna geht hier mit Themen wie der Loslösung vom Elternhaus, dem Konflikt mit Autoritäten, den bizarren Versuchen, die flügge werdenden Jugendlichen zu zähmen, der ersten Liebe u.ä. deutlich auf die Probleme Heranwachsender ein. Auch Julies auto-aggressives Verhalten kann in diesem Zusammenhang als Symbol der gesellschaftlichen Kälte und der jugendlichen Rebellion gedeutet werden. Insofern ist „Return Of The Living Dead 3“ fast schon ein bisschen Rock’n Roll.

Bild © Lions Gate