Tag: Kindheit

Über das Film-Glück gestern, heute und morgen

Posted by – 19. Dezember 2017

Für den Kino-Zeit-Adventskalender habe ich in diesem Jahr einen kleinen Text geschrieben über… – ja was eigentlich? Der Überschrift nach geht es um das Film-Glück gestern, heute und morgen. Aber eigentlich geht es vor allem um mich – und um Unglück. Michael vom Schneeland-Blog hat den Text auf Twitter sehr schön aus der Hüfte beüberschriftet mit „Über das Filmeschauen in den Zeiten von totalitären Algorithmen“, was mir sehr gut gefällt und den Inhalt, finde ich, besser auf den Punkt bringt, als der gesamte Text. Hier geht es zu meinem Adventskalender-Beitrag.

Grown Ups (Dennis Dugan, USA 2010)

Posted by – 5. Juli 2014

KindskpfeDie Freunde Lenny, Eric, Kurt, Marcus und Rob treffen sich nach dem Tod ihres Coachs, mit dessen Hilfe sie vor 30 Jahren die Basketball-Meisterschaft gewonnen haben, wieder. Sie beschließen, dem letzten Wunsch des Verstorbenen folgend, gemeinsam mit ihren Familien ein Wochenende auf dem Land zu verbringen und die Asche ihres Coachs auf einer Insel zu verstreuen. Das Wochenende wird turbulent – und das nicht nur, weil ihre damaligen Finalgegner der Meisterschaft sie zu einer Revanche herausfordern.

Über „Grown Ups“ hatte ich vor allem Negatives gelesen. Und da Komödien eh nicht meine Welt sind, ist es mir bisher nicht besonders schwer gefallen, die Finger von ihm zu lassen. Seit kurzem – wahrscheinlich sind es die Hormone – habe ich aber doch Lust auf leichte, gerne auch etwas alberne Filmkost. Tja, und so bin ich diesen Adam-Sandler-Film, den er zusammen mit seinem Stammregisseur Dennis Dugan und einem Haufen Kumpels (Kevin James, Chris Rock, David Spade, Rob Schneider, Salma Hayek, Maria Bello, Maya Rudolph) gedreht hat, geraten. Und, was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht, meine Erwartungen wurden sogar um einiges übertroffen. Ich fand den Film unglaublich entspannt – eine Handlung im klassischen Sinne gibt es nicht – und bemerkenswert warmherzig, was man von so vielen Komödien ganz und gar nicht sagen kann. Auch in „Grown Ups“ soll man darüber lachen, dass jemandem ein Missgeschick passiert. Aber im Gegensatz zu widerwärtigen Filmen wie „Hangover“ (den ich hier als Beispiel wähle, weil er bei genauerer Betrachtung ein ähnliches Thema hat wie „Grown Ups“), verstehen es Sandler und Dugan ihre Figuren nicht auszustellen und zu Erfüllungsgehilfen eines billigen Gags zu reduzieren.

Was mir an „Grown Ups“ ebenfalls gut gefallen hat: Der Film schafft es tatsächlich ein Stück Jugend zurückzuholen, ja, er hat mich sogar ein bisschen an Peter Pan erinnert. Eine einzelne Figur, die der Hauptfigur von James Matthew Barrie Jugendroman nahe kommt, gibt es zwar nicht, aber ihr Urlaubsdomizil, das Haus im Wald, ist doch so eine Art Nimmerland. Und vielleicht sind Lenny, Eric, Kurt, Marcus und Rob ja alle ein wenig Peter Pan – die „verlorenen Jungs“, die sich an diesem Wochenende neu (er)finden müssen, sind sie auf jeden Fall! „Grown Ups“ ist ein Film, der, wenn man es zulässt, zum schwärmen bringt, zum nostalgisch werden einlädt: Damals, als man noch nicht den ganzen Tag am Computer saß, als ein gutes Zeitmanagement noch nicht oberstes Gebot war und das Spielen mit Freunden an der frischen Luft noch einen ganz anderen Stellenwert hatte… „Stellenwert“ – das klingt schon wieder so nach einer Vokabel aus einem Lebensbereich, der zu dem Film überhaupt nicht passt. Kindheit ist Neugier, ist Spiel, ist Bewegung, ist Albernheit. Und irgendwie schafft es „Grown Ups“ dies dem Zuschauer vielleicht ein wenig zu rosarot, aber trotzm auf eine ehrliche, authentische Art in Erinnerung zu rufen.

Bild ©  Sony