Tag: Krieg

Star Wars: Rogue One (Gareth Edwards, USA 2016)

Posted by – 16. Dezember 2016

„Star Wars“, „Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back“ und „Star Wars: Episode VI – Return of the Jedi“ waren und sind für mich persönlich sehr wichtige Filme. (Deswegen habe ich mich glaube ich hier auch noch nicht getraut, etwas dazu zu schreiben.) Da haben auch die misslungenen Prequels „Star Wars: Episode I – The Phantom Menace“, „Star Wars: Episode II – Attack Of The Clones“ und „Star Wars: Episode III – Revenge Of The Sith“ nicht viel dran ändern können. Seit dem irgendwie doch ganz okayen „Star Wars: The Force Awakens“ bin ich jedenfalls wieder dabei und beobachte gespannt, wie sich die Geschichte – „A long time ago, in a galaxy far, far away…“ – entwickelt. Mit „Star Wars: Rogue One“ wird ein weiteres Detail aus der schon grob bekannten Geschichte ausgeleuchtet – die Beschaffung der Pläne, die vor 40 Jahren unserer Zeitrechnung in „Star Wars“ durch eine Handvoll mutiger Rebellen zur Zerstörung des Todessterns führten. Obwohl „Rogue One“ wirklich umwerfend aussieht, finde ich ihn insgesamt leider nicht besser als „ganz nett“. Nach „Monsters“ und „Godzilla“ möchte ich fast sagen, typisch Edwards halt. Aber mal postiv gesagt: Auch ganz nett ist ja bei dem wiedererwachten Franchise, das ich nach Episode I, II und III schon verendet wähnte, immerhin etwas. Insofern danke. Ein wenig ausführlicher äußere ich mich zu der neuen „Star Wars“-Kriegsfilm auf Kino-Zeit.de

Schindler’s List (Steven Spielberg, USA 1993)

Posted by – 20. Juli 2015

Schindlers-ListeIm Zweiten Weltkrieg gelingt es dem deutschen Geschäftsmann Oskar Schindler, über eintausend Juden vor der Ermordung zu retten, indem er sie in seiner Fabrik „kriegswichtige Arbeit“ verrichten lässt.

Eine kurze Inhaltsangabe, ein Satz – aber eine Geschichte, die so voll Bedeutung, Grausamkeit, Tragik und Mut ist, dass ich mich, ehrlich gesagt, ein wenig scheue, mich überhaupt zu Steven Spielbergs meisterhaftem Film nach dem Roman von Thomas Keneally, der sich 194 intensive Minuten mit der oben genannten Situation auseinandersetzt, zu äußern. Ich habe ihn vor ein paar Tagen zum ersten Mal komplett gesehen. Und da ist immer noch dieses Frösteln, wenn ich an ihn denke. Viel ist zu „Schindler’s List“ schon geschrieben worden, von Leuten die sich besser mit Film, mit Spielberg und mit dem Dritten Reich auskennen, und ich möchte das jetzt nicht alles wiederkäuen, sondern lediglich zwei Aspekte kurz vorstellen, die mir an dem Film besonders wichtig sind und die ich für sehr gelungen halte.

Der eine Aspekt betrifft den Wahnsinn des Dritten Reiches – oder vielmehr Hitlers Wahnsinn, sein (Selbst-)Zerstörungstrieb. Hitlers einziges Ziel – hier folge ich Sebastian Haffner, der in „Anmerkungen zu Hitler“ eindrucksvoll die Geschehnisse des Krieges analysiert –war ja nach dem gescheiterten Russlandfeldzug 1941 nicht mehr die Vorherrschaft in Europa, sondern allein die Vernichtung aller Juden, die seitdem mit noch größerer Systematik und kompromissloser Entschlossenheit vorangetrieben wurde. Doch während die Todesmaschine effizient ihren Dienst verrichtete, machten sich Auflösungserscheinungen in allen anderen Bereichen bemerkbar. Spielbergs Verdienst ist es, hierfür Szenen zu finden. Stellvertretend für den Irrsinn des Systems kann hier Ralph Fiennes Figur genannt werden, der als sadistischer Nazioffizier Amon Göth das Arbeitslager Plaszow und spätere KZ Plaszow leitete. Das Chaos, das er erzeugte, konnte Schindler sich zu Nutze zu machen, zumindest spielte es ihm in die Hände.

Der andere Aspekt, den ich erwähnen möchte, betrifft den Mann Oskar Schindler beziehungsweise dessen filmische Reinkarnation. Ein Vorwurf, der spätestens nach Erscheinen der Schindler-Biografie von David M. Crowe immer wieder im Zusammenhang mit Spielbergs Film zu hören ist, lautet, Schindler sei zu sehr als Held dargestellt, wobei er doch auch ein Opportunist gewesen sein soll, dem es lange Zeit nicht um die Rettung von Menschen, sondern vor allem um seinen persönlichen Erfolg ging. Wie es sich in Wirklichkeit verhielt, mag ich nicht beurteilen. Aber ich möchte darauf hinweisen, dass der Film diesem Charakterzug einerseits Rechnung trägt und für meine Begriffe den Wandel seiner Persönlichkeit – den es ohne Zweifel gegeben hat – ziemlich präzise nachzeichnet. Zum anderen möchte ich herausstellen, dass die Rettung so vieler Menschen nur möglich war, weil Schindler es verstanden hat, sein Fähnchen in den Wind zu drehen. Nur weil er nach außen Nazi war, weil er es verstanden hat, mit wichtigen Entscheidungsträgern des Nazi-Regimes umzugehen und in der Lage war, Unrecht vor seinen Augen geschehen zu lassen, konnte er helfen. Wäre er ein wenig mehr „Held“ gewesen, wer weiß, was dann geschehen wäre.

Oskar Schindler hat etwa 1200 Menschenleben gerettet. Spielbergs Film hilft, dass die Erinnerung daran ebenfalls lebt.

Bild © Universal

Onibaba (Kaneto Shindō, Japan 1964)

Posted by – 11. Oktober 2013

Onibaba#horrorctober – das heißt: Vom 1. bis zum 31. Oktober schaue ich mir 13 mir unbekannte Horrorfilme an. Mein erster Film, „Onibaba“ von Kaneto Shindō, war gleich einer, den ich ohne Zögern als Meisterwerk bezeichnen würde. Alle weiteren Filme, die ich in den nächsten 3 Wochen schauen werde, dürften es sehr schwer haben, mir ähnlich gut zu gefallen.

„Onibaba“ handelt von zwei Frauen, einer jungen (Jitsuko Yoshimura) und ihrer Stiefmutter (Nobuko Otowa), die während des Bürgerkrieges im Japan des 14. Jahrhunderts zu überleben versuchen. Die beiden wohnen in einem kleinen Haus in einem Schilfmeer und töten ahnungslose Samurai, um deren Rüstungen zu verkaufen. Dann kehrt ihr Nachbar Hachi (Kei Satō ) aus dem Krieg heim und berichtet, dass der Sohn der älteren bzw. der Mann der jüngeren Frau gefallen ist. Hachi und die junge Frau beginnen bald darauf eine Affäre – sehr zum Missfallen der Schwiegermutter.

Im Nachhinein bin ich etwas verwundert, dass der Film jetzt über ein Jahr ungesehen im Regal stand. Aber manchmal braucht es einfach einen besonderen Anlass – wie den #horrorctober. Dabei ist „Onibaba“ nicht einmal ein Horrorfilm im klassischen Sinne, sondern eher ein expressionistisches, mit schwarzer Farbe gemaltes Sozialdrama und eine düstere Parabel, wahlweise über den Krieg, der die Menschen verschlingt wie das Grasmeer die Frauen im Film. Oder über die zersetzende Kraft des Kapitalismus. Oder vielleicht einfach auch Gefühle wie Angst und Neid, die das menschliche Antlitz zu dämonischen Fratzen verzerren?

Unabhängig von allen inhaltlichen Deutungsmöglichkeiten – hier möchte ich mich nach dem ersten Sehen zunächst einmal heraushalten – muss ich sagen, dass mich der Film  schon allein durch seine visuelle Kraft weggeblasen oder besser: hinein gesogen hat. Einen Tag nach Filmsichtung fällt es mir immer noch nicht leicht, die richtigen Worte für das Gesehene zu finden. Dieses Grasmeer, der Wind… fange ich an und weiß schon nicht weiter. Ich würde gerade lieber Bilder oder Filmausschnitte posten und sagen – schau doch selbst! Und vielleicht breche ich diesen Text deswegen an hier auch einfach ab. An dieser Stelle kann ich erst einmal nur sagen, dass „Onibaba“ ein sehr intensives Filmerlebnis war, eines das nachklingt, und dass ich auch jetzt noch im Bann dieser unglaublichen und schwer zu beschreibenden Bilder bin. Aber schau selbst. Dieses Grasmeer, der Wind..

Übrigens: Der #horrorctober ist mittlerweile keine kleine Sache mehr. Die durch Initiative von Kontroversum-Kollege Patrick entstandene Aktion hat viele Mitstreiter gefunden. Hier gibt es eine (unvollständige) Liste der Leute, die mitmachen, mit Links zu ihren Blogs und Letterboxd-Accounts.

Bild © Eureka Entertainment