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Ghost Rider: Spirit of Vengence (Mark Neveldine, Brian Taylor, USA 2012)

Posted by – 12. April 2014

ghostrider2Um seinen Vater vor dem nahenden Tod zu retten, hat Johnny Blaze (Nicolas Cage) einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Seither ist er dazu verdammt, sich in einen Dämon – ein Skelett mit brennendem Schädel: den Ghost Rider – zu verwandeln und Jagd zu machen auf verdorbene Seelen. Sich im hintersten Eckchen Osteuropas zu verstecken und dort in einer finsteren Baracke mit seinem Schicksal zu hadern, hilft Blaze nicht wirklich – auch hier findet ihn sein Schicksal. Und zwar in Gestalt des gottesfürchtigen Moreau (Idris Elba), der versucht, Blaze für einen himmlischen Auftrag zu gewinnen: Er soll mithilfe seines inneren Dämonen den kleinen Danny (Fergus Riordan) beschützen, auf dessen Fersen sich der Teufel persönlich (Ciarán Hinds) geheftet hat. Denn Danny ist das uneheliche Kind des Herrschers der Finsternis.

Nach der ersten „Ghost Rider“-Verfilmung durch Mark Steven Johnson im Jahr 2007 stand es nicht allzu gut um den finsteren Marvel-Helden. Die Begeisterung des Publikums hielt sich in engen, sehr engen Grenzen und auch die Kritik reagierte hämisch. Zur Überraschung nicht Weniger wurde trotzdem ein Teil aus der Taufe gehoben, der – und hier kann man wirklich staunen – fast auf ganzer Line überzeugt. Nach dem ersten Sehen wollte ich schon laut „Meisterwerk!“ in den Kinosaal rufen. Und obwohl sich die anfängliche Euphorie bei der ebigen Zweitsichtung etwas gelegt hat, finde ich den eigenwilligen Film immer noch sehr gut. Das Regisseur-Team Mark Neveldine und Brian Taylor, bekannt geworden durch „Crank“ und „Gamer“, scheren sich kaum um den ersten Teil, sondern gehen den (Anti-)Helden-Stoff ganz neu an. Heiße Öfen, brennende Schädel und sehr viel Action ist die neue Direktive und auch wenn der extrovertierte, überbordende Stil der beiden Regisseure meine Sache bisher nicht war – in diesem Fall kann ich mir kaum etwas besseres vorstellen. Neveldine und Taylor tunen den Antihelden-Stoff um den Ghost Rider nach allen Regeln der Kunst, treten ordentlich auf’s Gaspedal und rasen mit Vollgas durch die plotlochdurchzogene Story.

Logik? Egal! Nachvollziehbare Figuren und plausibles Verhalten? Wozu!? Hauptsache es bratzt! Und das tut es (auch wenn das Finale leider etwas abfällt). Es sind aber nicht nur die Action-Szenen und viele insznenatorische Ideen, wie z.B. die, dass der Film in manchen Fights in eine andere Dimension wegzudriften scheint, die gefallen. Auch die Gags zünden, wie etwa als Blaze ausführt, wie der Ghost Rider pinkelt. Zumindest mein Humor war das. Wer’s glatt poliert mag, sieht definitiv den falschen Film. Wer nichts gegen Schlaglöcher hat und es mag, wenn’s heftig qualmt und ruckelt, ist hier aber genau richtig! Und auch wer glaubt, er hätte schon jede Nicolas-Cage-Grimasse sehen, kann hier noch etwas entdecken.

Bild © Universum Film