Tag: Medien

The Hunger Games: Mockingjay – Part 2 (Francis Lawrence, USA 2015)

Posted by – 18. November 2015

Durch meine letzten Texte „The Hunger Games“ (Teil 1, Teil 2, Teil 3.1) dürfte klar geworden sein, dass ich ein großer Verehrer der Reihe bin. Die Bücher haben mir sehr gut gefallen, die Filme finde ich sogar noch besser. Nun bin ich ein wenig erleichtert, dass sich daran auch durch den letzten Film nichts ändert, gab es doch beim Vorgänger ein Indiz, dass es das große Filme vielleicht an der nötigen Konsequenz missen lassen würde. Doch jetzt bin ich beruhigt, Francis Lawrence bringt die Adaption zu einem würdigen Abschluss und zeigt, dass Blockbuster und Anspruch ebenso wenig ein Widerspruch sind wie ein Kino für jugendliche Zuschauer, das gleichzeitig auch Erwachsene herausfordern kann. Der starke „The Hunger Games: Mockingjay – Part 2“ komplettiert die Reihe, die ich als Ganzes nun ohne Zögern als Meisterwerk bezeichne. Meine ausführliche Kritik gibt es wie stets auf Kino-Zeit.

Nightcrawler (Dan Gilroy, USA 2014)

Posted by – 1. April 2015

nightcrawlerJake Gyllenhaal… – ach nein, ich fange anders an: Dass Journalismus und die Sensationen, über die er berichtet, gemeinsam ein System bilden, in dem nicht einfach das eine ein Resultat des anderen ist, sondern dass die Zusammenhänge komplexer sind, weiß man nicht erst seit gestern. Trotzdem sind die Ausprägungen der Verflechtungen – vielleicht durch die neuen Medien, vielleicht durch den mentalen Wandel – heute weit stärker als noch vor 20 oder 30 Jahren. Vom Katastrophen- und Sensationsjournalismus und dem Wettrennen um mediale Aufmerksamkeit handelt Dan Gilroys Regiedebüt „Nightcrawler“. Oder besser gesagt um einen Soziopathen, der gleichzeitig Produkt wie Motor und Inovator dieser schönen neuen Medienwelt ist.

Gyllenhaal, Jake, spielt Louis Bloom, diesen Mann, der nur auf den ersten Blick unbeholfen wirkt, in Wirklichkeit aber, wie er selber sagt, ein „schneller Lerner“ ist – und dabei völlig ohne Skrupel. Das Credo des American Dream, den Willen zum Erfolg, hat er in sich aufgesogen und verinnerlicht, Werte des Zusammenlebens sind allerdings nur noch Variablen in seinem zweckrationalen Kalkül. Bloom arbeitet sich hoch, der Zuschauer verfolgt seine anfangs noch linkischen Versuche, zunächst überhaupt einen Job zu bekommen und sich dann als freier Journalist einen Namen zu machen, mit wachsendem Unwohlsein. Dass mit diesem Mann etwas nicht stimmt, das wird schnell klar. Wie weit er für seine selbstgesteckten Ziele zu gehen bereit ist, das offenbart sich erst im Laufe dieses Thrillers.

Gyllenhaal ist das absolute, unhintergehbare Zentrum des Films, der Faktor, der dieses ambitionierte Stück Film zu einer besonderen Erfahrung macht. Seine Figur ist zweifellos ein Produkt der Leistungsgesellschaft, vgl. „Whiplash“, und beispielhaft eine Kreatur des amerikanischen Traums bzw. Albtraums in seiner schlimmsten Ausprägung. Schon zuletzt in „Prisoners“ hat Gyllenhaal mehr noch als alle anderen Darsteller einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nach „Nightcrawler“ drängen sich Vergleiche mit Robert de Niro, der in „Taxi Driver“, „Raging Bull“ oder „Cape Fear“ unvergessliche Charaktere schuf, förmlich auf. Es ist wohl nicht übertrieben, zu sagen: Gyllenhaal ist derzeit einer der interessantesten Hollywoodstars. Und für mich der wichtigste Grund, warum ich „Nightcrawler“ sehr gerne gesehen habe.

Dass der Film als Ganzes bei mir etwas weniger Eindruck gemacht hat als dem medialen Echo zufolge bei einigen anderen, mag daran liegen, dass ich ihn für meinen Geschmack als etwas zu ausformuliert und damit teilweise redundant empfunden habe. Schon der Anfang, der zusätzliche Informationen über seine Hauptfigur liefert, wäre meines Erachtens nicht nötig gewesen. Und auch das Grundthema, die Kritik am Sensationsjournalismus und die Analyse, wie er sich im Wechselspiel mit Charakteren wie Bloom herausbildet, ist nicht schlecht, aber doch irgendwie recht offensichtlich und ein wenig formelhaft umgesetzt. Das führt zu Abzügen in der B-Note und dazu, dass mir „Nightcrawler“ insgesamt etwas weniger gefallen hat, als der bereits erwähnte, wunderbar ambivalente „Whiplash“. Nichtsdestotrotz, ein feiner Film und wie gesagt: Gyllenhaal.

Bild © Concorde Filmverleih

The Hunger Games: Mockingjay – Part 1 (Francis Lawrence, USA 2014)

Posted by – 19. November 2014

Wie man hier und hier nachlesen kann, gefallen mir die ersten beiden Teile der „The Hunger Games“-Filme richtig gut. Nach Teil 3 bin ich sogar soweit zu sagen: Hier kommt etwas ganz Großes auf uns zu, etwas, das vielleicht irgendwann in einer Reihe mit Jahrhundert-Trilogien wie „Star Wars“, „The Godfather“, „Spider-Man“ oder „Lord Of The Rings“ genannt werden wird. Das klingt übertrieben? Lasst uns in 10 oder 20 Jahren noch einmal darüber sprechen! „The Hunger Games: Mockingjay – Part 1“ ist eine überragende, in fast allen Belangen konsequente Fortsetzung, die ihre Kraft in der Tradition von Werken wie Orwells „1984“ ganz aus ihrer dystopische Substanz und der damit verbundenen Tragik der persönlichen Schicksale schöpft. Weitere Gründe, warum mir der Film so gut gefallen hat, wie auch einen Kritikpunkt, verrate ich auf Kino-Zeit.

The Hunger Games: Catching Fire (Francis Lawrence, USA 2013)

Posted by – 20. November 2013

They can’t hurt me. There’s no one left I love – Johanna Mason, Distrikt 7

Ich bin positiv überrascht von „The Hunger Games: Catching Fire“. Viele Romanverfilmungen werden ihrer Vorlage nicht gerecht, aber manchmal veredeln die Bilder die Geschichten geradezu. Das ist hier der Fall. Ich mochte, wie hier geschrieben, schon den ersten Teil „The Hunger Games“ sehr gerne. Aber da das zweite Buch von Suzanne Collins ein wenig die Probleme eines typische Brückenstücks zwischen dem ersten und dritten Teil hatte, habe ich meine Erwartungen bezüglich des Films etwas herunter geschraubt. Das wäre nicht gar nicht nötig gewesen, denn die Fortsetzung steht dem ersten Film in nichts nach, treibt die todtraurige Geschichte in der grausamen Welt von Panem unbarmherzig voran und wartet darüber hinaus mit einem interessanten künstlerischen Konzept auf. Mehr dazu schreibe ich auf Kino-Zeit. Und hier geht’s zum Film-Quickie mit Sophie.