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Slither (James Gunn, USA 2006)

Posted by – 14. Mai 2012

Dass so ein Komet mal irgendetwas Schönes, Freundliches zur Erde bringt, ist sicher nicht die Regel. Auch bei James Gunns Debüt „Slither“ hat der Himmelskörper, der nahe der Kleinstadt Wheelsy abstürzt, für ihre Bewohner nichts wirklich Gutes, sondern wieder einmal nur eine gemeingefährliche außerirdische Lebensform dabei. Und so nimmt die Geschichte  ihren Gang:  Weil seine Frau Starla (Elizabeth Banks) ihn abgewiesen hat, wandert der sexuell frustrierte   Grant (Michael Rooker) durchs nächtliche Wheelsy. Statt einem amourösen Abenteuer findet Grant allerdings nur einen außerirdischen Parasiten, der den Mann in ein fleischfressendes, unförmiges Monster verwandelt. Sheriff Bill Pardy (Nathan Fillion) und eine Gruppe Dorfbewohner machen sich auf, den Mutanten zur Strecke zu bringen. Das mit mäßigem Erfolg.

Sein Debüt wirkt wie ein Fan-Film. In „Slither“ hat James Gunn so ziemlich alles untergebracht, was es je in Alien-Invasion-Filmen der letzten Jahrzehnte gab. Hinabstürzende Meteoriten, schleimige Würmer, Menschen, die außerirdischen Parasiten als Wirte dienen, große, unförmige Monster, die sich von rohem Fleisch ernähren und wachsen bis sie platzen, Blut, das ätzend ist wie Säure und vieles, vieles mehr. „Slither“ ist damit so eine Art best of. Habe ich mich bei ersten Gucken noch darüber gefreut, dass er für Fans solcher Filme so gut wie keine Wünsche offen lässt, habe ich es eben, bei der Zweitsichtung, als sehr positiv empfunden, dass Gunn der Mehrheit seiner Figuren mit dem nötigen Respekt begegnet und sie nicht zu charakterlosem Mutantenfutter degradiert. Die fast schon tragische Dreiecksgeschichte zwischen Nathan Fillion (wie immer sehr witzig), Elizabeth Banks und Michael Rooker, die durch die Mutation von letzterem ins grotesk-dramatische übersteigert wird, ist nur ein Beispiel für die gelungene Chemie zwischen den Figuren.

„Slither“ ist bestimmt kein Meisterwerk. Dazu ist er nicht originell genug. Ein handwerklich guter, in gewisser Weise kompromissloser und gleichzeitig sehr humorvoller Film ist er dennoch. Wenn die infizierten Personen sich über ihren schrecklichen Hunger beklagen während sie alles in sich reinstopfen, kann man das durchaus auch auf den Film in seiner Gesamtheit beziehen. James Gunn hat schreckliche Lust, Filme zu machen und alles in sein Debüt gestopft. Dass er, wenn er etwas maßvoller agiert, noch um ein vielfaches effizienter sein kann, hat er ja schließlich  in seinem zweiten Spielfilm „Super“ gezeigt.

Bild © Universal